AMD macht eine Kehrtwende: Die KI-Upscaling-Technologie FSR 4.1 kommt doch auf ältere Hardware.
Nach wochenlangem Druck aus der Gaming-Community gab AMD-Vizepräsident Jack Huynh Mitte Mai 2026 bekannt, dass die fortschrittliche Upscaling-Suite ab Juli 2026 auch für die RDNA-3-Architektur (RX-7000-Serie) verfügbar sein wird. Ursprünglich war die Technologie exklusiv für die kommende RDNA-4-Generation (RX-9000-Serie) vorgesehen. Der Schritt ist eine direkte Reaktion auf die Kritik von Spielern und Hardware-Enthusiasten.
Technische Hürden überwunden
Warum die anfängliche Beschränkung? AMD verwies auf fehlende FP8-Hardware in älteren Grafikprozessoren. Die hauseigenen Entwickler haben nun jedoch einen Weg gefunden, FSR 4.1 an die INT8- und FP16-Fähigkeiten früherer Generationen anzupassen. Für Besitzer der RDNA-2-Serie (RX-6000) ist ein Update für Anfang 2027 geplant.
Die Leistungsfähigkeit der Technologie variiert jedoch je nach Plattform erheblich. Die Xbox Series X mit 48,6 TOPS (Billionen Rechenoperationen pro Sekunde) INT8-Leistung wird die Algorithmen deutlich effizienter ausführen können als die PlayStation 5 mit rund 20 TOPS. Hinzu kommt: Während das Xbox-SDK Plugins für FSR 3 und neuere Versionen unterstützt, setzt Sonys Plattform vor allem auf die hauseigene PlayStation Spectral Super Resolution (PSSR) – ein mögliches Hindernis für die Adoption auf der PS5.
Über 300 Spiele zum Start
AMD verspricht, dass FSR 4.1 zum Launch im Juli 2026 auf RDNA-3-Hardware über 300 Spiele unterstützen wird. Die Strategie setzt auf Langlebigkeit: Statt teurer Hardware-Upgrades sollen Spieler von KI-gestützten Leistungsverbesserungen profitieren. Das ist besonders relevant, da die Grafikkartenpreise weiter steigen – Berichten zufolge hat sich der Preis für Nvidias Flaggschiff RTX 5090 in manchen Regionen von rund 1.999 auf bis zu 3.500 Euro erhöht.
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Wettbewerb verschärft sich
Die Konkurrenz schläft nicht. Nvidia zeigte kürzlich seine Neural Texture Compression (NTC), die den VRAM-Verbrauch von 6,5 GB auf unter 1 GB drückt – allerdings nur auf RTX-40- und 50-Serien-Karten. Intel arbeitet an der Razor Lake-AX APU mit bis zu 32 Xe3-Kernen, die direkt mit AMDs High-End-Mobilchips und Apples M-Serie konkurrieren soll. Apples M5 Max MacBook Pro hat mit 123.000 Punkten im GPU-Benchmark sogar Nvidias RTX 5070 (118.000 Punkte) überflügelt.
Treiberprobleme trüben die Freude
Trotz der guten Nachrichten kämpft AMD mit akuten Software-Problemen. Der Treiber 26.5.1 WHQL brachte einen schwerwiegenden Fehler mit sich: Die „Zero-RPM“-Funktion versagt, wenn der Monitor aus dem Ruhemodus erwacht – die Lüfter starten nicht neu, was zu Überhitzung führen kann. Auch der Nachfolger 26.5.2 WHQL hat das Problem bislang nicht behoben. Nutzer sind auf manuelle Workarounds wie komplette Neuinstallationen angewiesen.
Personalwechsel bei den Linux-Treibern
Ein weiterer Rückschlag: Marek Olšák, langjähriger Lead-Entwickler von AMDs Linux-GPU-Treibern (Mesa/RadeonSI), hat das Unternehmen nach über einem Jahrzehnt verlassen und zu Valve gewechselt. Sein Abgang könnte Auswirkungen auf die Open-Source-Grafikentwicklung haben.
KI-Workloads als neuer Treiber
Die Nachfrage nach leistungsstarken GPUs kommt längst nicht mehr nur von Spielern. Der Aufstieg der „Agentic AI“ und lokaler Machine-Learning-Modelle verändert die Anforderungen. Anthropic stellte Anfang 2026 Claude Cowork vor, ein Tool für KI-gestützte lokale Aufgaben auf Mac-Hardware. Nvidias SANA-WM, ein Open-Source-Weltmodell, generiert 60-sekündige 720p-Videos auf einer einzelnen RTX 5090 in nur 34 Sekunden.
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Ausblick
Mit der WWDC am 8. Juni 2026 und weiteren Ankündigungen von Nvidia und Intel im Sommer zeichnet sich ab: Der Kampf um die dominierende Upscaling- und Performance-Ökosphäre wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 weiter eskalieren. AMDs Rückkehr zu älteren Architekturen ist ein starkes Signal an die Community – der Erfolg wird jedoch davon abhängen, ob die KI-Implementierung auf Chips ohne native FP8-Unterstützung tatsächlich überzeugt.

