Android: 28 GB Systemspeicher frisst Speicherplatz auf Flaggschiffen

Android-Updates zielen auf Speicherfresser und stumme Anrufe. Neue Pixel-11-Geräte starten mit 256 GB Basisspeicher.

Neue Software-Updates sollen zwei hartnäckige Android-Probleme beheben: überquellende Systemspeicher und eingehende Anrufe, die stumm bleiben. Für deutsche Nutzer sind das bekannte Ärgernisse – viele greifen deshalb inzwischen zu Alternativen.

Systemspeicher: Das große Fressen

Die Analyse aktueller Flaggschiff-Geräte wie dem Pixel 10 Pro offenbart ein wachsendes Problem: Auf Modellen mit 128 GB Speicher belegen Systemdateien rund 28 Gigabyte – davon entfallen 11 GB auf die Android-Kernsoftware und 17 GB auf temporäre Systemdaten. Übliche Wartungsmaßnahmen wie das Leeren von App-Caches verpuffen hier weitgehend wirkungslos.

Als größter Speicherverbraucher gilt die AI-Core-Anwendung mit fast 7 GB. Wer ihre Daten löscht, gewinnt zwar kurzfristig rund 4 GB zurück – doch die Partition füllt sich meist schnell wieder. Experten raten daher zu gezieltem Vorgehen: Einzelne App-Caches lassen sich um 500 MB bis 2 GB pro Anwendung reduzieren. Auch WhatsApp-Medien summieren sich jährlich auf 10 bis 20 GB, während Google Photos mit einer Bereinigungsfunktion 5 bis 15 GB lokalen Speicher freigeben kann.

Ein Google-Play-Services-Update aus diesem Jahr bringt zudem eine automatische Sicherung des Download-Ordners in die Google Drive. Die Funktion ist standardmäßig deaktiviert und erstellt regelmäßige Schnappschüsse, wenn das Gerät im Leerlauf ist, lädt und mit WLAN verbunden ist.

Anzeige

Wer sich mit Software-Aktualisierungen und der Systemsicherheit seines Geräts befasst, sollte den Schutz vor Schwachstellen nicht vernachlässigen. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt in 5 einfachen Schritten, wie Sie mit den richtigen Updates Datenverlust und Malware dauerhaft verhindern. 5 Schritte für ein sichereres Android-Smartphone

Stille Anrufe: Netzwerk-Reset als Übergangslösung

Seit heute berichten zahlreiche Smartphone-Nutzer von einem hartnäckigen Fehler: Das Gerät klingelt bei eingehenden Anrufen nicht – wichtige Gespräche gehen verloren. Eine endgültige Lösung des Software-Entwicklers steht noch aus. Betroffenen hilft vorerst nur ein Zurücksetzen der Mobilfunknetz-Einstellungen.

Parallel haben einzelne Hersteller gezielte Patches veröffentlicht. So lieferte Samsung heute Updates, die eine grüne Linie in Kamera-Thumbnails beheben und die Position von Markierungen in Produktivitäts-Apps korrigieren.

Mehr Kontrolle: Android bekommt neue Freiheiten

Die Canary-Version 2608 von Android aus dem August 2026 deutet auf einen Wandel hin: Nutzer sollen künftig stärker über die Oberfläche bestimmen können. Ein überarbeiteter Editor für die Schnelleinstellungen und die Möglichkeit, Benachrichtigungssymbole in der Statusleiste anzupassen, stehen im Fokus. Denkbar ist ein Umschalten zwischen „alle Symbole anzeigen“, „nur Prioritäten“ oder „keine“ – ähnlich wie es Hersteller-Skins bereits bieten.

Zudem soll ein neues Werkzeug namens „Conversation Capture“ mit dem Codenamen Auris bald erscheinen. Die Funktion, die durch Software-Analysen entdeckt wurde, kann Gespräche aufzeichnen, transkribieren und zusammenfassen – mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung.

Anzeige

Neben neuen Funktionen bleibt die grundlegende Sicherheit ein zentrales Thema für jeden Smartphone-Nutzer. Ein gratis PDF-Ratgeber zeigt 5 einfache Maßnahmen gegen Hacker und Viren, die jeder Anwender sofort auf seinem Gerät umsetzen kann. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber jetzt herunterladen

Pixel 11: Mehr Speicher als Lösung?

Diese Verfeinerungen kommen pünktlich vor dem erwarteten Launch der Pixel-11-Serie am 12. August in New York. Branchenkreisen zufolge umfasst die neue Reihe Basis-, Pro-, Pro-XL- und Pro-Fold-Modelle mit neuer Prozessorarchitektur. Die Basisspeicher-Konfiguration startet demnach bei 256 GB – ein deutliches Eingeständnis, dass die bisherigen Speicherprobleme die Nutzer belasten. Ob das den Speicherhunger von Android dauerhaft stillt, bleibt abzuwarten.