AMD: Rekordquartal mit 11,5 Milliarden Dollar durch KI-Boom

AMDs Rekordquartal wird von KI-Datencentern angetrieben, während Gaming schwächelt. Trotz starker Zahlen fällt die Aktie nachbörslich.

Der Chip-Hersteller AMD hat am 4. August seine besten Quartalszahlen der Firmengeschichte vorgelegt. Vor allem das Geschäft mit KI-Rechenzentren wächst rasant – und wird für den Konzern zum entscheidenden Erfolgsfaktor.

Datencenter-Geschäft boomt, Gaming schwächelt

Der Umsatz stieg im zweiten Quartal 2026 um 50 Prozent auf 11,5 Milliarden US-Dollar. Der wichtigste Treiber: die Sparte Datencenter, die ihren Erlös im Jahresvergleich auf 6,7 Milliarden US-Dollar mehr als verdoppelte. Damit entfallen inzwischen 58 Prozent des Gesamtumsatzes auf dieses Segment. Besonders gefragt sind KI-Beschleuniger und die neuen Helios-Racksysteme mit 72 MI455X-GPUs und 432 Gigabyte HBM4-Speicher.

Während das Datencenter- und das Client-Geschäft (plus 23 Prozent auf 3,1 Milliarden US-Dollar) zulegten, musste die Gaming-Sparte einen deutlichen Rückgang verkraften: Die Erlöse fielen um 31 Prozent auf 779 Millionen US-Dollar. Branchenbeobachter führen das auf Komponentenengpässe und gestiegene Preise zurück. Das Embedded-Segment wuchs immerhin um 19 Prozent auf 977 Millionen US-Dollar.

Unterm Strich stand ein Nettogewinn von 2,8 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 1,66 US-Dollar über den Erwartungen vieler Analysten.

Open Source als strategischer Hebel

AMD setzt zunehmend auf seine offene Software-Plattform ROCm, um dem dominanten Marktführer Marktanteile abzujagen. Konzernchefin Lisa Su spricht von einem Wendepunkt: Die Open-Source-Beiträge zur Plattform hätten sich im vergangenen Jahr verzehnfacht.

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Im August brachte das Unternehmen zudem ROCm.ai auf den Markt – eine Suite von KI-Programmieragenten. Bei internen Tests erzielten die Tools deutliche Leistungssteigerungen: DeepSeek-Modelle liefen bis zu 3,3-mal schneller, die Trainingsleistung verbesserte sich im Schnitt um das 2,4-Fache. Ziel ist es, Entwicklern den Wechsel aus proprietären Ökosystemen zu erleichtern. Der Marktanteil von AMD liegt laut Branchenschätzungen bei etwa sieben Prozent, während der führende Wettbewerber 75 bis 80 Prozent hält.

Großkunden und Zukunftspläne

Das Wachstum hängt zunehmend an wenigen Großkunden. AMD nannte einen bedeutenden Deal mit dem KI-Unternehmen Anthropic über Helios-Systeme mit zwei Gigawatt Leistung sowie laufende Kooperationen mit Microsoft, Meta und OpenAI. Beobachter sehen darin allerdings auch ein Klumpenrisiko.

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Für die kommenden Monate kündigte AMD die nächste Hardware-Generation an: die MI400-Serie, den MI500 sowie die EPYC-Prozessoren der sechsten Generation. Su zeigte sich zuversichtlich für die gesamte Branche und prognostiziert ein jährliches Wachstum des KI-Beschleunigermarktes von 45 Prozent – auf bis zu 1,4 Billionen US-Dollar bis 2030.

Kurs reagiert verhalten

Trotz der Rekordzahlen gab die AMD-Aktie nachbörslich um rund 8,7 Prozent nach. Anleger bewerteten offenbar die Schwäche im Gaming-Segment und die Konzentration der KI-Erlöse auf wenige Großkunden kritischer als das starke Quartal.

Für das dritte Quartal 2026 stellt AMD einen Umsatz von rund 13 Milliarden US-Dollar in Aussicht (plus/minus 300 Millionen). Das entspräche einem Wachstum von 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr – ein klares Signal, dass der KI-Boom anhalten dürfte.