AMD Halo Box: Mini-PC mit Ryzen AI Max 300 startet im Juni

AMDs kompakter Entwickler-PC mit Ryzen AI Max+ 395 und 128 GB Speicher soll ab Juni ausgeliefert werden und tritt gegen Nvidia sowie Apple an.

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Berlin – AMD bereitet den Marktstart seiner „Halo Box“ vor, einem kompakten Entwickler-PC, der die volle Leistung der Ryzen AI Max 300 Serie demonzrieren soll. Auf dem AMD AI Dev Day Anfang Mai präsentierten Ingenieure ein produktionsreifes Gerät mit dem Top-Prozessor Ryzen AI Max+ 395. Das System mit 128 Gigabyte einheitlichem Arbeitsspeicher soll ab Juni ausgeliefert werden, wie das Unternehmen bestätigte.

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Die „Strix Halo“-Architektur, die erstmals auf der CES 2025 vorgestellt wurde, kombiniert leistungsstarke Zen-5-CPU-Kerne mit einer integrierten Grafikeinheit von 40 Compute Units. Damit will AMD nicht nur High-End-Notebook-Grafik herausfordern, sondern auch Apples M-Serie direkt angreifen.

Integrierte Grafik auf dem Niveau dedizierter GPUs

Das Herzstück der Plattform ist der Ryzen AI Max+ 395, ein Multi-Chip-Modul mit zwei Zen-5-CCDs. Insgesamt stehen 16 Kerne und 32 Threads bereit, unterstützt von 64 Megabyte L3-Cache. Entscheidend für die Grafikleistung ist der 256-Bit-breite LPDDR5X-8000-Speicherinterface – ein massiver Sprung gegenüber früheren APUs, die oft am Speicherdurchsatz scheiterten.

Benchmarks vom Februar 2025 zeigen, dass die integrierte Radeon 8060S mit 40 RDNA-3.5-Compute-Units mit Mittelklasse-Grafikchips mithalten kann. In Cyberpunk 2077 bei 1600p und hohen Details erreichte der Ryzen AI Max+ 395 39,4 Bilder pro Sekunde – knapp vor einem System mit Nvidia RTX 4070 Mobile und Ryzen 9 8945HS (37,3 fps). Zwar lag Nvidia in Titeln wie Red Dead Redemption 2 und Doom Eternal leicht vorn, doch die Annäherung ist bemerkenswert.

Dieser Fortschritt ermöglicht dünnere High-End-Notebooks wie das HP ZBook Ultra G1a oder das Asus ROG Flow Z13 – ohne separate Grafikkarte und deren Kühlungsanforderungen.

KI-Beschleunigung und NPU-Effizienz

Die Ryzen AI Max Serie erfüllt den Microsoft-Copilot+-Standard. Die integrierte XDNA-2-NPU liefert 50 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS), speziell für lokale KI-Modelle optimiert.

In Tests vom März 2025 zeigte sich der Ryzen AI Max+ 395 in LM Studio 2,2-mal schneller als vergleichbare Intel-Arc-Systeme – dank des 128-GB-Unified-Memory, von dem sich bis zu 96 GB als Videospeicher nutzen lassen. Bei Linux-Tests verbrauchte die NPU während Dekodierungsaufgaben rund 20 Watt, während CPU oder GPU über 80 Watt benötigten. Für Entwickler, die dauerhaft KI-Agenten im Hintergrund laufen lassen, ist das ein entscheidender Vorteil.

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Neue Modelle erweitern die Familie

Nach dem Start der Top-Modelle 395 und 390 (12 Kerne) erweiterte AMD auf der CES im Januar 2026 die Serie. Der Ryzen AI Max+ 392 bietet 12 Zen-5-Kerne mit gleicher Grafikleistung wie das Flaggschiff, der Ryzen AI Max 385 kommt mit 8 Kernen und 32 Compute Units für Mittelklasse-Workstations.

Die „Halo Box“ selbst ist als ultimative Referenzplattform konzipiert. Sie nutzt eine spezielle Kühlung mit Direct-Touch-Flachheatpipes und zwei seitlichen Lüftern, um die maximale TDP von 120 Watt abzuführen. Das Demogerät unter Ubuntu zeigte bereits eine programmierbare RGB-Lichtleiste – ein Zeichen, dass Linux-Treiber kurz vor der Fertigstellung stehen.

Wettbewerb und Ausblick

Mit Strix Halo will AMD Entwickler ansprechen, die große VRAM-Mengen für lokale KI-Modelle mit über 70 Milliarden Parametern benötigen – als Windows- und Linux-Alternative zu Apples Mac Studio oder Nvidias DGX Spark.

Doch die Konkurrenz schläft nicht: Intel bereitet „Panther Lake-H“ für den High-End-APU-Markt vor, und Gerüchte über eine „Gorgon Halo“-Aktualisierung (möglicherweise als Ryzen AI Max 400) kursieren bereits. Diese soll höhere Taktraten und Speicher über 8.000 MT/s unterstützen. Der echte Generationssprung wird jedoch erst 2027 mit „Medusa“ erwartet – Zen 6 kombiniert mit einer neuen RDNA-5-Architektur.

Der Preis der Halo Box steht noch nicht fest. Klar ist: Sie wird ein Premium-Entwicklerwerkzeug, kein Massenprodukt. Ihr Start im Juni wird zeigen, ob eine einzige, hochgetaktete APU die klassische Kombination aus CPU und dedizierter Grafikkarte im High-End-Segment tatsächlich ersetzen kann.