Amazon automatisiert die Paketzustellung bis zur Haustür und übernimmt dafür das Schweizer Startup RIVR. Der E-Commerce-Riese will mit vierbeinigen Laufrobotern die anstrengendsten Meter für Zusteller überbrücken.
Roboter-Hunde auf Rollen für die letzte Meile
Die Schlüsseltechnologie der Übernahme sind hochmobile, vierbeinige Roboter mit Rädern. RIVRs proprietäres Design kombiniert Beine und Räder – vergleichbar mit einem Hund auf Rollschuhen. Diese Hybridlösung ermöglicht effizientes Fahren auf ebenem Grund, während die Maschinen zugleich aufrecht stehen, über Hindernisse steigen und Treppen bis zur Haustür erklimmen können.
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Amazons primäres Ziel ist die Unterstützung der menschlichen Belegschaft, nicht ihr Ersatz. In einer Mitteilung an Subunternehmer betonte der Konzern, die Technologie solle Pakete vom Lieferwagen zur Haustür transportieren. Dies soll die physische Belastung der Fahrer verringern, die oft mehrere schwere Sendungen in dicht bebauten Gebieten austragen müssen.
Die Technologie befindet sich in frühen Testphasen. Amazon erwartet, dass die autonomen Systeme die Sicherheit verbessern und das Kundenerlebnis in den kritischen letzten Schritten der Lieferkette optimieren.
Vom ETH-Spinout zum Logistik-Riesen
RIVRs Weg zu Amazon unterstreicht die rasante Kommerzialisierung europäische Spitzenforschung. Das Startup spaltete sich 2023 unter dem Namen Swiss-Mile vom Robotics Systems Lab der ETH Zürich ab. Nach erfolgreichen Pilotprojekten in der Zustellung und Objektsicherheit erfolgte 2025 die Umfirmierung zu RIVR, um Feldtests in den USA vorzubereiten.
Die Übernahme baut auf einer bestehenden Finanzbeziehung auf. Bereits im August 2024 beteiligten sich der Amazon Industrial Innovation Fund und Jeff Bezos‘ Family Office, Bezos Expeditions, an einer Seed-Runde. Damals sammelte das Startup über 20 Millionen Euro ein. Vor der Akquisition wurde RIVR auf etwa 90 Millionen Euro geschätzt.
Die genauen finanziellen Bedingungen der Übernahme sind nicht bekannt. RIVR-CEO Marko Bjelonic erklärte in sozialen Medien, der Schritt zu Amazon beschleunige die Vision, physische KI in großem Maßstab einzusetzen.
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Strategische Wende und europäische KI-Elite
Für Analysten markiert der Deal eine strategische Neuausrichtung Amazons. 2022 hatte der Konzern sein eigenes Scout-Lieferroboter-Programm eingestellt. Die sechsrädrigen Rover scheiterten in US-Teststädten an komplexen Hindernissen. Die vierbeinige Architektur von RIVR adressiert genau diese Schwachstelle durch überlegene Mobilität in unstrukturierten Umgebungen und mehrstöckigen Wohnhäusern.
Die Transaktion unterstreicht auch die wachsende Bedeutung des europäischen Robotik-Sektors, der 2025 starke Investitionszuwächse verzeichnete. Die ETH Zürich festigt ihren Ruf als führender Inkubator für Automatisierungstechnologien. Sie brachte bereits zahlreiche wertvolle Spinouts in den Bereichen Industrieinspektion, humanoide Manipulation und Logistik hervor.
Mit der vollständigen Integration signalisiert Amazon, dass globale Technologieplattformen zunehmend auf spezialisierte europäische Forschungszentren setzen, um komplexe Ingenieursprobleme zu lösen. Marktexperten erwarten, dass dieser Schritt weitere Investitionen in Schweizer und europäische KI-Startups anziehen wird, während Logistikkonzerne um proprietäre Automatisierungsvorteile konkurrieren.
Rollout in urbanen Zentren geplant
Die Integration der RIVR-Technologie dürfte etappenweise erfolgen. Während das Startup ursprünglich seine Roboterflotte bis 2026 über Partnerschaften mit anderen Paketdiensten skalieren wollte, konzentriert sich die Arbeit nun auf interne Sicherheits- und Effizienzstandards.
Logistikexperten rechnen mit einem ersten Einsatz in dicht besiedelten urbanen Zentren. Dort sind die physischen Herausforderungen für Zusteller am größten, etwa in mehrstöckigen Wohnanlagen ohne Lastenaufzüge. Eine erfolgreiche Implementierung könnte die Rolle der Lieferanten grundlegend verändern: vom manuellen Transport hin zum Flottenmanagement und technischen Support.
Angesichts alternder Bevölkerungen und anhaltendem Arbeitskräftemangel in der Logistikbranche wird der Bedarf an physischer KI weiter steigen. Amazons Übernahme des Schweizer Startups bekräftigt die Vision einer Zukunft, in der hybride Mobilitätsroboter auf Gehwegen zum Standard werden – und die letzte Lücke zwischen Lieferwagen und Haustür nahtlos schließen.





