Der Google-Mutterkonzern startet die größte Kapitalerhöhung seiner Geschichte – und bekommt prominente Unterstützung von Warren Buffett.
Alphabet hat am Montag ein ambitioniertes Finanzierungspaket im Volumen von umgerechnet rund 73 Milliarden Euro angekündigt. Der Deal dient dem Ausbau der Künstlichen Intelligenz und umfasst eine Beteiligung von Berkshire Hathaway in Höhe von gut neun Milliarden Euro.
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Milliarden-Investment von Warren Buffett
Die Kapitalmaßnahme ist in drei Teile gegliedert. Über öffentliche Angebote will Alphabet 27 Milliarden Euro einsammeln – aufgeteilt in Pflichtwandel-Vorzugsaktien und Stammaktien. Weitere 36 Milliarden Euro sollen über ein sogenanntes ATM-Programm (at-the-market) hereinkommen, das im dritten Quartal 2026 startet.
Den dritten Baustein liefert Berkshire Hathaway. Die Beteiligungsgesellschaft von Starinvestor Warren Buffett beteiligt sich mit 9,1 Milliarden Euro an der Privatplatzierung. Das Geld fließt je zur Hälfte in zwei Aktienklassen: Klasse-A-Aktien zum Preis von 351,81 Dollar und Klasse-C-Aktien zu 348,20 Dollar. Nach der Transaktion hält Berkshire insgesamt rund 15 Milliarden Euro an Alphabet.
Für Analysten ist das ein klares Signal: Buffett setzt darauf, dass sich die immensen Investitionen in KI langfristig auszahlen werden.
Explodierende Ausgaben für Rechenleistung
Der Zeitpunkt der Kapitalerhöhung ist kein Zufall. Alphabet rechnet für das Gesamtjahr 2026 mit Investitionsausgaben zwischen 164 und 173 Milliarden Euro. Und das ist erst der Anfang: Für 2027 kündigt das Management noch deutlich höhere Summen an.
CEO Sundar Pichai räumte ein, dass das Unternehmen kurzfristig an seine Rechenkapazitätsgrenzen stoße. Die Nachfrage nach KI-Lösungen übersteige das Angebot bei Weitem. Alphabet steht mit diesem Problem nicht allein: Die gesamten Investitionen der großen Cloud-Anbieter werden 2026 voraussichtlich die 640-Milliarden-Euro-Marke überschreiten.
Branchenbeobachter betonen: Wer bei KI-Infrastruktur zu zögerlich investiert, riskiert den Anschluss zu verlieren. Das gilt für die Tech-Giganten ebenso wie für europäische Unternehmen, die im Wettbewerb mit US-Konzernen stehen.
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Starke Quartalszahlen, verhaltener Aktienkurs
Dabei läuft das operative Geschäft von Alphabet rund. Im ersten Quartal 2026 erzielte der Konzern einen Umsatz von 100 Milliarden Euro – ein Plus von 22 Prozent. Der Gewinn lag bei 57 Milliarden Euro. Besonders die Cloud-Sparte glänzte mit einem Wachstum von 63 Prozent und einem Auftragsbestand von über 420 Milliarden Euro.
Dennoch reagierte die Börse verhalten. Die Aktie gab am Montag um ein Prozent auf 372,58 Dollar nach. Im nachbörslichen Handel fiel der Kurs zeitweise um zwei Prozent.
Die Kapitalerhöhung wird von einem Konsortium führender Investmentbanken begleitet, darunter Goldman Sachs, JPMorgan und Morgan Stanley. Parallel dazu hat Alphabet eigenen Angaben zufolge weitere 77 Milliarden Euro an Fremdkapital aufgenommen, um die laufenden Investitionen zu stemmen.

