Android Auto: Google plant direkte Steuerung der Fahrzeug-Klimaanlage

Android Auto soll Fahrzeugklima direkt bedienen; zugleich weitet Google Gemini aus und Autobauer entwickeln eigene Assistenten.

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Aktuelle Berichte beleuchten die technische Abgrenzung zwischen Android Automotive OS und Android Auto und vermelden zugleich wesentliche Neuerungen für die Benutzeroberfläche. Demnach plant Google, künftig eine direkte Steuerung der fahrzeugeigenen Klimaanlage in die Smartphone-Spiegelung Android Auto zu integrieren. Diese Entwicklung geht einher mit einer klareren Differenzierung der verschiedenen Fahrzeugplattformen des Konzerns.

Direktes Bedienkonzept für Temperatur und Lüftung

Die geplante Integration der Klimaanlagensteuerung in Android Auto soll über ein überarbeitetes vertikales Layout erfolgen. Die Temperatur- und Lüftungsbedienelemente werden dabei an den äußeren Bildschirmrändern platziert und erhalten größere Trefferflächen, um die Bedienung während der Fahrt zu erleichtern.

Bislang galt die primäre Steuerung als Schwachstelle im Android-Auto-Bedienkonzept, da sie starr auf der linken Seite positioniert war. Dies erwies sich insbesondere in Ländern mit Linksverkehr wie Großbritannien und Indien als unpraktisch.

Mit den neuen Elementen könnte Google diesen Kritikpunkt beheben. Wie weit die Kompatibilität des Features über verschiedene Fahrzeughersteller hinweg reichen wird, ist derzeit allerdings noch unklar. Hersteller wie Volkswagen und BYD arbeiten parallel an eigenen Lösungen auf Basis von Android.

Die Unterschiede zwischen Android Automotive OS und Google Built-in

Parallel zu den Neuerungen bei der Smartphone-Anbindung sorgt die Struktur der fest im Fahrzeug verbauten Software oft für Verwechslungen. Android Automotive OS (AAOS) fungiert als quelloffenes Vollsystem, das tief in das Fahrzeug integriert ist und Funktionen wie Radio, Klimatisierung, Kameras, Spiegel, Beleuchtung, Sitze und die Instrumentenanzeige steuert. Fahrzeughersteller passen dieses Basissystem individuell an, wie etwa Rivian mit seinem Rivian OS, das ohne Markenbestandteile von Google auskommt.

Google Built-in stellt hingegen kein eigenständiges Betriebssystem dar. Es handelt sich um eine seit dem Jahr 2020 lizenzierte Software-Suite, die auf Android Automotive OS aufsetzt. Sie beinhaltet Google Maps, den KI-Assistenten Gemini sowie den Play Store für Anwendungen wie Spotify und YouTube. Fahrzeuge mit diesem System können das telefonbasierte Android Auto weiterhin parallel unterstützen.

Insgesamt 16 Marken setzen mittlerweile auf Google Built-in, darunter Honda, Volvo, Chevrolet, Nissan, Ford, BYD und Renault. Die konkrete Verfügbarkeit von Apps sowie bestimmte Fahrbeschränkungen variieren je nach Hersteller, Fahrzeugmodell, Land, Sprache und verbautem Display.

In einigen Fällen sind für die Nutzung zusätzliche Internetverbindungen oder Abonnements erforderlich. General Motors setzt Google Built-in bereits seit 2023 ein und verzichtet im Gegenzug auf die Unterstützung von Android Auto.

Erweiterung der KI-Funktionen und Entwicklung eigener Assistenten

Auf den Plattformen treibt Google den Einsatz generativer künstlicher Intelligenz voran. Gemini ersetzt den bisherigen Google Assistant bei den 16 Partnermarken. Dieser Rollout startete im Sommer 2026 zunächst für Android Auto und wurde anschließend auf Fahrzeuge von Honda, Chevrolet und Volvo ausgeweitet.

Zu den Aufgaben von Gemini gehören Verkehrsupdates, Routenplanungen für Elektrofahrzeuge, das Verfassen von E-Mails und Nachrichten, das Erstellen von Playlists sowie Essensbestellungen.

Die Funktion Gemini Live greift zudem auf die Frontkamera des Fahrzeugs zu. Bei Teilen der Kundschaft bestehen Befürchtungen hinsichtlich möglicher Abomodelle oder des Verkaufs von Nutzerdaten, was jedoch nicht bestätigt ist.

Gleichzeitig emanzipieren sich einige Autobauer von den Standardlösungen. General Motors führt zwar Gemini ein, plant nach Angaben von GM-Managerin Anna Santos gegenüber dem US-Sender CNBC jedoch zusätzlich einen eigenen OnStar-Assistenten für Ende 2026. Auch Ford und Rivian arbeiten an eigenen KI-Assistenten für ihre Fahrzeugflotten.