Das auf künstliche Intelligenz spezialisierte Softwareunternehmen Ambi hat sich über mehrere Finanzierungsrunden hinweg insgesamt 26 Millionen US-Dollar gesichert.
Angeführt wurden die Runden von der Risikokapitalgesellschaft Luminous Ventures, die unter anderem in Meituan und Unitree Robotics investiert ist, sowie dem in Shanghai ansässigen Original Design Manufacturer Huaqin Technology, einem Fertiger für smarte Endgeräte. Das Mutterunternehmen Mistlabs Ltd. schloss in diesem Rahmen eine Pre-A-Finanzierungsrunde über denselben Betrag ab.
Mit dem frischen Kapital verlässt die KI-Anwendung Ambi die Beta-Phase und startet regulär auf Apple-Geräten. Gegründet wurde das Unternehmen von Peter Mo, der zuvor für Plaud tätig war, den Hersteller des KI-Diktiergeräts Plaud Note. Heute beschäftigt Ambi über 50 Mitarbeiter an den Standorten San Francisco, Peking, Shanghai und Shenzhen.
Marktstart auf Apple-Plattformen und parallele Agentenfunktionen
Die Software steht als Anwendung für das iPhone, den Mac sowie die Apple Watch zur Verfügung und setzt Betriebssysteme ab iOS 18 oder macOS voraus. Der integrierte KI-Agent agiert proaktiv in Besprechungen und zieht relevante Informationen aus Kalendereinträgen, vergangenen Konferenzen, internen Wissensdatenbanken sowie Webdaten heran. Begonnene Aufgaben lassen sich dabei geräteübergreifend fortsetzen.
Über eine sogenannte Routine-Funktion können Nutzer mehrere Agenten parallel wiederkehrende Aufgaben ausführen lassen. Das System ermöglicht es beispielsweise, während eines laufenden Meetings simultan einen Faktencheck durchzuführen und auf dem Rechner bereits einen Angebotsentwurf zu erstellen.
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Für die kommenden Monate plant das Entwicklerteam zudem eine Funktion für Verhandlungen von Agent zu Agent: Unabhängige KI-Geräte sollen künftig im Namen der jeweiligen Nutzer eigenständig Absprachen treffen und Aufgaben koordinieren.
Datenschutzanforderungen und geplante Hardware
Die Hintergrundaufnahme von Audiosignalen ist standardmäßig deaktiviert und lässt sich jederzeit abschalten. Laut Unternehmensgründer Mo speichert das System keine Tonaufnahmen, zudem würden die Daten verschlüsselt verarbeitet.
Technisch stützt sich die Anwendung auf verbesserte Spracherkennungsgenauigkeit, die Verarbeitung langer Kontexte durch moderne Sprachmodelle sowie gestiegene Rechenkapazitäten der Endgeräte.
Beim Datenschutzansatz setzt das Projekt auf lokale Datenverarbeitung, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, sichtbare Aufnahmeanzeigen sowie eine Pausefunktion per Klick. Der rechtliche Rahmen für Audioaufnahmen ist strikt geregelt; so verlangen etwa 11 US-Bundesstaaten die ausdrückliche Zustimmung aller beteiligten Parteien bei Tonaufzeichnungen.
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Für einen späteren Zeitpunkt im Jahr 2026 plant Ambi zudem die Einführung eines eigenständigen Wearables, für das bereits eine Warteliste geöffnet wurde. Das Gerät soll über einen Bildschirm, Lautsprecher, eine Kamera sowie Mikrofone verfügen. Angaben zum genauen Formfaktor oder zum Verkaufspreis machte das Unternehmen bislang nicht.
Ambi tritt damit in ein umkämpftes Marktsegment ein. Neben etablierten Transkriptions- und Besprechungsassistenten wie Otter.ai, Fireflies.ai und Read.ai bieten auch Hardwareanbieter KI-gestützte Aufnahmesysteme an. Dazu zählen Limitless mit einem tragbaren Anhänger zur ganztägigen Erfassung sowie Mo-Vorarbeitgeber Plaud, der seine Aufnahmehardware samt Begleitsoftware fortlaufend weiterentwickelt.

