AMD Helios: 2,9 ExaFLOPS und 15% Vorsprung vor Nvidia

AMD startet Serienproduktion der Helios-KI-Systeme und sichert sich Aufträge von OpenAI, Meta und Anthropic.

AMD hat auf seiner „Advancing AI 2026“-Veranstaltung den Startschuss für seine Helios-Rack-Systeme gegeben. Die ersten Auslieferungen der Hochleistungs-KI-Infrastruktur sollen noch Ende dieses Jahres beginnen.

Die Systeme sind ab sofort in Serienproduktion. Erste Kunden erhalten ihre Bestellungen im dritten Quartal 2026, der Massenauslieferung folgt im vierten Quartal. Mit Helios greift AMD den Branchenprimus Nvidia direkt an.

Technische Daten: Rechenpower im ExaFLOPS-Bereich

Das Herzstück von Helios: 72 Instinct MI455X-GPUs und 18 EPYC-Venice-Prozessoren der sechsten Generation. Jeder MI455X-Beschleuniger bringt es auf 320 Milliarden Transistoren und 432 Gigabyte HBM4-Speicher. Die Spitzenleistung liegt bei 40 PetaFLOPS (FP4) pro Chip.

Ein einzelnes Helios-Rack erreicht laut AMD bis zu 2,9 ExaFLOPS FP4-Rechenleistung und 31 Terabyte HBM4-Kapazität. Im direkten Vergleich mit Nvidias Vera Rubin NVL72 soll Helios 15 Prozent mehr KI-Rechenleistung, 50 Prozent mehr Speicher und 50 Prozent mehr skalierbare Bandbreite bieten. Auch die Kosten pro ausgegebenem Token sollen um 30 Prozent niedriger liegen.

Die neuen EPYC-Venice-Prozessoren setzen ebenfalls Maßstäbe: Bis zu 256 Kerne pro Chip. Die 256-Kern-Version liefere die 2,2-fache Durchsatzrate der 88-Kern-Vera-CPU von Nvidia, während die 96-Kern-Variante eine um 20 Prozent höhere Leistung pro Kern biete. Gefertigt werden die Komponenten bei TSMC in den 2-nm- und 3-nm-Verfahren.

Große Namen als Kunden: OpenAI, Meta und Anthropic

Mehrere Tech-Schwergewichte haben bereits Verträge unterschlossen. OpenAI plant einen massiven Ausbau mit Helios-Systemen ab Ende 2026, beschleunigt bis 2027. Die Vereinbarung enthält offenbar auch eine Option für OpenAI, bis zu zehn Prozent an AMD zu erwerben.

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Anthropic setzt ab der ersten Jahreshälfte 2027 auf MI450-Chips mit einer Kapazität von bis zu zwei Gigawatt. Im Gegenzug investiert AMD bis zu fünf Milliarden Euro in das KI-Sicherheitsunternehmen. Weitere Partner: Meta, Microsoft, Oracle, AT&T und Cisco. Meta und OpenAI haben bereits Kapazitätsbedarf von jeweils bis zu sechs Gigawatt angemeldet.

Marktprognose: Zwei Billionen Euro bis 2030

AMDs Führungsspitze rechnet mit einer massiven Marktexpansion. Der gesamte Markt für KI und Hochleistungsrechnen soll bis 2030 auf rund zwei Billionen Euro wachsen – ein gewaltiger Sprung von 365 Milliarden Euro im Jahr 2025. Allein KI-Beschleuniger sollen 1,4 Billionen Euro ausmachen, Server-CPUs über 200 Milliarden Euro.

Ein entscheidender Trend: Inferenz macht inzwischen 60 Prozent der weltweiten KI-Rechenleistung aus. Diese Entwicklung habe das Helios-Design maßgeblich beeinflusst, ebenso wie die Partnerschaft mit Cerebras für spezialisierte Inferenzaufgaben.

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Produkt-Roadmap bis 2030

AMD hat auch die langfristige Hardware-Strategie vorgestellt. Nach der aktuellen MI400-Serie folgen die MI500-GPUs 2027 und die MI600-Serie 2028. Bei den Prozessoren ist die Zen-7-Architektur für 2028 geplant, Zen 8 für 2030. Die Microsoft-Rack-Systeme Helios 500 und Helios 600 werden mit diesen Komponenten Schritt halten.

Parallel zur Hardware launchte AMD ROCm.ai, eine Software-Plattform zur Vereinfachung der KI-Entwicklung. Für Robotik und Embedded-Anwendungen brachte das Unternehmen den Ryzen AI Embedded X100 und das Kria AI System-on-Module auf den Markt – ein klares Signal: AMD will nicht nur im Rechenzentrum, sondern auch am Edge eine Rolle spielen.