AMD Medusa Halo: Next-Gen-APU soll mit LPDDR6-Speicher glänzen

Ein aktueller Leak deutet auf einen massiven Speichersprung für AMDs kommende Top-APU hin. Die Bandbreite könnte um bis zu 80 Prozent steigen und so integrierte Grafik und KI-Beschleuniger antreiben.

AMD plant für seine kommende Top-APU einen gewaltigen Speichersprung. Das geht aus einem aktuellen Leak hervor.

Der künftige Flaggschiff-Chip des Halbleiterherstellers, intern „Medusa Halo“ genannt, soll mit dem neuen LPDDR6-Speicherstandard ausgestattet werden. Diese Information, die von der bekannten Quelle Olrak29_ verbreitet wurde, verspricht einen monumentalen Bandbreiten-Schub. Er könnte die Leistung der integrierten Grafik und der KI-Beschleuniger revolutionieren. Sollten sich die Gerüchte bewahrheiten, wäre Medusa Halo eine der ersten großen Computing-Plattformen mit LPDDR6. Das würde einen neuen Maßstab für High-End-Laptops und Kompaktsysteme setzen.

Speicherbandbreite soll um 80 Prozent steigen

Der Wechsel von LPDDR5X zu LPDDR6 ist ein großer Technologiesprung. Der neue Standard soll Datenraten von bis zu 14.400 MT/s erreichen – ein dramatischer Anstieg gegenüber den aktuellen 8.533 MT/s. Für eine APU wie Medusa Halo ist das ein Game-Changer.

Aktuelle Top-APUs wie „Strix Halo“ nutzen einen 256-Bit-LPDDR5X-Controller und erreichen etwa 256 GB/s Bandbreite. Mit LPDDR6 bei gleicher Busbreite könnte Medusa Halo auf rund 460,8 GB/s kommen. Das wäre ein Plus von 80 Prozent. Noch spektakulärer wäre eine Kombination mit einem breiteren 384-Bit-Bus, über die bereits gemunkelt wurde. Hier sind theoretisch bis zu 691,2 GB/s möglich. Diese immense Bandbreite ist der Schlüssel, um die volle Leistung der integrierten Grafikeinheit für Gaming und KI-Anwendungen auszuschöpfen.

Die perfekte Basis für Zen 6 und RDNA 5

Die LPDDR6-Spekulation passt perfekt zu den bereits geleakten Eckdaten von Medusa Halo. Der Chip gilt als echter Nachfolger der Strix-Halo-Serie und soll voraussichtlich 2027 oder 2028 erscheinen. Berichten zufolge wird er mit bis zu 24 Zen-6-CPU-Kernen und einer großen iGPU mit bis zu 48 RDNA-5-Compute-Units ausgestattet sein.

Diese Kombination aus Hochleistungs-CPU und leistungsstarker Grafik würde durch ältere Speicherstandards massiv ausgebremst werden. Die Unterstützung für LPDDR6 ist daher nicht nur plausibel, sondern eine logische Notwendigkeit für AMD. Bis Medusa Halo kommt, wird voraussichtlich noch eine aktualisierte Version namens „Gorgon Halo“ erscheinen, die wohl weiter auf LPDDR5X setzt.

LPDDR6-Ökosystem steht in den Startlöchern

Der Zeitpunkt des Leaks fällt mit konkreten Fortschritten bei der LPDDR6-Entwicklung zusammen. Speicherriesen wie SK hynix und Samsung wollen ihre Lösungen noch in diesem Monat auf der ISSCC-Konferenz präsentieren. SK hynix bereitet Module mit der Maximalgeschwindigkeit von 14,4 Gbps vor. Samsung hat seine Entwicklung angeblich bereits auf 12,8 Gbps verbessert.

Mit der Veröffentlichung des offiziellen JEDEC-Standards (JESD209-6) ist der Weg für die breite Einführung geebnet. Das Ökosystem dürfte bis zum geplanten Erscheinen von Medusa Halo ausgereift und einsatzbereit sein.

Ein Blick in die Zukunft des mobilen Computings

Die mögliche Integration von LPDDR6 in AMDs Halo-APUs unterstreicht einen grundlegenden Trend: Integrierte Grafiklösungen werden so leistungsfähig, dass sie dedizierte GPUs der Vor-Generation herausfordern. Gleichzeitig verlagern sich immer mehr KI-Aufgaben auf Endgeräte.

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Die Nachfrage nach schnellem, sparsamem Arbeitsspeicher ist daher größer denn je.

Medusa Halo mit Zen 6, RDNA 5 und LPDDR6 scheint AMDs Antwort auf diese Entwicklung zu sein. Auch wenn der Launch noch mindestens ein Jahr entfernt ist, gibt der aktuelle Leak einen faszinierenden Ausblick auf die mobile Leistung der Zukunft. Die Branche wartet nun auf weitere Details, die mit den Fortschritten der Speicherhersteller einhergehen dürften. Eine offizielle Bestätigung von AMD wird wohl erst kurz vor dem für 2027 erwarteten Marktstart folgen. Bis dahin wird die Aussicht auf bis zu 80 Prozent mehr Speicherbandbreite für reichlich Vorfreude sorgen.