Ein unbehaglicher Handschlag – oder dessen Ausbleiben – wurde zum ungewollten Höhepunkt des India AI Impact Summit. Während eines inszenierten Fotos mieden die KI-Konkurrenten Sam Altman (OpenAI) und Dario Amodei (Anthropic) demonstrativ den Kontakt. Die Szene, die sofort viral ging, offenbarte die tiefe Rivalität im globalen Wettlauf um Künstliche Intelligenz.
Ein Bild sagt mehr als tausend Worte
Premierminister Narendra Modi hatte die versammelten Tech-Größen aufgefordert, sich an den Händen zu fassen und sie gemeinsam zu erheben. Während die anderen elf Executives der Aufforderung sofort nachkamen, zögerten Altman und Amodei, die nebeneinander standen, mehrere Sekunden lang. Statt sich die Hände zu reichen, hoben beide schließlich nur ihre eigenen Fäuste. Diese subtile, aber deutliche Geste der Distanz wurde zum Sinnbild des erbitterten Konkurrenzkampfs zwischen OpenAI mit ChatGPT und Anthropic mit dessen Konkurrenten Claude.
Die kurze Sequenz verbreitete sich rasant in den sozialen Medien und überlagerte viele der eigentlich geplanten Themen des Gipfels. Altman erklärte später gegenüber einem indischen Medium, er sei von der Choreografie des Moments verwirrt gewesen. Anthropic äußerte sich nicht zu dem Vorfall.
Geteilter Ursprung, getrennte Wege
Die Spannung auf der Bühne hat historische Wurzeln. Dario Amodei war einst ein Schlüsselmitglied bei OpenAI, verließ das Unternehmen jedoch 2021 mit mehreren Kollegen – darunter seiner Schwester –, um Anthropic zu gründen. Der Grund für den Weggang soll eine fundamental andere Philosophie gewesen sein: Das neues Team wollte einen deutlich vorsichtigeren und sicherheitsorientierteren Weg bei der Entwicklung einer Künstlichen Allgemeinen Intelligenz (AGI) beschreiten.
Seitdem liefern sich die beiden Unternehmen ein Kopf-an-Kopf-Rennen um leistungsfähigere Modelle und Marktanteile. Der öffentliche Auftritt ihrer CEOs in Neu-Delhi wurde daher mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt.
Gipfel mit organisatorischen Geburtswehen
Die peinliche Szene war nicht das einzige Problem des hochrangigen Treffens. Der Gipfel, mit dem Indien eine Führungsrolle für den „Globalen Süden“ in der KI-Regulierung beanspruchen wollte, litt unter erheblichen logistischen Mängeln. Teilnehmer berichteten von Überfüllung, langen Schlangen und Verwirrung.
Zudem sagte Microsoft-Mitgründer Bill Gates seine geplante Keynote kurzfristig ab. Ein weiterer Eklat: Eine lokale Universität musste ihren Stand räumen, nachdem bekannt wurde, dass der dort präsentierte Roboterhund kein eigenes Produkt, sondern ein käuflich erwerbliches Modell eines chinesischen Herstellers war. Diese Pannen trugen zu einem chaotischen Eindruck bei, der dem angestrebten Bild einer geordneten globalen Führungsrolle widersprach.
Was der Zwischenfall für die Zukunft der KI bedeutet
Die unbeabsichtigte Geste zwischen den beiden CEOs verdeutlicht mehr als nur persönliche Befindlichkeiten. Sie zeigt die intensiven Konkurrenzkämpfe, die die Entwicklung einer der wichtigsten Zukunftstechnologien prägen. Während Regierungen weltweit nach Regulierungsrahmen suchen, werden die Dynamiken zwischen den wenigen führenden KI-Firmen immer entscheidender.
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Indien brachte mit dem Gipfel die mächtigsten Figuren der Branche an einen Tisch. Der virale Moment bewies jedoch, dass räumliche Nähe noch lange keine inhaltliche Einigkeit bedeutet. Die Zukunft der KI wird nicht nur von technologischen Durchbrüchen abhängen, sondern auch davon, ob die zentralen Akteure Wege der Kooperation finden – oder im Wettstreit verharren.





