ALLAM-Modell: Saudi-Arabien und Microsoft starten arabische KI

Saudi-Arabien baut seine KI-Landschaft aus: HUMAIN kooperiert mit Microsoft, während Milliardenprojekte und LEAP 2026 weitere Impulse geben.

Im Rahmen seiner nationalen Digitalisierungsstrategie hat Saudi-Arabien eine weitreichende Zusammenarbeit im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) initiiert. Das zum staatlichen Investitionsfonds PIF gehörende Unternehmen HUMAIN stellt in Kooperation mit Microsoft das arabische KI-Modell ALLAM vor.

Das Modell wird künftig über die Plattform Microsoft Foundry verfügbar sein und markiert einen wesentlichen Schritt bei der Entwicklung lokalsprachiger KI-Lösungen für den arabischen Raum.

Wie aus Branchenkreisen verlautet, ist zudem eine tiefe Integration des ALLAM-Modells in den Microsoft 365 Copilot geplant. Tareq Amin, CEO von HUMAIN, ordnete die Zusammenarbeit als eine neue Generation der KI-Integration für Unternehmen ein. Die detaillierten Spezifikationen und Einsatzmöglichkeiten der Partnerschaft sollen auf der Technologiemesse LEAP 2026 in Riad der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Massive Investitionen in die technologische Infrastruktur

Die Kooperation zwischen HUMAIN und Microsoft bettet sich in eine großangelegte Investitionsoffensive des Königreichs ein. Saudi-Arabien erwägt derzeit ein KI-Projekt, das mit bis zu 100 Milliarden US-Dollar unterstützt werden soll.

Diese Mittel sollen primär in den Aufbau von Rechenzentren, die Förderung von Start-ups sowie in die Infrastruktur und die Ausbildung von Talenten fließen. Parallel dazu wird eine Partnerschaft zwischen dem PIF und Google angestrebt, die einen Umfang von 5 bis 10 Milliarden US-Dollar erreichen könnte und ebenfalls die Entwicklung arabischer KI-Modelle zum Ziel hat.

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Um diese Ambitionen räumlich zu konzentrieren, rief die Royal Commission for Riyadh City den Riyadh Digital Innovation District ins Leben. Dieser Distrikt soll die saudische Hauptstadt als globales Technologiezentrum etablieren.

Der Fokus liegt hierbei auf Schlüsseltechnologien wie Big Data, Cybersicherheit, Cloud-Computing, dem Internet der Dinge (IoT), Blockchain und Robotik. Minister Ibrahim Al-Sultan betonte, dass dieses Vorhaben im Einklang mit den Zielen der Saudi Vision 2030 stehe.

LEAP 2026 als zentraler Branchentreffpunkt

Die bevorstehende Fachkonferenz LEAP 2026, die vom 31. August bis zum 3. September in Riad stattfindet, dient als Schauplatz für zahlreiche Branchenankündigungen. Mit über 1.000 Sprechern und 1.800 teilnehmenden Technologieunternehmen unterstreicht die Veranstaltung ihren Anspruch als globale Plattform.

Dass das Event wirtschaftlich bedeutsam ist, zeigten bereits die Vorjahreszahlen: Am Eröffnungstag der LEAP 2025 wurden Technologieinvestitionen in Höhe von fast 15 Milliarden US-Dollar bekannt gegeben.

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Neben Microsoft nutzen auch andere globale Akteure die Messe für Standortbekenntnisse. HP präsentiert in diesem Zusammenhang ein KI-Forschungszentrum in Dhahran und verweist auf eine kommerziell produzierende Fabrik in Riad. Zudem habe die HP AI Academy bereits 1,5 Millionen Nutzer erreicht. Das Softwareunternehmen IFS zeigt gemeinsam mit Microsoft industrielle KI-Anwendungen für das Anlagenmanagement und die Lieferkette.

Regionale Anwendung und internationale Erweiterung

Die technologische Transformation zeigt sich auch in kommunalen Projekten. So führt die Al-Baha Municipality ein KI-gestütztes Smart-Bewässerungssystem ein, um den Wasserverbrauch durch Bodenfeuchtemessung zu optimieren.

Der stellvertretende Bürgermeister Ismail Al-Ghamdi sieht darin einen weiteren Baustein zur Umsetzung der nationalen Zukunftsstrategie. Auch die akademische Ausbildung zieht nach: Die Al-Baha University startete kürzlich spezialisierte Kurse zu generativer KI für Absolventinnen.

Auf internationaler Ebene erweitert die in Riad ansässige Digital Cooperation Organization (DCO) ihren Einflussbereich. Der Rat der Organisation genehmigte die Kandidatur von acht weiteren Ländern, darunter Albanien, Kasachstan und Kenia. Damit wächst die Mitgliederzahl von 16 auf 24 Nationen an, was einem Markt von rund 980 Millionen Menschen entspricht. Generalsekretärin Deemah Al-Yahya hob in diesem Zusammenhang die Bedeutung der digitalen Souveränität für die Mitgliedstaaten hervor.