AMD positioniert sich derzeit auf mehreren Ebenen des Hardwaremarkts neu – vom preisbewussten Gaming-Segment bis zum professionellen KI-Arbeitsplatz. Im September 2026 zeigte sich das Unternehmen mit einer breiten Produktpalette, die von der Grafikkarte RX 9070 GRE bis zur hochpreisigen Threadripper Halo Station reicht.
Threadripper Halo Station: Personal-Supercomputer für die Oberklasse
Auf der IFA in Berlin präsentierte AMD am 4. September 2026 die Threadripper Halo Station, eine Plattform, die sich an professionelle Anwender mit hohem Rechenbedarf richtet. Die Ausstattung umfasst laut Hersteller bis zu 2 TB Systemarbeitsspeicher, 576 GB HBM3E sowie 96 Threadripper-Pro-Kerne, kombiniert mit zwei MI350P-Beschleunigern.
Als Herzstück dient der Threadripper PRO 9995WX mit bis zu 96 Zen-5-Kernen und einer Taktrate von 5,4 GHz, ergänzt durch bis zu vier Instinct-MI350P-Beschleuniger mit je 144 GB HBM3e-Speicher.
Der Marktstart ist für Anfang 2027 vorgesehen, ein offizieller Preis wurde noch nicht genannt. Berichten zufolge dürfte die Station jedoch mehr als 100.000 Euro kosten.
Eine Kalkulation auf Basis von Einzelteilpreisen – CPU 11.000 bis 12.000 US-Dollar, zwei MI350P-Beschleuniger rund 40.000 US-Dollar, 2 TB DDR5-Speicher rund 50.000 US-Dollar – legt nahe, dass eine vollausgestattete Konfiguration deutlich über 150.000 US-Dollar liegen könnte.
Als Vergleichsprodukt wird häufig die Nvidia DGX Station genannt, die mit rund 100.000 Euro veranschlagt wird; auch Apples Mac Studio taucht in Vergleichen auf, wobei die 256-GB-Version dort mit 10.799 US-Dollar deutlich günstiger positioniert ist. Beide Konkurrenzprodukte sind derzeit ebenfalls noch nicht regulär erhältlich.
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RX 9070 GRE: Preisbewusste Option im Grafikkartenmarkt
Parallel zur High-End-Vorstellung positioniert sich die Grafikkarte RX 9070 GRE als preislich attraktive Alternative im Mittelklassesegment. Die Karte verfügt über 12 GB GDDR6-Speicher, 3072 Shader-Einheiten und einen Boost-Takt von 2920 MHz.
Bei Newegg wurde sie zuletzt für 520 US-Dollar mit einem kostenlosen Account-Rabatt angeboten, regulär für 570 US-Dollar; bei Amazon und Best Buy lag der Preis bei 549,99 US-Dollar, bei Walmart bei 569,99 US-Dollar. Zum Vergleich: Nvidias RTX 5070 mit 12 GB kostet 725 US-Dollar, die RTX 5060 Ti mit 16 GB liegt bei 570 US-Dollar.
In Leistungstests zeigte sich die RX 9070 GRE beim 1440p-Upscaling in Black Myth Wukong mit 95 gegenüber 86 Bildern pro Sekunde im Vorteil gegenüber der Konkurrenz, bei Cyberpunk 2077 mit Raytracing auf Ultra-Einstellungen lag der Vorsprung bei 130 zu 96 Bildern pro Sekunde. Ein Undervolting um 130 Millivolt soll zusätzlich rund 10 Prozent mehr Bildrate ermöglichen.
Innerhalb der RDNA-4-Reihe ordnet sich die RX 9070 GRE mit einem MSRP von 549 US-Dollar zwischen der RX 9060 XT (349 US-Dollar MSRP, Straßenpreis rund 470 US-Dollar) und der RX 9070 XT (599 US-Dollar MSRP, Straßenpreis rund 750 US-Dollar) ein.
Die günstigste Variante, die RX 9050 mit 4 GB Speicher, ist mit einem MSRP von 279 US-Dollar vorwiegend für OEM-Systeme vorgesehen und in den USA nicht erhältlich.
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Direkte Vergleichstests der RX 9060 XT mit 16 GB gegen die RX 9070 GRE, durchgeführt mit einem Ryzen 7 9850X3D, 32 GB DDR5-6000-Speicher und einem ASUS-B850-Plus-TUF-Gaming-Wi-Fi-Mainboard, zeigten in 1440p-Auflösung Vorteile für die RX 9070 GRE: In Fortnite bei mittleren Einstellungen erreichte sie 216 Bilder pro Sekunde gegenüber 196 bei der RX 9060 XT, in Battlefield 6 mit hohen Einstellungen und FSR-Qualitätsmodus lag der Abstand bei 138 zu 111 Bildern pro Sekunde.
Marktanteile bleiben überschaubar
Trotz der Produktoffensive bleibt AMDs Präsenz im Consumer-Grafikkartenmarkt laut der Steam-Hardware-Umfrage für August 2026 begrenzt: Die RX 9070 XT belegte mit einem Anteil von 1,46 Prozent – ein Plus von 0,06 Prozentpunkten gegenüber dem Vormonat – Rang 24 und war damit die beliebteste AMD-Grafikkarte in der Erhebung.
Zum Vergleich: Nvidias RTX 3060 führte die Liste weiterhin mit 3,92 Prozent an, die RTX 5070 belegte mit 3,77 Prozent Platz drei. Zum Zeitpunkt der Erhebung wurde die RX 9070 XT bei Amazon ab 749 US-Dollar und bei Newegg ab 769,99 US-Dollar gehandelt.
Einordnung
Die parallele Vorstellung von Einsteiger- bis Profi-Hardware verdeutlicht AMDs Strategie, auf mehreren Preisebenen gleichzeitig präsent zu sein – vom preissensiblen Gaming-Segment über Mini-PCs mit der Ryzen-AI-Max-Plattform bis zur High-End-Workstation für professionelle KI-Anwendungen.
Während die Threadripper Halo Station frühestens 2027 verfügbar sein wird, ist die RX 9070 GRE bereits im Handel erhältlich und tritt dort in direkte Preiskonkurrenz zu Nvidias Angeboten. Ob sich die aktuelle Marktanteilslücke gegenüber Nvidia im Consumer-Bereich dadurch verkleinern lässt, bleibt abzuwarten.

