AMD-Grafikkarten: Preise in Japan stürzen um 20 Prozent

In Japan sind die Preise für AMDs Radeon-Grafikkarten nach einer massiven Preisexplosion Ende 2025 um bis zu 20 Prozent eingebrochen. Dieser deutliche Rückgang folgte auf einen Käuferstreik informierter Verbraucher.

Tokio – Der japanische Markt schlägt zurück: Die Preise für AMDs neueste Radeon-Grafikkarten sind um bis zu 20 Prozent eingebrochen. Dieser dramatische Sturz folgt auf eine extreme Preisinflation Ende 2025, die zu einem massiven Käuferstreik führte. Die Entwicklung zeigt die Macht informierter Verbraucher in einem global angespannten Markt.

Der Markt korrigiert überhöhte Preise

Auslöser der Talfahrt war eine Preisexplosion im Dezember 2025. Damals schnellten die Kosten populärer Modelle wie der Radeon RX 9070 XT um bis zu 40 Prozent in die Höhe. Die Reaktion der japanischen PC-Bauer und Gamer ließ nicht lange auf sich warten: Sie kauften einfach nicht mehr.

Diese kollektive Verweigerungshaltung führte zu einem deutlichen Umsatzeinbruch. Händler saßen auf wachsenden Lagerbeständen und mussten die Preise drastisch senken, um die Nachfrage wieder anzukurbeln. Daten des Tech-Portals Gaz:Log belegen den klaren Zusammenhang: Auf den steilen Preisanstieg folgte ein ebenso steiler Nachfrageeinbruch.

Japan: Ein informierter und preissensibler Markt

Die Entwicklung unterstreicht die Besonderheiten des japanischen PC-Marktes. Hier agieren besonders gut informierte und wertbewusste Käufer. Preisvergleichsportale und aktive Online-Communities ermöglichen eine schnelle, koordinierte Reaktion auf Marktverschiebungen.

Anders als im geschäftskritischen KI-Sektor ist der Kauf einer Grafikkarte für Gamer eine diskretionäre Entscheidung. Viele potenzielle Käufer verlängerten einfach die Lebensdauer ihrer bestehenden Hardware oder wichen auf den Gebrauchtmarkt aus. Die Botschaft an Hersteller und Händler war klar: Es gibt eine Schmerzgrenze.

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Lokale Erleichterung, globale Spannungen

Während japanische Verbraucher jetzt aufatmen können, bleibt die Lage in anderen großen Märkten angespannt. In den USA etwa halten sich die Preise für AMDs High-End-Karten auf hohem Niveau. Diese regionale Diskrepanz ist bemerkenswert.

Sie steht im krassen Gegensatz zur allgemeinen Branchenerzählung für 2026. Sowohl AMD als auch der Hauptkonkurrent Nvidia hatten für das laufende Jahr eigentlich Preiserhöhungen angekündigt. Als Gründe nannten die Unternehmen steigende Komponentenkosten und die unersättliche Nachfrage der KI-Industrie.

KI-Nachfrage versus Verbraucherresistenz

In Japan zeichnet sich nun ein faszinierendes Kräftemessen ab: Auf der einen Seite zieht der KI-Boom die Preise für speicherstarke GPUs in die Höhe. Auf der anderen Seite zeigt der klassische PC-Markt, dass er solche Aufschläge nicht mehr mitträgt. Die Händler mussten nachgeben, um ihre Lager zu leeren und den Cashflow zu sichern.

Analysten beobachten in Japan seit langem, wie schnell sich die Verkaufsränge bei PC-Komponenten schon durch minimale Preisänderungen verschieben. Die aktuelle Korrektur um 15 bis 20 Prozent ist daher eine deutliche Bewegung. Ziel ist es, das Preis-Leistungs-Verhältnis – in Japan ein entscheidender Faktor – wiederherzustellen.

Wird der Trend global?

Die zentrale Frage lautet nun: Bleibt diese verbrauchergetriebene Korrektur ein japanisches Phänomen? Oder schwappt sie auf Nordamerika und Europa über? Bisher deutet alles auf eine lokale Reaktion hin.

Doch sie dient AMD und Nvidia als wichtiges Fallbeispiel für die Grenzen der Zahlungsbereitschaft. Während Händler ihre aktuellen Bestände abbauen, beobachtet der Markt gespannt die Preise für die nächste Warengeneration. Der Widerstand aus einem der wichtigsten Technologiemärkte der Welt könnte die geplanten Aufschläge noch durchkreuzen. Sollte die Nachfrage anderswo ähnlich erlahmen, dürfte eine globale Preisanpassung unausweichlich werden.