Der Halbleiterhersteller AMD hat im dritten Quartal 2026 eine Anpassung seiner Preisrichtlinien für den chinesischen Markt bestätigt. Betroffen von den Erhöhungen der empfohlenen Richtpreise (SEP) sind insbesondere die Grafikkarten der Serien Radeon RX 9070 und 9070 XT. Als Hauptgrund für diese Entwicklung führt das Unternehmen die massiv gestiegenen Kosten für Speicherkomponenten an.
Massive Preisaufschläge bei High-End-Modellen
Die deutlichsten Preissprünge verzeichnet das Modell Radeon RX 9070 XT. Der neue Richtpreis für den chinesischen Markt wurde auf 6.999 RMB festgelegt, was umgerechnet etwa 1.037 US-Dollar entspricht. Dies stellt eine Steigerung von 20 Prozent gegenüber der ursprünglichen unverbindlichen Preisempfehlung (MSRP) von 5.599 RMB (zirka 830 US-Dollar) dar. Im Vergleich zum ursprünglichen Einführungspreis von 4.999 RMB (etwa 741 US-Dollar) beläuft sich der Zuwachs sogar auf 40 Prozent. Damit kostet die Karte in China nun deutlich mehr als zum US-Launchpreis von 599 US-Dollar.
Auch die Radeon RX 9070 erfährt eine preisliche Aufwertung. Der neue SEP liegt bei 5.599 RMB (etwa 830 US-Dollar). Dies entspricht einem Plus von 7,14 Prozent gegenüber dem MSRP von 5.199 RMB (etwa 770 US-Dollar). Verglichen mit dem Launch-Preis von 4.499 RMB (zirka 667 US-Dollar) ergibt sich eine Steigerung von 24 Prozent. Insgesamt sind laut Branchenberichten alle Modelle der RX-9000-Serie von Aufschlägen zwischen 5 und 20 Prozent betroffen.
Anpassungen im Mittelklasse- und Einstiegssegment
Die Preisrunde zieht sich durch das gesamte aktuelle Portfolio von AMD. Für die Radeon RX 9070 GRE wurde der Richtpreis auf 4.599 RMB (etwa 680 US-Dollar) angehoben, was eine Steigerung um 13,05 Prozent im Vergleich zum MSRP von 3.999 RMB (zirka 592 US-Dollar) bedeutet.
Auch die RX-9060-Serie ist von den Änderungen betroffen:
– Die Radeon RX 9060 XT mit 16 GB Speicher wird nun mit 4.299 RMB (etwa 637 US-Dollar) gelistet, ein Anstieg von 16,28 Prozent gegenüber dem MSRP von 3.599 RMB.
– Das Modell mit 8 GB Speicher steigt im Preis auf 3.099 RMB (zirka 459 US-Dollar), was einem Plus von 12,91 Prozent zum ursprünglichen MSRP von 2.699 RMB entspricht.
Sogar im Einstiegsbereich gibt es Anpassungen. Die Radeon RX 7650 GRE wird mit einem neuen SEP von 2.499 RMB (etwa 370 US-Dollar) geführt, was einer Erhöhung von 5,60 Prozent gegenüber dem bisherigen Wert von 2.359 RMB entspricht.
Steigende Speicherkosten als Preistreiber
Als primäre Ursache für die Anpassung der Richtlinien nennt AMD die dramatisch gestiegenen Kosten für GDDR6-Speicher. Marktanalysen zufolge kletterte der Spotpreis für den benötigten Grafikspeicher von etwa 2,50 US-Dollar auf rund 7,50 US-Dollar pro Gigabyte. Diese Verdreifachung der Kosten belastet die Margen der Hersteller erheblich.
Die grassierende Speicherknappheit betrifft dabei nicht nur AMD. Branchenexperten weisen darauf hin, dass auch der Wettbewerber Nvidia sowie Hardware-Partner wie ASUS und Gigabyte vor ähnlichen Herausforderungen stehen und ihre Preise ebenfalls anpassen. Mit den neuen Vorgaben für China schließt AMD zudem die preisliche Lücke zu den GPU-Angeboten von Nvidia.
Während die neuen Preisrichtlinien für den chinesischen Markt bereits offiziell bestätigt wurden, steht eine Bestätigung für den globalen Markt, insbesondere für die Regionen USA und Europa, noch aus. Marktbeobachter erwarten entsprechende Informationen für den westlichen Markt innerhalb der nächsten ein bis zwei Wochen.

