AMD-Aktie: Rekordhoch von 558 Dollar nach Meta-Mega-Deal

AMD-Aktie erreicht neues Allzeithoch nach milliardenschwerer GPU-Partnerschaft mit Meta. Analysten sehen enormes Umsatzpotenzial.

Die Aktie kletterte am Montag auf ein Rekordhoch von rund 558 Dollar und notierte auch am Dienstag noch bei etwa 549 Dollar. Grund für den Kurssprung ist eine milliardenschwere Partnerschaft mit dem Facebook-Konzern Meta.

Die Marktkapitalisierung des Unternehmens aus Santa Clara überschritt während des Handels am Montag kurzzeitig die Marke von 900 Milliarden Dollar. Seit Jahresbeginn hat sich der Aktienwert damit mehr als verdoppelt – ein Plus von über 130 Prozent.

Citi stuft AMD hoch – 90 Milliarden Dollar Umsatzpotenzial

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Auslöser der Rallye ist ein mehrjähriger Liefervertrag mit Meta über AMDs Instinct-GPUs vom Typ MI450. Analysten der Citigroup stufen die Aktie seit dem 12. Juni von „Neutral“ auf „Buy“ hoch. Sie sehen in AMD einen ernstzunehmenden zweiten Anbieter für High-End-Grafikprozessoren in einem Markt, der bislang von wenigen Playern dominiert wird.

Der Deal soll über vier Jahre laufen und eine Rechenkapazität von bis zu sechs Gigawatt umfassen. Die Citigroup rechnet mit Erlösen von umgerechnet rund 82 Milliarden Euro über die Vertragslaufzeit. Allein für das Geschäftsjahr 2027 prognostizieren die Analysten KI-bezogene GPU-Erlöse von 30 Milliarden Euro, für 2028 sogar 46 Milliarden Euro.

Damit könnte AMD seinen GPU-Marktanteil von derzeit etwa acht Prozent auf 15 bis 20 Prozent im Jahr 2027 steigern – ein Sprung, der an die Wachstumsdynamik von SAP in den frühen Cloud-Jahren erinnert.

Zukauf und Infrastruktur-Offensive

AMD treibt seine Strategie mit weiteren Maßnahmen voran. Am 15. Juni gab das Unternehmen die Übernahme von MEXT bekannt. Ziel ist die Optimierung der Speicherarchitektur und die Senkung der explodierenden Kosten für High Bandwidth Memory (HBM). Finanzvorstand Jean Hu hatte bereits Anfang Juni auf einer Bank-of-America-Konferenz gewarnt, dass die Speicherkosten ein „beispielloses Niveau“ erreicht hätten.

Parallel dazu baut AMD sein Data-Center-Geschäft aus. Ein neuer Vertrag mit Rackspace Technology sieht eine 30-Megawatt-KI-Compute-Installation vor, die Ende 2026 in Betrieb gehen soll. Das Server-CPU-Geschäft läuft ebenfalls rund: Im ersten Quartal 2026 legten die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent zu, für das zweite Quartal wird ein Plus von über 70 Prozent erwartet.

Zahlen, Prognosen und ein Aktienverkauf

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Die Bilanz des ersten Quartals 2026 kann sich sehen lassen: Der Gesamtumsatz stieg auf 9,3 Milliarden Euro – ein Plus von 38 Prozent. Das Data-Center-Segment trug mit 5,3 Milliarden Euro bei, ein Wachstum von 57 Prozent.

Die Analysten reagierten mit angehobenen Kurszielen: Die Citigroup erhöhte ihr Ziel auf 575 Dollar, die Bank of America auf 560 Dollar. Sie verweisen auf einen wachsenden Gesamtmarkt für Server-CPUs, der bis 2030 auf über 155 Milliarden Euro anwachsen soll.

Ein Wermutstropfen: Am 10. Juni verkaufte CEO Lisa Su 125.000 Aktien zu einem Durchschnittskurs von 460,69 Dollar. Zudem ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf etwa 68 gestiegen – ein Indikator für hohe Erwartungen, aber auch für Risiken. Marktbeobachter verweisen auf mögliche Verschiebungen bei GPU-Auslieferungen sowie US-Exportbeschränkungen, die bestimmte Hochleistungschips wie das Modell MI350X betreffen könnten.