AMD greift Apple an: Ryzen-Laptops spielen Top-20-Games, MacBook Neo nur fünf

AMD positioniert seine neuen Ryzen AI-Laptops als spieletaugliche Alternative zum MacBook Neo und verweist auf deutliche Leistungsvorteile bei Games.

Der Chip-Hersteller AMD geht in die Offensive und positioniert seine neuen Ryzen AI-Laptops als überlegene Alternative zum MacBook Neo. Im Zentrum der Kampagne steht ein eklatanter Unterschied: Während die AMD-Geräte alle derzeitigen Top-20-PC-Spiele ausführen können, schafft das Apple-Einstiegsmodell gerade einmal fünf.

Gaming als Trumpf

Die Werbeoffensive zielt direkt auf das MacBook Neo mit A18-Pro-Chip und 13-Zoll-Liquid-Retina-Display – Apples Einstiegsmodell für rund 550 Euro. AMD setzt dagegen auf Laptops mit Ryzen AI 5 240 und Radeon 760M-Grafik. Die Botschaft: Wer zocken will, ist mit einem Windows-Gerät besser bedient.

Doch nicht nur beim Gaming sehen die AMD-Strategen Vorteile. Die Partner-Hardware biete mehr Anschlüsse, höhere Arbeitsspeicher- und SSD-Kapazitäten sowie moderne Features wie Wi-Fi 7 und Touchscreens – alles Dinge, die Apples schlankem Einsteiger-Modell fehlen. Sogar bei professionellen Anwendungen wie Adobe Photoshop sollen die Ryzen-Prozessoren die Nase vorn haben.

Neue Hardware im Anflug

Die Marketing-Offensive fällt mit einer Welle neuer Produkte zusammen. Seit dem 10. Juli können Kunden den Acer Nitro V 16 AI vorbestellen – ein High-End-Gerät mit Ryzen 9 270 und NVIDIA RTX 5070 für rund 1.930 Euro. Eine günstigere Version mit Ryzen AI 7 450 und RTX 5060 ist für 1.750 Euro erhältlich. Die Auslieferung startet am 12. Juli.

Auch andere Hersteller mischen mit: Das 16-Zoll LG gram Book mit Ryzen AI 7 445 und einer NPU mit 59 TOPS fiel diese Woche bei großen Händlern auf ein neues Tief von rund 780 Euro. Und Lenovo bringt mit dem Xiaoxin Air 13 einen portablen Konkurrenten zum MacBook Neo – ausgestattet mit Intels Wildcat-Lake-Architektur und einem 120-Hertz-Display für umgerechnet etwa 800 Euro.

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Prozessor-Dschungel

So klar die Kampagne nach außen wirkt, so unübersichtlich ist AMDs aktuelle Prozessor-Palette. Nachdem der Hersteller Anfang Juni elf neue Ryzen-200- und -100-Serien-Modelle auf den Markt gebracht hatte, zeigten technische Analysen: Nicht alle Chips nutzen die neueste Zen-5-Architektur. Während viele auf Zen 4 setzen, verwenden einige Ryzen-100-Teile trotz moderner Bezeichnung noch die ältere Zen-3+-Technologie.

High-End: Mini-PC schlägt Steam Machine

Im absoluten Leistungssegment liefert AMD derzeit echte Spitzenwerte. Benchmark-Ergebnisse zeigen: Der Ryzen AI Max+ 395 – ein 16-Kern-Zen-5-Prozessor – übertrifft dedizierte Gaming-Hardware wie die Steam Machine in SteamOS-Umgebungen deutlich. In 4K-Gaming-Benchmarks mit Titeln wie Shadow of the Tomb Raider und Cyberpunk 2077 lag der Max+-Mini-PC rund 50 Prozent vorn. Der Haken: Mit knapp 3.700 Euro kostet er fast das Vierfache der Steam Machine (ab 970 Euro).

Markt im Wandel

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Die aggressive AMD-Strategie kommt zu einer Zeit, in der sich die Märkte unterschiedlich entwickeln. Apple konnte seine Mac-Verkäufe im zweiten Quartal 2026 um 10,1 Prozent auf 6,7 Millionen Einheiten steigern – getrieben vor allem vom günstigen MacBook Neo.

Der gesamte PC-Markt schrumpfte dagegen um 4,9 Prozent auf 68,2 Millionen Einheiten. Lenovo, HP und Dell mussten Lieferrückgänge hinnehmen. Die Gründe: globale Lieferengpässe, steigende Produktionskosten und eine Knappheit bei Speicherbausteinen. Trotz dieser Gegenwinde boomen die Segmente High-End-Gaming und KI-integrierte Geräte – ein Trend, den AMD mit seiner neuen Kampagne gezielt bedient.