Android 17 und Co.: Google revolutioniert die Telefonie

Google integriert VoIP-Anrufe in die native Telefon-App. Android 17 mit KI-Features und Samsung startet One UI 9 Beta.

Googles neue Android-Version vereint klassische Telefonie und VoIP-Dienste in einer App – ein lang erwarteter Schritt.

Die Fragmentierung war lange Zeit der größte Schwachpunkt von Android. Wer über WhatsApp, Telegram oder Signal telefonierte, musste seine Gesprächshistorie in den jeweiligen Apps suchen – das native Telefonbuch blieb tabu. Damit soll jetzt Schluss sein. Google führt mit Android 16.1 und den folgenden Versionen sogenannte „Calling Accounts“ ein. Diese Funktion erlaubt es Diensten wie WhatsApp, ihre Anrufliste direkt im systemeigenen Telefon-Dialer anzuzeigen.

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Nutzer sehen künftig auf einen Blick alle verpassten, angenommenen und geführten Gespräche – egal, ob über das Mobilfunknetz oder eine Internetverbindung. Ein Zurückrufen ist direkt aus der Dialer-Oberfläche möglich. Entwickler können zudem festlegen, ob bestimmte Anrufe im Systemprotokoll auftauchen oder verborgen bleiben sollen. Erste Tests mit einer Canary-2605-Version auf dem Pixel 9 zeigen, dass die Integration reibungslos funktioniert.

Android 17: „Cinnamon Bun“ auf der Zielgeraden

Die Beta-Phase von Android 17, intern „Cinnamon Bun“ genannt, ist weit fortgeschritten. Nachdem Google im März 2026 mit Beta 3 die Plattformstabilität erreicht hatte, folgte im April Beta 4. Der Fokus liegt nun auf der Verfeinerung der Systemleistung: App-Speicherlimits, Hintergrund-Audio-Beschränkungen und ein Block für geräteübergreifende Loopback-Datenverkehr sollen die Sicherheit erhöhen.

Herzstück von Android 17 ist „Gemini Intelligence“ – eine Suite aus KI-Tools für mehrstufige Aufgaben und kontextbewusste Automatisierung. Dazu gehören KI-gesteuerte Widgets und „Rambler“ für Gboard, eine verbesserte Sprach-zu-Text-Engine. Mit „Pause Point“ führt Google eine zehnsekündige Verzögerung vor dem Öffnen bestimmter Apps ein – ein digitales Nudging gegen impulsive Nutzung. Für Content-Creator gibt es „Screen Reactions“ sowie verbesserte Ultra-HDR- und Night-Sight-Funktionen. Branchenbeobachter rechnen mit der stabilen Version für Pixel-Geräte (Pixel 6 bis Pixel 10) im Juni 2026.

Samsung: One UI 9 Beta und Meta-Partnerschaft

Samsung hat im Mai 2026 die One-UI-9-Beta auf Basis von Android 17 für die Galaxy-S26-Serie gestartet. Verfügbar ist sie in mehreren globalen Märkten, darunter Deutschland, Großbritannien, die USA, Indien, Polen und Südkorea. Neben den Android-17-Verbesserungen bringt Samsung eigene Features wie anpassbare Quick Panels und neue Dekorationswerkzeuge für Samsung Notes.

Bereits am 6. Mai 2026 begann der offizielle Rollout von One UI 8.5. Dieses Update bringt Galaxy-AI-Technologie auf eine breite Palette bestehender Geräte, darunter die Galaxy-S25- und S24-Serien sowie aktuelle Foldables und Tablets. Besonders spannend: Samsungs Partnerschaft mit Meta. Ziel ist es, die Kamera- und Videostabilisierung direkt in sozialen Medien zu verbessern – eine der letzten großen Baustellen zwischen nativer Kameraqualität und Drittanbieter-Apps. Zudem erweitert Samsung die Sicherheitsmaßnahmen: Das System warnt aktiv, wenn Nutzer versuchen, mit risikoreichen Anwendungen zu interagieren.

RCS-Verschlüsselung: Apple öffnet sich weiter

Der Druck für bessere Kommunikation kommt auch von der anderen Seite des Ökosystems. Mitte Mai 2026 veröffentlichte Apple iOS 26.5, das eine Beta-Version der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für RCS-Nachrichten zwischen iPhone und Android enthält. Diese nutzt das MLS-Protokoll als Teil des GSMA-RCS-3.0-Standards. Während große Carrier wie die Telekom und O2 den verschlüsselten Standard bereits unterstützen, hat Vodafone noch nicht nachgezogen.

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Sicherheit bleibt ein zentrales Thema. iOS 26.5 schloss Dutzende Sicherheitslücken, darunter den „DarkSword“-Exploit. Android 17 Beta 4 führte Post-Quanten-Kryptografie durch die v3.2-APK-Signatur ein. Auch die AirDrop-ähnliche Unterstützung für Android-Geräte gewinnt 2026 an Fahrt. War sie bisher auf wenige Flaggschiffe beschränkt, erreicht sie nun die Galaxy-S25- und S24-Serien sowie Modelle von Oppo, OnePlus und Xiaomi. Für nicht nativ unterstützte Geräte dient ein QR-Code-basiertes Teilen über Quick Share als Alternative.

Analyse: Das Ende der „Walled Gardens“

Die jüngsten Entwicklungen deuten auf einen Branchentrend weg von abgeschotteten Kommunikationssystemen hin. Indem Google VoIP in die native Telefon-App integriert und Apple verschlüsselte RCS-Nachrichten standardisiert, reagieren beide Konzerne auf regulatorischen Druck – insbesondere aus der Europäischen Union durch den Digital Markets Act (DMA) – und auf die Nutzernachfrage nach nahtloser Konnektivität. Der EU-Einfluss zeigt sich konkret in der Auflage an Apple, „Proximity Pairing“ für Drittanbieter-Zubehör von Herstellern wie Samsung, Sony und Garmin zuzulassen.

Die Umbenennung von Googles Chromebook-Reihe in „Google Books“, mit KI-gesteuerten Cursor-Tools und Premium-Hardware von Partnern wie HP und Dell, spiegelt eine breitere Strategie wider: die Vereinheitlichung der Nutzererfahrung über verschiedene Geräteklassen hinweg. Da KI-Modelle wie Gemini und Apple Intelligence zunehmend hardwareintensiver werden – Apples System benötigt 12 GB Speicher –, treiben Software-Fähigkeiten mittlerweile die Hardware-Upgrades.

Ausblick: Sommer der Entscheidungen

Die stabile Version von Android 17 wird für Juni 2026 erwartet. Pixel-Nutzer werden als erste die volle Gemini-Intelligence und die vereinheitlichte Dialer-Funktion erleben. Parallel dazu blickt die Branche auf den 8. Juni 2026, wenn die Worldwide Developers Conference (WWDC) einen ersten Blick auf iOS 27 werfen lässt. Ersten Berichten zufolge könnte das nächste Apple-Betriebssystem ein „Liquid Glass („Liquid Glass“-Design und eine modulare Kamera-App mitbringen.

Für Android-Nutzer stehen zudem professionelle Kreativ-Tools wie Adobe Premiere für Android an, das für den Sommer 2026 erwartet wird. Während die Hersteller One UI 9 und Android 17 auf ältere Geräte ausrollen, dürften die Kommunikationsprobleme durch App-Silos und unverschlüsselte plattformübergreifende Chats weiter abnehmen – vorausgesetzt, die Carrier-Unterstützung für die neuen RCS-Standards wächst global weiter.