AMD übernimmt Taalas: KI-Chip HC1 mit 17.000 Tokens/Sekunde

ASUS und Gigabyte erhöhen Grafikkartenpreise in China um bis zu 20 Prozent. AMD treibt mit Taalas-Übernahme und neuen KI-Beschleunigern die Technologie voran.

Die Grafikkarten-Branche erlebt einen tiefgreifenden Wandel: Während Hersteller ihre Preise in China teils drastisch anheben, setzen AMD und Gigabyte verstärkt auf spezialisierte KI-Chips und neue Stromversorgungskonzepte. Für deutsche Anwender bedeutet das: höhere Preise, aber auch deutlich mehr Leistung bei KI-Anwendungen.

Preisschock in China: Bis zu 20 Prozent teurer

Der chinesische Grafikkartenmarkt gerät in Bewegung. ASUS und Gigabyte haben im August die Preise für mehrere Baureihen kräftig angehoben – im Schnitt um rund 20 Prozent gegenüber Juli. Betroffen sind sowohl die aktuellen Nvidia-GeForce-RTX-50-Modelle als auch die AMD-Radeon-RX-9000-Serie.

Besonders hart trifft es die Flaggschiffe. Beim RTX 5090D V2 steigen die Preise je nach Hersteller um umgerechnet bis zu 610 Euro. Auch die Mittelklasse bleibt nicht verschont: Der RTX 5070 Ti verteuert sich um 205 bis 235 Euro, die RX 9070 XT um rund 160 Euro. Selbst ältere Modelle wie der RTX 3060 kosten inzwischen etwa 130 Euro mehr. Branchenbeobachter berichten zudem von stornierten Bestellungen für High-End-Karten, die anschließend zu höheren Preisen neu gelistet wurden.

KI-Beschleuniger: AMD setzt auf Spezialchips

Mit der Übernahme von Taalas will AMD seine Architektur-Kompetenz erweitern. Die Übernahme wurde am 6. August angekündigt und soll im vierten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Das Herzstück: der Taalas HC1, ein Spezialchip mit 53 Milliarden Transistoren auf 815 Quadratmillimetern, gefertigt im 6-Nanometer-Verfahren von TSMC.

Anders als herkömmliche GPUs ist der HC1 darauf ausgelegt, bestimmte KI-Modelle wie Llama 3.1 8B direkt in die Siliziumstruktur zu integrieren. Das verspricht enorme Durchsatzraten: Bis zu 17.000 Tokens pro Sekunde und Nutzer sollen möglich sein – bei einer Leistungsaufnahme von 200 bis 250 Watt mit Luftkühlung. AMD plant, die Technologie in sogenannte Helios-Racks zu integrieren, um die Dekodierungsphase von KI-Prozessen zu optimieren.

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Messwerte der Radeon AI Pro R9700

Benchmarks vom August zeigen, was die Gigabyte AMD Radeon AI Pro R9700 AI Top leisten kann. Mit 32 Gigabyte VRAM und 128 KI-Beschleunigern ist sie für anspruchsvolle Rechenaufgaben gerüstet. Die technischen Daten: 4.096 Stream-Prozessoren, 64 Compute Units und eine Boost-Taktfrequenz von bis zu 2.920 MHz.

In der Praxis erzeugt die Karte ein einfaches KI-Bild in 1080p in 23 Sekunden, ein komplexes Motiv in 4K benötigt 171 Sekunden. Im Rendering-Benchmark Blender erreicht sie im „Monster“-Szenario 1.436,6 Punkte, im „Classroom“-Test 796,53 Punkte. Die Kühlung arbeitet dabei effizient: Die Temperaturen bleiben zwischen 63 und 66 Grad Celsius, die Lüfter drehen mit bis zu 2.300 Umdrehungen pro Minute. Die Leistungsaufnahme liegt bei 290 Watt, empfohlen wird ein Netzteil mit mindestens 750 Watt.

Neue Stromversorgung for Multi-GPU-Systeme

Für anspruchsvolle Mehr-GPU-Konfigurationen bringt Gigabyte am 4. August das AORUS P1600W-Netzteil auf den Markt. Dank Gallium-Nitrid-Technologie schafft es 1.600 Watt Leistung in einem kompakten 160-Millimeter-Gehäuse. Das Netzteil erfüllt die Effizienzklasse 80+ Titanium und unterstützt die Standards ATX 3.1 und PCIe 5.1. Zwei native 16-Pin-Kabel liefern jeweils bis zu 600 Watt für High-End-Komponenten.

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Software und Plattform: Ökosystem wächst

Auch auf der Softwareseite tut sich einiges: Mit Mesa 26.3 wurde die Unterstützung für die GPU GFX1171 aus der RDNA-4m-Familie ergänzt. Erste Tests von SteamOS 3.9 auf Ryzen-AI-Max-Systemen zeigen zudem das Gaming-Potenzial der neuen KI-Hardware: Die integrierte Radeon 8060S erreicht in aktuellen Titeln über 80 Bilder pro Sekunde in 1440p bei hohen Details – ganz ohne Upscaling-Technologie.

Weitere Details zu den Consumer-Innovationen will AMD-Chefin Lisa Su in ihrer Eröffnungs-Keynote auf der IFA 2026 am 4. September in Berlin bekannt geben.