Amazon plant Marktplatz für KI-Trainingsdaten

Amazon reagiert auf Urheberrechtsstreitigkeiten mit einem geplanten Marktplatz, auf dem Verlage Inhalte an KI-Firmen lizenzieren können. Damit tritt der Konzern in direkte Konkurrenz zu Microsoft.

Amazon will Medienhäusern einen direkten Weg bieten, ihre Inhalte an KI-Firmen zu lizenzieren. Mit einem geplanten Content Marketplace auf AWS reagiert der Tech-Riese auf den Rechtsstreit um urheberrechtlich geschützte Trainingsdaten – und stellt sich damit direkt gegen Microsoft.

Strategische Wende im Datenhunger der KI

Die Pläne, über die interne Dokumente Auskunft geben, kommen zur rechten Zeit. Seit Monaten verklagen Verlage weltweit KI-Entwickler wegen der unerlaubten Nutzung ihrer Artikel. Amazon will nun mit einer zentralen Plattform Abhilfe schaffen. Verlage könnten dort ihre Archive mit Lizenzbedingungen listen, KI-Firmen diese für das Training ihrer Modelle erwerben.

Für Amazon wäre das ein geschickter Schachzug. Das Unternehmen würde damit nicht nur Rechenleistung über AWS verkaufen, sondern sich als unverzichtbarer Mittler in der Daten-Lieferkette positionieren. Ein Sprecher wollte die Berichte auf Nachfrage nicht kommentieren.

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Integration in die bestehende AWS-Infrastruktur

Der Marktplatz soll nahtlos in bestehende AWS-Dienste wie die KI-Plattform Bedrock integriert werden. Das ist ein entscheidender Vorteil. Entwickler müssten ihre Workflows nicht ändern, um auf lizenzierte Datensätze zuzugreifen.

Besonders interessant: Die Dokumente gruppieren den Marktplatz mit „Quick Suite“, einer KI-Arbeitsumgebung zur Automatisierung von Geschäftsaufgaben. Das legt nahe, dass Amazon die lizenzierten Datenströme direkt in Unternehmens-KIs einspeisen will. Eine Finanz-KI könnte so etwa lizenzierte Nachrichten für präzise Marktanalysen nutzen – ohne rechtliche Grauzonen.

Rennen mit Microsoft um die Datenhoheit

Amazon ist mit der Idee nicht allein. Erst vor einer Woche kündigte Microsoft einen sehr ähnlichen „Publisher Content Marketplace“ an. Das Timing des geleakten Amazon-Plans deutet auf ein Wettrennen hin. Wer setzt sich als Standard durch?

Microsoft punktet bisher mit seiner engen Partnerschaft mit OpenAI. Amazon konterte bereits im Juli 2025 mit einem aufsehenerregenden Deal: Der Konzern zahlt der New York Times zwischen 20 und 25 Millionen Euro jährlich für die Lizenzierung von Inhalten. Der geplante Marktplatz würde dieses Modell für kleinere Verlage öffnen und demokratisieren.

Chance und Risiko für die Medienbranche

Für Verlage, besonders mittelständische, birgt die Plattform große Chancen. Sie könnten ihre Archive skalierbar monetarisieren, ohne aufwendige Einzelverträge aushandeln zu müssen. Gefordert werden vor allem nutzungsbasierte Gebührenmodelle, bei denen die Vergütung von der Häufigkeit der Datennutzung abhängt.

Doch die Skepsis ist groß. Verlagsmanager fürchten, dass günstige Lizenzen ihr Abo-Geschäft untergraben könnten. Warum sollten Nutzer noch Artikel lesen, wenn eine KI präzise Zusammenfassungen liefert? Zudem ist die technische Umsetzung einer fairen Nutzungsverfolgung in komplexen KI-Netzen eine enorme Herausforderung.

Fällt heute auf der AWS-Konferenz der Startschuss, wäre das ein Wendepunkt. Aus umstrittenem „Raubgut“ würde ein handelbares Wirtschaftsgut. 2026 könnte so zum Jahr der Datenhändler werden, in dem Cloud-Anbieter nicht mehr nur mit Rechenpower, sondern mit dem Zugang zum menschlichen Wissen konkurrieren.

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