AMD hat über die Entwicklerplattform GPUOpen eine neue Technik zur Beschleunigung von Raytracing vorgestellt, die auf sogenannten Tetraeder-Cages basiert. Wie das Unternehmen am 17. September 2026 mitteilte, ermöglicht das Verfahren das Ray-Tracing von rund 500 Millionen animierten Dreiecken pro Frame nach Anwendung der Level-of-Detail-Auswahl – bei mehr als 60 Bildern pro Sekunde in 1080p-Auflösung auf einer Radeon RX 9070 XT.
Deutlich geringerer Speicherbedarf
Kernstück der Technik ist eine drastische Reduzierung des Speicherbedarfs für die sogenannte Bounding Volume Hierarchy (BVH), eine Datenstruktur, die für die Beschleunigung von Raytracing-Berechnungen zentral ist.
Laut AMD sinkt der Speicherbedarf von bis zu 80 Gigabyte bei konventionellen Verfahren auf etwa 1,7 Gigabyte – eine Reduktion um den Faktor 47. Gerade bei komplexen, stark animierten Szenen mit sehr vielen Objekten stellt der BVH-Speicherbedarf bislang häufig einen limitierenden Faktor dar.
Deutlich schnellere Aktualisierung pro Frame
Neben dem Speicherverbrauch adressiert AMDs Technik auch die Geschwindigkeit, mit der die BVH-Struktur bei animierten Szenen pro Frame aktualisiert werden muss. Während konventionelle Ansätze laut AMD mehr als 300 Millisekunden pro Frame für dieses Update benötigen, kommt die neue Tetraeder-Cage-Methode auf etwa 3,3 Millisekunden – ein Geschwindigkeitsvorteil von mehr als dem 90-Fachen.
Diese Beschleunigung ist insbesondere für Szenen mit vielen sich unabhängig bewegenden Objekten relevant, etwa bei Vegetation, Partikeleffekten oder Menschenmengen.
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Demo mit tausenden animierten Pflanzen
Zur Veranschaulichung der Technik zeigte AMD eine Demo mit rund 25.000 animierten Pflanzen, die in der Spitze auf bis zu 2,8 Milliarden Dreiecke kommt. Eine derartige Geometriedichte in Kombination mit Animation und Echtzeit-Raytracing wäre mit bisherigen BVH-Ansätzen aufgrund des hohen Speicher- und Rechenaufwands kaum praktikabel gewesen.
Anerkennung in der Forschungsgemeinschaft
Die zugrundeliegende Arbeit wurde bei der Fachkonferenz High-Performance Graphics 2026 mit dem dritten Platz des Wolfgang Straßer Best Paper Award ausgezeichnet. Die Auszeichnung unterstreicht, dass es sich bei der Tetraeder-Cage-Technik nicht nur um eine Marketing-Demonstration handelt, sondern um einen von der Fachwelt anerkannten Forschungsbeitrag im Bereich der Echtzeit-Computergrafik.
Bedeutung für die Praxis
Für Nutzer aktueller Mittelklasse-Grafikkarten wie der Radeon RX 9070 XT ist vor allem relevant, dass die vorgestellten Leistungswerte nicht auf High-End-Hardware, sondern auf einer für den breiteren Markt zugänglichen GPU erzielt wurden.
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Sollte die Technik ihren Weg in kommende Spiele-Engines oder Treiber-Optimierungen finden, könnte dies die Darstellung extrem detailreicher, dynamischer Szenen – etwa dichte Vegetation oder große animierte Menschenmengen – auch auf Hardware ermöglichen, die bislang an den Speicher- und Rechengrenzen konventioneller BVH-Verfahren gescheitert wäre. Wann und in welcher Form die Technik tatsächlich in Produkten zum Einsatz kommt, ließ AMD in der Mitteilung über GPUOpen offen.

