AMS-Osram wird zum „Photonics Powerhouse“

Der Sensorkonzern AMS-Osram verkauft einen Geschäftsbereich an Infineon und fokussiert sich künftig vollständig auf die digitale Photonik für Robotik und AR.

Der österreichische Sensorkonzern AMS-Osram vollzieht einen radikalen Strategiewechsel. Mit dem Verkauf eines Geschäftsbereichs für 570 Millionen Euro an Infineon will sich das Unternehmen zum reinen Spezialisten für „Digitale Photonik“ wandeln. Der Fokus liegt künftig auf Wachstumsmärkten wie Robotik, Augmented Reality und autonomen Fahren.

Infineon-Deal ebnet Weg zur Spezialisierung

Der Verkauf der nicht-optischen Analog- und Mixed-Signal-Sensorik an den deutschen Halbleiterriesen Infineon ist der entscheidende Schritt. Das abgestoßene Segment erzielte 2025 noch einen Umsatz von rund 220 Millionen Euro. Die Transaktion, die im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen sein soll, bringt dringend benötigte Liquidität. Der Aktienkurs des Unternehmens reagierte mit einem Sprung von über 10 Prozent positiv auf die Neuausrichtung.

Das Ziel ist klar: AMS-Osram will sich von einem Komponentenlieferanten zu einem Anbieter intelligenter optischer Plattformen entwickeln. „Digitale Photonik“ bedeutet für das Unternehmen die Verschmelzung von Lichtquellen, Sensoren und Elektronik zu dynamischen Gesamtlösungen. Der Verkauf reduziert die Schuldenlast und gibt dem Management Spielraum für Investitionen in diese Kernkompetenz.

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Robotik: Sensoren als Augen der Maschinen

Ein Schwerpunkt der neuen Strategie liegt auf der Robotik. AMS-Osram will mit seinen Technologien Robotern fortgeschrittene Wahrnehmungsfähigkeiten verleihen. Dazu zählen etwa Multi-Zonen-Time-of-Flight-Sensoren für die Abstandsmessung, 3D-Erfassungssysteme und kompakte Dot-Projektoren für hochauflösende 3D-Bilder.

Diese Systeme sind entscheidend für die Umgebungserkennung, Kollisionsvermeidung und Navigation – sei es bei stationären Industrierobotern oder autonomen Transportfahrzeugen in Logistikzentren. Durch die Fokussierung auf das reine Photonik-Portfolio will das Unternehmen seine Stellung in diesem boomenden Markt ausbauen.

Augmented Reality als langfristiger Wachstumstreiber

Die zweite große Säule ist die Augmented und Virtual Reality (AR/VR). Hier setzt AMS-Osram auf seine proprietäre „Digital Light“-Technologie. Sie kombiniert Mikro-Emitter-Arrays mit fortschrittlicher Optik und soll als Projektions-Engine für die nächste Generation alltagstauglicher AR-Brillen dienen.

Die winzigen, leistungsstarken Emitter sollen hochklare und helle Bilder direkt ins Sichtfeld projizieren – von Navigationshinweisen bis zu digitalen Inhalten. Die Technologie hat sich bereits im Automobilbereich bewährt: Für hochauflösende Scheinwerfersysteme hat das Unternehmen bereits Design-Wins im Volumen von über 500 Millionen Euro verbucht. Langfristig sieht das Management auch Potenzial für optische Hochgeschwindigkeits-Datenverbindungen in KI-Rechenzentren.

2026 als Übergangsjahr mit klaren Zielen

Die Neuausrichtung ist das Ergebnis eines mehrjährigen Restrukturierungsprogramms. Analysten begrüßen die strategische Klarheit, warnen aber: 2026 wird ein Übergangsjahr. Der Verkauf des profitablen Geschäftsbereichs wird das bereinigte EBITDA vorübergehend belasten. Es wird Zeit brauchen, bis die neuen Wachstumsmotoren in der Digitalen Photonik an Fahrt aufnehmen.

Trotzdem hat sich AMS-Osram ambitionierte Ziele bis 2030 gesetzt: ein mittleres bis hohes einstelliges Umsatzwachstum im Halbleitergeschäft und eine bereinigte EBITDA-Marge von mindestens 25 Prozent. Der wesentliche Beitrag der neuen Anwendungen in AR und Robotik zum Ergebnis wird voraussichtlich erst ab 2027 spürbar werden. Bis dahin muss der Photonics Powerhouse beweisen, dass sein Licht auch in der neuen, fokussierten Form hell leuchtet.

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