Google hat die Registrierung für das neue Programm für registrierte App-Stores geöffnet. Mit dieser Initiative ermöglicht das Unternehmen Drittanbieter-Marktplätzen einen erleichterten Zugang zum Android-Ökosystem und bereitet eine tiefere Systemintegration für alternative Plattformen vor. Das offizielle Programm startet am 1. Dezember 2026 und bringt für zertifizierte Plattformen spürbare Erleichterungen bei der Installation von Anwendungen mit sich.
Erleichterte Installation und strenge Aufnahmebedingungen
Teilnehmende Marktplätze erhalten ab dem 1. Dezember 2026 Zugriff auf einen stark vereinfachten Installationsablauf. Dazu gehören eine One-Tap-Installation ohne wiederholte zusätzliche Bestätigungsdialoge des Systems, automatische Hintergrund-Aktualisierungen sowie native Download-Fortschrittsanzeigen.
Bisher ist die Teilnahme für alternative Marktplätze optional; wer sich nicht anmeldet, behält den gewohnten, mehrstufigen Installationsprozess über Sideloading bei. Bislang ist Aptoide der einzige gelistete Store im Rahmen des Programms.
Die Hürden für eine Zertifizierung sind jedoch hoch angesetzt. Google verlangt eine jährliche Registrierungsgebühr in Höhe von 10.000 US-Dollar, die vor der eigentlichen Prüfung fällig wird. Sollte ein Store eine festgelegte Malware-Schwelle in seinem Softwarekatalog überschreiten, drohen zudem zusätzliche Prüfgebühren.
Antragsteller müssen zudem strenge Vorgaben erfüllen: Dazu zählen Maßnahmen zum Schutz geistigen Eigentums, die konsequente Entfernung rechtswidriger Inhalte, transparente Datenschutzerklärungen für Nutzer und Entwickler, dokumentierte Sicherheitsmaßnahmen, eine Dokumentation in englischer Sprache sowie der vollständige Upload aller angebotenen Anwendungen zur Überprüfung.
Registrierte Entwickler erhalten im Gegenzug frühen Zugang zu Dokumentationen, Onboarding-Support und Schnittstellen wie der Android Developer ID API.
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Schrittweiser Rollout und juristischer Hintergrund
Das Programm gilt für Endgeräte ab der Version Android 17 QPR2. Der Rollout erfolgt zunächst in Dutzenden Ländern außerhalb der USA und Europas. Innerhalb der Vereinigten Staaten bleibt die Distribution alternativer Stores vorerst weiterhin Google Play vorbehalten.
Die Ursprünge der Initiative liegen in den rechtlichen Auseinandersetzungen mit Epic Games. Das Programm entstand als Ersatzlösung für das Hosting alternativer Stores im Play Store nach dem Gerichtsurteil.
Ein ursprünglich vorgeschlagener Vergleich diente als Grundlage des Programms, wobei ein Start in den USA erst nach gerichtlicher Genehmigung vorgesehen war. Nachdem das zuständige Gericht jedoch Ablehnung signalisiert hatte, wurde der Vergleichsvorschlag zurückgezogen.
Engere Sicherheitsvorgaben für App-Berechtigungen
Parallel zur Öffnung für App-Stores bereitet Google umfassende Änderungen an den Sicherheitsmechanismen des Betriebssystems vor. Dies betrifft insbesondere den Umgang mit sensiblen Datenbeständen wie dem Adressbuch.
Anstelle eines weitreichenden Vollzugriffs über die Berechtigung WRITE_CONTACTS führt Google standardisierte System-Intents für das gezielte Hinzufügen oder Bearbeiten einzelner Kontakte ein. Erste Komponenten dieses Modells starten mit Android 17 QPR2 gegen Ende 2026.
Für dedizierte Kontaktmanager wie Google Contacts führt das Unternehmen mit Android 17 QPR2 die neue Berechtigung MANAGE_CONTACTS ein. Umfassendere Schreibbeschränkungen folgen mit Android 18. Für Anwendungen, die systembedingt umfangreiche Teile des Adressbuchs synchronisieren oder sichern müssen — etwa im Bereich Social Media, Zahlungsdienste oder Mitfahrangebote —, plant Google für das vierte Quartal 2026 eine spezielle Sonderberechtigung.
Ab dem Jahr 2027 wird die alte Direktberechtigung für Anwendungen blockiert, die auf die dann aktuelle Android-Version abzielen. Nutzer müssen künftig jede Änderung an Kontaktdaten aktiv bestätigen.
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Ziel dieser Neuregelung ist es, Manipulationen des gespeicherten Adressbuchs durch kompromittierte Apps einzudämmen und damit Missbrauch wie Betrug oder Identitätsdiebstahl zu verhindern. Entwickler müssen ihre Anwendungen im Vorfeld von Android 18 auf die neuen granularen Schnittstellen umstellen.
Mehr zum Thema bei Ars Technica: „Google begins certifying Registered App Stores for Android, but not in the US“

