Amazon automatisiert die letzte große manuelle Aufgabe in seinen Logistikzentren: Der Konzern übernimmt das Startup Rightbot, dessen Roboter ungeordnete Fracht aus LKWs entladen können. Die Technologie soll Engpässe an den Laderampen beseitigen und die Lieferzeiten weiter verkürzen.
Die Übernahme des New-Jersey-Startups, deren genaue Summe nicht bekannt gegeben wurde, ist bereits vollzogen. Rightbots Team und Technologie werden in Amazons Roboter-Sparte Robotics Delivery and Packaging Innovation (RDPI) integriert. Damit festigt der E-Commerce-Riese seine Strategie einer vollständig automatisierten Lieferkette – vom Lagerdock bis zur Haustür.
Kampf gegen das Laderampen-Chaos
Die manuelle Entladung tausender LKW-Anhänger ist eine der anstrengendsten und ineffizientesten Aufgaben in Logistikzentren. Sie stellt ein zentrales Nadelöhr dar. Rightbots Lösung: Ein mobiles Robotersystem mit einem saugkraftbasierten Greifer. Es kann verschiedenste Gegenstände wie Kartons, Säcke und sogar unregelmäßig geformte Paletten handhaben – ohne dass die Fracht vorsortiert oder einheitlich gestapelt sein muss.
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Der Clou ist die Anpassungsfähigkeit an das chaotische Innere eines vollgepackten Trailers. Das System kombiniert einen mobilen Roboter, einen Roboterarm und ein Förderband. Eine intelligente Steuerung passt die Saugkraft an Gewicht und Größe des Pakets an und kann so Lasten bis zu 25 Kilogramm heben. Das Ziel ist klar: weniger Ermüdung und Verletzungsrisiko für Mitarbeiter, schnellere und planbarere Abläufe.
Vom Investor zum Eigentümer
Der Kauf kommt nicht überraschend. Bereits 2023 führte Amazons Industrial Innovation Fund eine Investitionsrunde in Höhe von 4 Millionen Euro in das damals noch im Stealth-Modus operierende Startup. Diese frühe Beteiligung gab Amazon einen privilegierten Einblick in die Entwicklung.
Nun übernimmt der Konzern das gesamte Ingenieursteam sowie die erprobte Hard- und Software. Rightbots Technologie ergänzt Amazons bestehendes Roboter-Portfolio, zu dem etwa die Kiva-Regalbediengeräte und der Stretch-Roboter gehören. Gemeinsam sollen sie einen nahtlos automatisierten Workflow schaffen.
Schub für den Wettlauf um die Lager-Automatisierung
Die Übernahme setzt ein deutliches Zeichen im hart umkämpften Markt für Lagerrobotik. Die automatische LKW-Entladung ist ein heiß umworbenes Feld, in dem auch Konkurrenten wie Boston Dynamics mit seinem Stretch-Roboter aktiv sind. Indem Amazon Rightbot schluckt, entzieht es dem Markt nicht nur einen vielversprechenden unabhängigen Anbieter, sondern sichert sich eine proprietäre Spitzentechnologie.
Die Parallele zu einem historischen Deal liegt nahe: 2012 kaufte Amazon Kiva Systems und verschaffte sich damit jahrelang einen massiven Wettbewerbsvorteil in seinen Logistikzentren. Die Integration von Rightbot könnte einen ähnlichen Effekt haben und Amazons Dominanz im E-Commerce weiter festigen.
Die vollautomatische Lieferkette rückt näher
Für Amazon ist die Technologie ein zentraler Baustein für die Lager der Zukunft. Die Systeme sollen nun in großem Maßstab in den weltweiten Logistik- und Sortierzentren eingesetzt werden. In einer Zeit anhaltender Arbeitskräfteknappheit und steigender Online-Bestellungen gewinnt solche Automatisierung strategisch an Bedeutung.
Langfristig geht es um mehr als nur um Effizienz. Die Übernahme unterstreicht Amazons Vision einer Zukunft, in der Menschen Seite an Seite mit hochentwickelten Robotersystemen arbeiten, um das immense Volumen des modernen Handels zu bewältigen. Im Fokus stehen dabei immer zwei Ziele: ein sicherer Arbeitsplatz und immer schnellere Lieferungen für den Kunden.
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