AMD überrascht mit Treiber-Update für alte Grafikkarten

AMD versorgt alte Grafikkarten mit neuem Treiber, während Nvidia Sicherheitslücken schließt und der China-Markt einbricht.

Der Grafikkarten-Markt erlebt einen turbulenten Frühling 2026: Während AMD alte Schätze mit einem neuen Treiber versorgt, verschärfen sich die Handelskonflikte mit China dramatisch.

AMD hat am 22. Mai 2026 einen neuen Treiber für seine betagten Polaris- und Vega-Architekturen veröffentlicht. Die Adrenalin Edition 26.5.2 richtet sich an die Radeon RX 400, RX 500 und Vega-Serien – inklusive der Radeon VII. Es ist der erste offizielle Treiber für diese Generationen seit August 2025.

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Der Fokus liegt auf Stabilität: Das Update behebt Abstürze im beliebten Titel Apex Legends. Neue Leistungsfeatures oder Raytracing-Unterstützung sucht man vergeblich – die alte Hardware kann das technisch nicht leisten. Branchenkenner sehen darin dennoch ein klares Signal: AMD hält zu seiner Community, selbst bei fast zehn Jahre alten Komponenten. Der Gebrauchtmarkt für diese Karten ist weiterhin aktiv.

Nvidia kämpft mit Sicherheitslücken

Während AMD auf Altbewährtes setzt, musste der Marktführer Nvidia akute Sicherheitsprobleme lösen. Am 20. Mai 2026 veröffentlichte das Unternehmen ein kritisches Sicherheitsupdate für 15 Schwachstellen. Neun davon gelten als hochriskant – sie ermöglichen Kernel-Zugriff, unbefugte Code-Ausführung und Datendiebstahl.

Der Patch kam für Windows (Version 569.49) und Linux (Version 590.48.01). Ältere Treiber vor Version 596.36 gelten als verwundbar.

Chinesischer Markt unter Druck

Die geopolitischen Spannungen hinterlassen tiefe Spuren im Grafikkarten-Geschäft. Bei einem Gipfeltreffen vom 13. bis 15. Mai 2026 verhängte China ein Verbot der Nvidia RTX 5090D V2. Diese Karte war eigens als exportkonforme Version für den chinesischen Markt entwickelt worden – Peking blockierte sie dennoch, um heimische Alternativen zu fördern.

Die Folgen zeigen sich in Nvidias Zahlen: Trotz eines Rekordumsatzes von 81,62 Milliarden Euro im ersten Fiskalquartal 2027 (Februar bis April 2026) – ein Plus von 85 Prozent – ist der China-Anteil von einst 13 auf rund 5 Prozent eingebrochen.

Noch drastischer: Die Auslieferungen von High-End-Datacenter-Chips (H100 und H200) nach China sind praktisch auf Null gefallen. Zum Vergleich: Im Vorquartal lag dieser Wert noch bei 4,6 Milliarden Euro. Chinesische Firmen wie Huawei springen in die Lücke – ihr Marktanteil ist auf rund 20 Prozent gestiegen. Peking strebt bis 2030 eine 80-prozentige Selbstversorgung bei Halbleitern an.

Die Kontrollen werden härter: Am 21. Mai 2025 leiteten taiwanische Behörden Ermittlungen gegen drei Personen ein, die mit gefälschten Dokumenten KI-Server mit Nvidia-Chips illegal exportiert haben sollen. Es geht um mutmaßlich 2,5 Milliarden Euro umgangene Exportkontrollen – der erste formelle Fall dieser Art in Taiwan.

Chinesische Konkurrenz: Fortschritt mit Hürden

Am 22. Mai 2026 wurden erste Testergebnisse der Lisuan LX 7G100 veröffentlicht – einer heimischen Gaming-GPU aus China. Die Karte basiert auf einem 6-Nanometer-Verfahren und bietet 12 GB GDDR6-Speicher.

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Die Benchmarks zeigen Licht und Schatten: In Black Myth: Wukong erreicht sie 56 Bilder pro Sekunde, in Cyberpunk 2077 immerhin 88 fps – jeweils bei 1080p. Das ist respektabel, aber rund 30 Prozent langsamer als eine Nvidia RTX 4060 oder Intel Arc B580. Raytracing fehlt, Treiberprobleme wie Ruckler und unvollständige Menüs werden berichtet.

Der Preis von umgerechnet rund 450 Euro liegt auf dem Niveau der deutlich stärkeren RTX 5060 Ti – ein schwerer Stand für das chinesische Produkt.

Intel plant eigenen Datacenter-Chip

Intel bereitet derweil den „Crescent Island“ Xe3P GPU vor. Die Architektur unterstützt LPDDR5X-9600-Speicher mit einer Bandbreite von rund 1,5 Terabyte pro Sekunde. Für Spieler ist sie nicht gedacht – Intel zielt auf den KI- und High-Performance-Computing-Markt, den Nvidia mit seinen Hopper- und Blackwell-Architekturen dominiert. Erste Muster sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 ausgeliefert werden.

GPU-Rechenleistung als Finanzprodukt

Die Volatilität des Hardware-Marktes erreicht die Börse: Die CME Group plant „Compute Futures“ – standardisierte Verträge, die GPU-Rechenzeit als handelbares Gut ermöglichen. Basis ist der Silicon Data SDH100RT-Index, der die Mietpreise von H100-GPUs abbildet.

Hintergrund sind heftige Preisschwankungen: Nach einem Einbruch auf 1 Euro pro Stunde haben sich die Mietpreise für Nvidia H100-GPUs inzwischen bei 2 bis 4 Euro pro Stunde stabilisiert – ein Anstieg von rund 20 Prozent seit Jahresbeginn. Angesichts globaler KI-Ausgaben von prognostizierten 740 Milliarden Euro im Jahr 2026 wird Rechenleistung zum strategischen Kostenfaktor.

Ausblick: Zwei Märkte, eine Zukunft

Die zweite Jahreshälfte 2026 verspricht eine weitere Spaltung des Marktes. Für Gamer mit älterer AMD-Hardware bringt der Mai-Treiber etwas Stabilität – ein kleiner Lichtblick, während die Preise für neue Karten hoch bleiben.

Doch der Fokus der großen Chip-Hersteller liegt klar auf dem Datacenter. Nvidia erwartet für das zweite Quartal 91 Milliarden Euro Umsatz, getrieben von der neuen Vera-CPU und dem expandierenden Server-Geschäft. Das Unternehmen sieht ein Marktpotenzial von 200 Milliarden Euro für die Vera-Plattform – 20 Milliarden davon noch in diesem Jahr.

Währenddessen beobachten Analysten gespannt, wie sich Intels Crescent Island und die chinesische Konkurrenz entwickeln. Mit jedem neuen Handelshemmnis zersplittert der globale GPU-Markt weiter – in Ökosysteme, die politischen Druck und den unstillbaren Hunger nach KI-Rechenleistung gleichermaßen widerspiegeln.