Ein gravierender Sicherheitsfehler im KI-Assistenten Gemini hat es ermöglicht, die Sperre von Android-Geräten zu umgehen. Google hat nun einen Patch ausgerollt.
Die Schwachstelle betraf die aktuelle Version Android 16. Durch eine spezielle Geste auf dem Sperrbildschirm konnten Angreifer mit physischem Zugriff auf das Smartphone Nachrichten über SMS oder WhatsApp versenden – ohne PIN, Passwort oder Fingerabdruck. Der Fehler war seit Mai 2026 bekannt, der endgültige Fix wird seit dieser Woche ausgerollt.
Sicherheitslücke durch Multi-Touch-Geste
Das Problem lag in einer Multi-Touch-Geste, die ausgeführt werden konnte, während Gemini auf dem Sperrbildschirm aktiv war. Sicherheitsforscher konnten den Exploit unter anderem auf einem Pixel 6a reproduzieren. Die Lücke beschränkt sich jedoch nicht auf Googles eigene Pixel-Reihe. Jedes Android-Gerät, auf dem Gemini auf dem Sperrbildschirm aktiviert ist, war potenziell betroffen.
Entwarnung gibt es nur in einem Punkt: Der Angriff erforderte physische Nähe zum Zielgerät. Eine Fernausnutzung der Lücke war nicht möglich.
Update-Rollout und temporäre Lösung
Google bestätigte, dass der Fehler bereits im Mai 2026 entdeckt wurde. Der Patch wird seit dem 19. Juli 2026 ausgeliefert, der Rollout läuft noch bis Ende dieser Woche. Bereits im September 2025 waren ähnliche Sicherheitsprobleme auf Android-Sperrbildschirmen dokumentiert worden.
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Bis das Update installiert ist, empfehlen Sicherheitsexperten, Gemini die Berechtigung zu entziehen, auf dem Sperrbildschirm zu arbeiten. Damit lässt sich der Assistent nicht mehr vor der Geräteentsperrung nutzen.
KI-Assistenten im Visier von Angreifern
Die Gemini-Lücke ist kein Einzelfall. Cybersicherheitsforscher warnen zunehmend vor KI-spezifischen Angriffen. Das Unternehmen Kaspersky demonstrierte kürzlich, wie Gemini durch sogenannte Prompt-Injection-Angriffe manipuliert werden kann. Dabei nutzen Angreifer schadhafte Inhalte in Kalendereinladungen, E-Mails oder Textnachrichten, um den KI-Assistenten zu unerwünschten Aktionen zu bewegen – etwa dem Starten von Apps, der Steuerung von Smart-Home-Geräten oder dem Versenden nicht autorisierter E-Mails.
Smishing und Quishing auf dem Vormarsch
Neben KI-spezifischen Schwachstellen bleibt die klassische Mobile-Sicherheit unter Druck. Aktuelle Daten zeigen einen massiven Anstieg betrügerischer Aktivitäten:
- Quishing (Phishing über QR-Codes) stieg im ersten Quartal 2026 um 146 Prozent
- Smishing (Phishing über SMS) legte im zweiten Quartal 2026 um 162 Prozent zu
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Parallel dazu entdeckten Forscher eine weiterentwickelte Version der Android-Malware RedHook. Die Schadsoftware wurde gezielt in Südostasien – insbesondere in Vietnam und Indonesien – eingesetzt. Sie nutzt Wireless-Debugging-Funktionen aus, um erweiterte Rechte auf infizierten Geräten zu erlangen.
Google appelliert an alle Nutzer, ihre Geräte stets auf dem aktuellen Sicherheitspatch-Level zu halten, um sich vor der wachsenden Bedrohungslage zu schützen.

