Google erweitert das Multitasking unter Android grundlegend. Mit Android 17 führt das Betriebssystem sogenannte App Bubbles ein, durch die bis zu fünf Apps gleichzeitig als frei bewegliche Symbole über anderen Bildschirminhalten schweben können. Während derartige Sprechblasen-Funktionen in früheren Systemversionen ausschließlich für ausgewählte Messaging-Anwendungen bereitstanden, öffnet Google das Werkzeug nun für jede kompatible Applikation.
Funktionsweise und Bedienung auf Google Pixel
Die Aktivierung der Neuerung erfolgt direkt über die Benutzeroberfläche: Nutzer drücken länger auf das jeweilige App-Symbol und wählen anschließend die neu hinzugefügte Option zur Ausführung als Bubble. Die schwebenden Icons bewegen sich auf dem Display gemeinsam. Zudem besteht die Möglichkeit, mehrere dieser Bubbles zu gruppieren. Voraussetzung für die Nutzung ist, dass die jeweiligen Apps den Multi-Window-Modus des Betriebssystems unterstützen.
Zunächst steht die Neuerung exklusiv auf Geräten der Google-Pixel-Reihe zur Verfügung. Weitere Smartphone-Hersteller sollen zu einem späteren Zeitpunkt folgen. Das Fachportal ZDNet hob hervor, dass die Bubble-Funktion es erlaube, meistgenutzte Anwendungen dauerhaft griffbereit zu halten, und veröffentlichte eine entsprechende Anleitung zur Einrichtung.
Einschränkungen in Testversionen und Tablet-Anpassung
In Tests mit einem Pixel 10a zeigten sich allerdings noch funktionale Einschränkungen. Die Fenster der geöffneten Bubbles ließen sich in der überprüften Version nicht in ihrer Größe anpassen. Zudem starteten die Apps standardmäßig im Vollbildmodus. Beim Schließen eines solchen Fensters wird die jeweilige Applikation demnach vollständig beendet, statt lediglich im Hintergrund minimiert weiterzulaufen.
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Auf größeren Bildschirmen passt Google die Bedienung an. Bei faltbaren Geräten und Tablets erscheint eine separate Leiste am Bildschirmrand, über die Anwender flexibel zwischen fünf verschiedenen Anwendungen wechseln können.
Auch in der freien Entwickler-Community findet das Konzept Eingang: Das quelloffene Betriebssystem LineageOS 24, das auf Android 17 basiert, implementiert die App Bubbles ebenfalls. Dort lassen sich die schwebenden Symbole wahlweise am linken oder rechten Displayrand ablegen, wobei das Limit wie bei Googles Vorlage bei vier bis fünf Anwendungen liegt und die Funktionsweise der Pixel-Umsetzung entspricht.
Vergleich mit etablierten Herstellerlösungen
Mit der Ausweitung auf reguläre Apps schließt Google zu Lösungen auf, die andere Hersteller bereits seit längerer Zeit in ihren eigenen Android-Benutzeroberflächen anbieten. Unter anderem stellen Motorola, Asus, Oppo, Xiaomi und Vivo eigene Versionen von Pop-up-Ansichten bereit.
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Besonders ausgefeilt ist die Technik beim Konkurrenten Samsung. Dessen Funktion Smart Pop-Up View erlaubt bereits seit Längerem eine flexible Handhabung.
Bei Samsung sind die schwebenden Fenster frei auf dem Display verschiebbar und in ihrer Skalierung anpassbar. Sie verfügen über eine Titelleiste zum Minimieren, Maximieren oder Schließen und lassen sich direkt im geteilten Bildschirm fixieren. Das Minimieren führt bei Samsung dazu, dass das Fenster als schwebendes Symbol erhalten bleibt, ohne dass der Prozess der Anwendung beendet wird.
Auf Foldables und Tablets erlaubt Samsung bis zu fünf Apps im Fenstermodus parallel zu einer Hintergrund-App, was die gleichzeitige Ausführung von bis zu sechs Applikationen ermöglicht. Zudem bietet Samsung Optionen, um bestimmte Anwendungen für Benachrichtigungen zu priorisieren, wofür unter Umständen die Einstellung für Multi-Window über alle Apps aktiviert werden muss.

