Android 17 Beta: Google setzt auf Sicherheit und große Bildschirme

Die erste Beta von Android 17 führt einen optionalen Abriegelungsmodus gegen gezielte Spionage ein und verpflichtet Apps zur Anpassung an Tablets. Der neue Entwicklungszyklus soll schnelleres Feedback ermöglichen.

Google startet die nächste Entwicklungsphase seines mobilen Betriebssystems mit einem radikal neuen Ansatz. Die erste Beta von Android 17 bringt einen strengen Modus gegen Spionage-Software und zwingt Apps zur Anpassung an Tablets.

Die Beta-Version ist seit Ende letzter Woche für ausgewählte Pixel-Smartphones ab der 6er-Serie verfügbar. Das Ziel für die stabile Version ist Juni 2026. Intern trägt das Update den Codenamen „Cinnamon Bun“ und konzentriert sich auf eine verfeinerte Nutzererfahrung und verbesserte Sicherheit.

Neuer Entwicklungsrhythmus: „Canary“ ersetzt Vorschau-Versionen

Google ändert seinen Release-Zyklus grundlegend. Statt der bisherigen „Developer Previews“ führt das Unternehmen einen kontinuierlichen „Android Canary“-Kanal ein. Neue Funktionen und Programmierschnittstellen (APIs) landen dort sofort nach internen Tests.

Die aktuelle Beta 1 ist der erste stabile Schnappschuss aus diesem kontinuierlichen Strom. Das Ziel ist ein schnellerer Feedback-Kreislauf zwischen Entwicklern und Googles Ingenieuren. Die wichtige „Platform Stability“-Phase, in der alle APIs finalisiert sind, ist für März 2026 angesetzt – deutlich früher als in früheren Jahren.

„Advanced Protection Mode“ gegen hochspezialisierte Spionage

Ein Herzstück des Updates ist der neue „Advanced Protection Mode“. Dieser optionale Sicherheitsmodus soll gezielt hoch entwickelte Spionage-Software und gezielte Angriffe abwehren.

Die technischen Details sind noch spärlich, doch Experten deuten die Funktion als eine Art „Abriegelungs-Modus“. Er dürfte den Zugriff von Apps auf Systemdienste stark einschränken und das Installieren von Apps aus unbekannten Quellen (Side-Loading) erschweren. Zielgruppe sind besonders gefährdete Nutzer wie Journalisten, Aktivisten oder Führungskräfte, die mehr Schutz als die Standard-Sicherheit benötigen.

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Zwang zur Anpassung: Apps müssen auf Tablets mitspielen

Die wohl einschneidendste Änderung für Entwickler betrifft große Bildschirme. Google macht seine langjährigen Empfehlungen zur Pflicht: Apps auf Geräten mit einer Bildschirmbreite von mindestens 600dp – also den meisten Tablets und entfalteten Falt-Handys – müssen sich künftig dynamisch anpassen.

Das System ignoriert auf diesen Geräten explizit Entwickler-Einstellungen, die eine feste Ausrichtung oder Größe erzwingen. Dreht ein Nutzer sein Tablet, muss die App rotieren. Wird sie im Split-Screen-Modus geöffnet, muss sie sich korrekt skalieren. Ausnahmen gelten nur für kleinere Geräte und explizit als „Spiele“ kategorisierte Apps.

Dieser Schritt soll Android endlich von seinem Ruf als „aufgeblähte Smartphone-Plattform“ für Tablets befreien. Nutzer von Geräten wie dem Pixel Tablet oder Pixel Fold werden sofort Verbesserungen bei der Handhabung älterer Apps bemerken.

Unter der Haube: Mehr Leistung, weniger Neustarts

Technische Verbesserungen sollen das System flüssiger und effizienter machen. Eine neue „lock-free“-Implementierung der MessageQueue reduziert den Overhead bei der Ereignisverarbeitung. Das Ergebnis sollen weniger ruckelnde Animationen und ein flüssigeres Scrollen sein.

Die Laufzeitumgebung ART erhielt ein Upgrade ihres Garbage Collection-Mechanismus. Die neue „Generational Garbage Collection“ räumt kurzlebige Objekte effizienter ab. Das senkt die CPU-Auslastung bei anspruchsvollen Aufgaben und könnte die Akkulaufzeit verbessern, besonders bei Geräten mit wenig Arbeitsspeicher.

Zudem optimiert Android 17 den Umgang mit Konfigurationsänderungen. Das Anschließen einer Tastatur oder das Ändern des Navigationsmodus führt nicht mehr zum kompletten Neustart einer App-Oberfläche (Activity). So bleibt der Nutzer-Kontext erhalten und lästiges UI-Flackern wird vermieden.

Der Fahrplan bis zur finalen Version

Nach Beta 1 folgt im März eine zweite Beta-Version, die dann die finale Platform Stability mit sich bringt. Die stabile Version von Android 17 wird für Juni 2026 erwartet. Dieser beschleunigte Zeitplan ähnelt dem von Android 16 und soll die neue OS-Version rechtzeitig vor der nächsten Pixel-Geräte-Generation etablieren.

Aktuell ist die Beta auf Pixel-Geräte beschränkt. Google plant aber, in den kommenden Monaten Partnerprogramme mit Herstellern wie Samsung, Xiaomi und OnePlus zu öffnen. So erhalten auch Nutzer anderer Marken frühzeitig Zugang zum „Cinnamon Bun“-Update, bevor es für den Massenmarkt freigegeben wird.