Android 17: Google versteckt Domainnamen vor Netzwerkbetreibern

Android 17 schützt Webseitennamen besser vor Netzbetreibern, ergänzt lokale Sicherheitskontrollen und ermöglicht Carriern die Abschaltung von 2G.

Google integriert mit der Version Android 17 das Sicherheitsmerkmal Encrypted Client Hello (ECH), um die Privatsphäre von Nutzern in drahtlosen und kabelgebundenen Netzwerken signifikant zu erhöhen. Die Technologie zielt darauf ab, Domain-Namen vor den Betreibern von Netzwerken zu verbergen. Damit ist Android das erste große mobile Betriebssystem, das eine breite Unterstützung für diesen Verschlüsselungsstandard implementiert.

Durch den Einsatz von ECH wird der sogenannte TLS-ClientHello beziehungsweise die Server Name Indication (SNI) verschlüsselt. In bisherigen Protokollen war dieser Teil der Kommunikation unverschlüsselt einsehbar, wodurch Internetdienstanbieter (ISPs) oder Betreiber öffentlicher Wi-Fi-Netzwerke genau nachvollziehen konnten, welche Webseiten ein Nutzer aufruft. Android 17 unterbindet diese Form der Einsichtnahme standardmäßig für Anwendungen, die auf die neue Systemumgebung ausgelegt sind.

Voraussetzungen und technische Grenzen

Die Aktivierung von ECH erfolgt automatisch für Apps, die auf das Application Programming Interface (API) der Stufe 37 abzielen und moderne Netzwerk-Bibliotheken verwenden. In diesem Zusammenhang empfiehlt Google die Nutzung der Bibliothek OkHttp in der Version 5.5.0. Ältere Anwendungen, die diese Kriterien nicht erfüllen, legen den Hostnamen weiterhin offen.

Trotz der verbesserten Verschlüsselung betont die Fachwelt, dass ECH keine vollständige Anonymität bietet. Das Netzwerk behält weiterhin Sichtbarkeit über die kontaktierten IP-Adressen sowie das Volumen des Datenverkehrs.

Zudem greift der Schutz nur bei Zielservern, die ihrerseits ECH unterstützen und übernommen haben. Um auch DNS-Abfragen vor dem Netzwerkbetreiber zu verbergen, bleibt die Nutzung von „Private DNS“ weiterhin eine notwendige Ergänzung.

Testreihen belegen Stabilität des Verfahrens

Zur Sicherstellung der Kompatibilität wurde das Verfahren ECH GREASE eingeführt. Im Rahmen von Tests durch das Projekt Jigsaw wurde dieser Mechanismus auf die weltweit 10.000 am häufigsten aufgerufenen Domains angewendet.

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Die Untersuchungen erstreckten sich über 202 Länder und 740 verschiedene Internetdienstanbieter. Die Ergebnisse der Feldversuche zeigten laut den Testern eine Interferenz nahe null, was auf eine reibungslose Integration in die bestehende Internet-Infrastruktur hindeutet.

Weitere Sicherheitsfunktionen in Android 17

Neben der Verschlüsselung von Domain-Namen führt Android 17 zusätzliche Schutzmaßnahmen für lokale und mobile Netzwerke ein. Eine neue Berechtigung für „Local Network Protection“ sorgt dafür, dass Apps eine explizite Erlaubnis des Nutzers benötigen, bevor sie Scans im lokalen Netzwerk durchführen dürfen. Zudem wird die sogenannte Certificate Transparency standardmäßig aktiviert, um die Sicherheit bei der Verwendung digitaler Zertifikate zu erhöhen.

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Im Bereich des Mobilfunks erhalten Netzbetreiber mit Android 17 die Möglichkeit, den veralteten 2G-Standard für ihre Kunden vollständig zu deaktivieren. Diese Maßnahme dient primär der Abwehr von sogenannten SMS-Blastern, die Sicherheitslücken im 2G-Netz ausnutzen. Während Android 12 bereits eine manuelle Option zur Deaktivierung von 2G bot, wird mit der aktuellen Version eine Zero-Click-Lösung für teilnehmende Carrier eingeführt.

Hardwareseitig bereiten sich die Hersteller bereits auf das Software-Update vor. So bestätigte Motorola bereits, dass mehr als 50 Telefonmodelle der Marke für die Aktualisierung auf Android 17 vorgesehen sind.