AMD Radeon auf Amazon: Erstmals mehr Verkäufe als Nvidia GeForce

Trotz höherer Radeon-Verkäufe auf Amazon sank AMDs Gaming-Umsatz im dritten Quartal 2026 um 40 Prozent.

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Der Chiphersteller AMD hat nach Angaben des Sales-Trackers TechEpiphany auf der US-Plattform Amazon erstmals mehr Grafikkarten der Radeon-Reihe abgesetzt als Konkurrent Nvidia mit seiner GeForce-Serie.

Dieser Meilenstein gelang dem Unternehmen, obwohl im Handel keine Flaggschiff-Hardware der RDNA-4-Generation zur Verfügung stand und die Preisgestaltung in den vergangenen Monaten für Diskussionen sorgte. Im gesamten DIY-Markt gingen die verkauften GPU-Stückzahlen zwar zurück, die Erlöse stiegen infolge höherer Preise jedoch deutlich an.

Erhebliche Preisunterschiede im Handel

Ein wesentlicher Treiber für die Verschiebung der Marktanteile sind die aktuellen Verkaufspreise im Einzelhandel. So ist die AMD Radeon RX 9070 XT, die als direkte Konkurrentin zur Nvidia GeForce RTX 5070 Ti positioniert ist, ab 920 US-Dollar gelistet.

Dagegen kosten die meisten Modelle der RTX 5070 Ti derzeit mehr als 1.700 US-Dollar. Berichten zufolge verlagert Nvidia Produktionskapazitäten verstärkt in Richtung des margenstarken Markts für künstliche Intelligenz, was das Angebot an Gaming-Grafikkarten verknappt.

Gleichzeitig verzeichnet der gesamte Markt für Gaming-Hardware kräftige Teuerungen. Erhebungen von Hardware Unboxed belegen, dass Grafikkarten in den vergangenen drei Monaten im Schnitt um 35 Prozent teurer wurden. Nach einem Anstieg um 15 Prozent im August legten die Preise im September um 7 Prozent und im Oktober um 10 Prozent zu. Aktuell liegen die Handelspreise rund 44 Prozent über den offiziellen unverbindlichen Preisempfehlungen.

Für AMD zeichnet sich derweil weiterer Kostendruck ab. Informationen aus dem Board-Channels-Forum zufolge plant das Unternehmen für November 2026 eine erneute Preisanhebung, nachdem bereits im Oktober 2026 Anpassungen erfolgten.

Ursache hierfür seien steigende GPU-Fertigungskosten sowie teurere GDDR6-Speicherbausteine. Diese Schritte betreffen die Lieferpreise für Partnerhersteller, nicht unmittelbar die unverbindlichen Preisempfehlungen; der genaue Umfang ist unbekannt.

Komponentenmangel dämpft das Gaming-Geschäft

Trotz der Zuwächse bei den Stückzahlen im Online-Handel steht das Gaming-Segment insgesamt vor Herausforderungen. AMD-Chefin Lisa Su erklärte, dass der Channel-Sell-through der Radeon-GPUs im Vergleich zum Vorquartal gestiegen sei und der Umsatz mit Radeon AI PRO deutlich über dem Vorquartal liege.

Dennoch sank der Gaming-Umsatz von AMD im dritten Quartal 2026 im Jahresvergleich um 40 Prozent auf 773 Millionen US-Dollar. Verantwortlich dafür waren vor allem rückläufige Verkäufe im Semi-Custom-Geschäft für Konsolen wie PlayStation 5 und Xbox sowie Versorgungsengpässe bei Arbeitsspeicher und Komponenten, die durch den Ausbau von KI-Rechenzentren gebunden werden.

Im kombinierten Bereich Client und Gaming erwirtschaftete AMD im dritten Quartal 2026 insgesamt 3,722 Milliarden US-Dollar, was einem Rückgang von 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 3 Prozent gegenüber dem Vorquartal entspricht.

Der operative Gewinn brach um 34 Prozent auf 573 Millionen US-Dollar ein, bei einer operativen Marge von 15 Prozent. Für das vierte Quartal 2026 prognostiziert das Unternehmen einen sequenziellen Erlöseinbruch im Client- und Gaming-Geschäft um mehr als 20 Prozent.

Engpässe treiben Nachfrage nach älteren Modellen

Auch für das Gesamtjahr 2027 stellt sich die AMD-Führung auf Gegenwind ein: Lisa Su rechnet mit einem zweistelligen prozentualen Rückgang der PC-Absatzmengen, da hohe Speicher- und Komponentenpreise den Absatz im Markt ausbremsen.

Eine rasche Entspannung der Lieferketten ist nicht in Sicht. Während Intel für das kommende Jahr keine Besserung bei der Speicherknappheit erwartet, rechnet der Speicherhersteller SK Hynix sogar mit Engpässen bis zum Jahr 2030.

Wegen der anhaltenden Knappheit bei der RTX-50-Reihe weichen viele Händler und Distributoren auf ältere Baureihen aus. Gefragt sind insbesondere Modelle der GeForce-RTX-30-Serie und frühere Radeon-Grafikkarten. Zusätzlichen Druck auf die Bestände üben Mining-Aktivitäten sowie Rabattaktionen im chinesischen E-Commerce aus.

Wie präsent ältere Hardwaregenerationen bleiben, zeigt auch die Hardware-Umfrage der Plattform Steam aus dem Oktober 2026: Dort führt die GeForce RTX 3060 weiterhin das Ranking der meistgenutzten Grafikkarten an.