AMD-Aktie: Goldman Sachs erhöht Kursziel auf 640 Dollar

Goldman Sachs erhöht AMD-Kursziel auf 640 Dollar. Starke Rechenzentrumszahlen und neue Hardware treiben die Aktie.

Analysten erhöhten das Kursziel von 450 auf 640 Dollar und bestätigten die Kaufempfehlung. Grund: Der Halbleiterhersteller holt im Wettlauf mit dem Branchenprimus Nvidia spürbar auf.

Die Ankündigung ließ die AMD-Aktie um rund zehn Prozent steigen. Damit verzeichnet der Titel seit Jahresbeginn ein Plus von 182 Prozent – ein Wert, der Nvidias Wachstum von fünf Prozent im selben Zeitraum weit hinter sich lässt.

Neue Hardware und Nvidias Probleme als Chance

Der optimistische Ausblick fällt mit der Markteinführung des AMD Ryzen AI Halo PC zusammen. Das Gerät kostet umgerechnet rund 3.700 Euro und ist zunächst nur über den US-Händler Micro Center erhältlich. Die lokale KI-Workstation nutzt den Ryzen AI Max+ 395-Prozessor, 128 Gigabyte Arbeitsspeicher und eine 2-Terabyte-SSD. Branchenbeobachter sehen darin einen direkten Konkurrenten zum Nvidia DGX Spark, der mit etwa 4.350 Euro deutlich teurer ist. Ersten Tests zufolge kann das AMD-System große Sprachmodelle mit bis zu 200 Milliarden Parametern verarbeiten.

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Hinzu kommen technische Rückschläge beim Erzrivalen. Nvidia soll sein Kyber NVL144 AI-Rack-System aufgrund von Problemen mit der Hauptplatine auf 2028 verschoben haben. Auch das Ersatzprojekt NVL72x2 wurde eingestellt, und das NVL576-System verzögert sich. Das kommt AMD gelegen – der globale Halbleitermarkt wird für 2026 auf umgerechnet rund 1,2 Billionen Euro geschätzt.

Rekordzahlen im Rechenzentrumsgeschäft

Besonders stark zeigt sich AMD im Enterprise-Segment. Im ersten Quartal 2026 erzielte der Konzern 5,78 Milliarden Dollar Umsatz im Rechenzentrumsbereich – ein Plus von 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der freie Cashflow schnellte um 253 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar nach oben. Für das zweite Quartal stellt das Management 11,2 Milliarden Dollar in Aussicht, was einem Jahresplus von 46 Prozent entspräche.

Großkunden wie Meta und OpenAI setzen jeweils 6-Gigawatt-Instinct-GPU-Cluster ein, Oracle hat 50.000 AMD-Grafikprozessoren in seine Infrastruktur integriert. Zwar hält Nvidia mit 70 bis 81 Prozent weiter die dominierende Position im KI-Beschleunigermarkt, doch die MI300-Serie und die EPYC-Prozessoren von AMD gewinnen kontinuierlich an Boden.

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Strategische Beteiligungen und Ausblick

Über ihre Venture-Capital-Sparte AMD Ventures beteiligt sich die Firma am Tokioter Startup Turing, das an autonomen Fahrlösungen arbeitet. Turing plant zwar ab 2026 einen eigenen „Hummingbird“-Chip, nutzt aber derzeit AMD-GPUs für rund zehn Prozent seines KI-Trainingsbedarfs.

Auch andere Analysten zeigen sich zuversichtlich: Wells Fargo setzt ein Kursziel von 615 Dollar, Cantor Fitzgerald sogar 700 Dollar. Die Branche rechnet bis 2029 mit einem KI-Halbleiterumsatz von umgerechnet rund 2,8 Billionen Euro.

Weitere Details zu AMDs Technologiefahrplan soll die Konferenz „Advancing AI 2026″ am 22. und 23. Juli liefern. Mit einer Marktkapitalisierung zwischen 844 und 900 Milliarden Dollar ist der Konzern nicht mehr weit von der Billionen-Schwelle entfernt – ein Meilenstein, der bei anhaltendem Wachstum in greifbare Nähe rückt.