Die Schadsoftware RedHook ist zurück – und gefährlicher denn je.
Cybersicherheitsforscher von Group-IB haben eine verbesserte Version der Android-Malware RedHook entdeckt. Ursprünglich auf Vietnam beschränkt, greift die Schadsoftware nun verstärkt Nutzer in Indonesien an. Das Ziel: Finanzbetrug und Datendiebstahl durch ausgeklügelte Techniken zur Rechteausweitung.
Erweiterte Funktionen und Verbreitungswege
Seit ihrer ersten Entdeckung im Jahr 2025 hat sich RedHook erheblich weiterentwickelt. Die aktuelle Version unterstützt 53 Fernsteuerungsbefehle – genug, um nahezu jede Aktion auf dem infizierten Gerät auszuführen. Besonders perfide: Die Malware missbraucht die Wireless Debugging (ADB)-Funktion von Android und setzt auf das Shizuku-Framework. Damit erlangt sie erweiterte Systemrechte, ohne dass das Gerät gerootet werden muss.
Die Verbreitung erfolgt klassisch über Phishing-Links. Wer auf einen solchen Link klickt und die vermeintlich harmlose App installiert, öffnet den Angreifern Tür und Tor. Diese können dann Bankkonten plündern und sensible Daten abgreifen. Sicherheitsexperten raten deshalb dringend, keine verdächtigen Links anzuklicken und Apps ausschließlich aus offiziellen Stores zu beziehen.
Hook v3: Noch mehr Befehle, noch größere Gefahr
Parallel zu RedHook haben Forscher von Zimperium zLabs eine dritte Version der Hook-Banking-Malware aufgespürt. Hook v3 ist ein wahres Schweizer Taschenmesser des digitalen Verbrechens: Mit 107 unterstützten Fernbefehlen – darunter 38 neue – kann die Software unter anderem gefälschte NFC-Overlays erstellen, Bildschirmsperren umgehen und als Ransomware agieren. Verbreitet wird sie über GitHub und Phishing-Kampagnen.
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Die Bedrohungslage in Südostasien bleibt damit angespannt. Kaspersky berichtet zudem von der GoSerpent-Kampagne, die seit Ende 2025 gezielt Regierungs- und Diplomatie-Organisationen angreift. Das Toolkit umfasst einen Remote Access Trojan (RAT), den Passwortdieb Mimikatz und Datensammeldienste. Experten vermuten eine Verbindung zur Gruppe TetrisPhantom.
Konkrete Gefahr: Malicious APKs im Alltag
Dass die Gefahr nicht abstrakt ist, zeigt ein Vorfall aus Bengaluru. Am 13. Juli 2026 verlor ein stellvertretender Forstbeamter umgerechnet rund 11.000 Euro, nachdem er einen über WhatsApp verschickten, als Einladung getarnten Link angeklickt hatte. Innerhalb von 30 Minuten buchten die Angreifer das Geld in sieben Einzeltransaktionen ab.
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Auch eine Sicherheitslücke in Android 16 sorgt für Unruhe. Ein Fehler im Gemini-Assistenten erlaubt es Angreifern mit physischem Zugriff, die Bildschirmsperre durch eine Multi-Touch-Geste zu umgehen. Google hat das Problem eingeräumt – ein Sicherheitspatch soll noch in dieser Woche kommen.
Weltweite Entwicklungen: Festnahme und staatliche Angriffe
In den USA nahm das FBI den 21-jährigen Zyaire Wilkins fest. Er soll Teil einer Malware-Bande gewesen sein, die über gefälschte Steam-Spiele 8.000 PCs infizierte und Kryptowährungen im Wert von über 200.000 Euro erbeutete.
Und aus der Ukraine melden Sicherheitsforscher verstärkte Aktivitäten der russischen Gruppe UAC-0145, einem Ableger der berüchtigten Sandworm-Gruppe. Seit Juni 2026 setzen die Angreifer auf gefälschte „ClickFix“-CAPTCHAs, um Nutzer zur Ausführung von PowerShell-Befehlen zu verleiten – mit fatalen Folgen für die Datensicherheit.

