Google drängt Nutzer älterer Android-Versionen zu Aktualisierungen ihres Betriebssystems, da der Support für Android Auto auf veralteter Software schrittweise eingestellt wird. Besitzer von Mobiltelefonen mit Android 10 erhalten bei der Kopplung mit dem Infotainmentsystem im Fahrzeug zunehmend Hinweise, dass ihr Gerät bald nicht mehr unterstützt werde und der Dienst in Kürze den Betrieb einstellen könnte.
Warnhinweise auf dem Fahrzeug-Display
Nach Berichten von Anwendern erscheint die Benachrichtigung bei einer kabelgebundenen Verbindung direkt auf dem Bildschirm des Fahrzeugs. Obwohl die Anwendung auf Geräten mit Android 10 derzeit weiterhin funktioniert und kein universeller Ausfall vorliegt, deuten die Hinweise auf eine bevorstehende Änderung hin.
Bislang hat Google die Anpassung noch nicht offiziell angekündigt, und ein verbindliches Abschaltdatum liegt nicht vor. Auf den offiziellen Hilfeseiten des Unternehmens wird weiterhin Android 9 Pie als Mindestvoraussetzung für kabelgebundenes Android Auto geführt, während für kabellose Verbindungen Android 11 vorausgesetzt wird.
Die aktuellen Warnungen deuten jedoch darauf hin, dass Google die Systemanforderungen für Kabelverbindungen ebenfalls an Android 11 angleichen möchte. Eine Anfrage um Klärung bezüglich eines Zeitplans für die betroffenen Nutzer blieb bislang ohne konkrete Bestätigung.
Schrittweise Anhebung der Mindestanforderungen
Die Entwicklung folgt einem etablierten Muster bei Google. Sollte Android 10 den Support verlieren, wäre dies die dritte Anhebung der Mindestanforderung innerhalb von vier Jahren. Zuvor wurde die Unterstützung für Android 8 im Juli 2022 beendet und im Juli 2024 für Android 9 gestrichen.
Am 31. Oktober 2024 folgte die Blockade älterer Versionen, nachdem im Jahr 2025 der Support ab Android Auto Version 15.5 für Android 8 und ältere Systeme eingestellt worden war. Im Oktober 2026 traten nun die Warnungen für Android 10 auf.
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Entwickler von Open-Headunit stellten zudem fest, dass neuere Versionen von Android Auto eine bestimmte automatische Funktion für drahtlose Projektionen auf Systemen mit Android 10 und älter deaktivierten. Gleichzeitig steigen die technischen Anforderungen durch neue Funktionen: So setzt die Integration des KI-Assistenten Gemini in Android Auto mindestens Android 11 sowie einen Arbeitsspeicher von 2 GB RAM voraus.
Verbreitung und betroffene Smartphone-Modelle
Weltweit umfasst das Android-Ökosystem fast 4 Milliarden Geräte. Android 10 wird nach Schätzungen noch von rund 4,1 Prozent aller Nutzer verwendet, während Android 9 einen ähnlichen Anteil aufweist.
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Laut Erhebungen von StatCounter für September gehört Android 10 in Brasilien nicht mehr zu den sechs meistgenutzten Versionen; dort lag Android 11 mit 5,11 Prozent auf dem sechsten Rang, während Android 16 mit 37 Prozent die Rangliste anführte.
Zu den gemeldeten Geräten, deren offizieller Hersteller-Support bei Android 10 endete, zählen unter anderem das Samsung Galaxy Note 9, das Galaxy S9, das Galaxy S9 Plus sowie die Modelle A50 und A80. Ebenfalls betroffen sind das Sony Xperia XZ2 Compact, das OnePlus 6, das Google Pixel 2 sowie Modelle der Moto-G7-Serie, darunter das G7 Plus, G7 Power und G7 Play.
Experten empfehlen Betroffenen zu prüfen, ob für ihr Smartphone ein offizielles Hersteller-Update auf Android 11 oder eine neuere Version bereitsteht, bevor eine Neuanschaffung erwogen wird. Inoffizielle Custom-ROMs stellen dabei keinen gleichwertigen Ersatz für den offiziellen Herstellersupport dar.
Als Alternative für Fahrzeuge bleibt unter anderem der Einsatz des integrierten Google Automotive Systems. Für kabelloses Android Auto gelten ohnehin strengere Vorgaben: Neben Android 11 sind unter anderem 5-GHz-WLAN-Unterstützung sowie aktivierte Funkverbindungen und Standortdienste erforderlich.
Auf Geräten mit der Android Go Edition steht Android Auto generell nicht zur Verfügung. In der Europäischen Union gelten zudem spezielle regulatorische Auflagen für 5-GHz-WLAN im Fahrzeug, die laut Google ab dem Pixel 3 erfüllt werden.

