Google hat einen neuen Verifizierungsprozess namens „Advanced Flow“ für das Android-Betriebssystem eingeführt, der die Installation von Anwendungen aus Drittquellen außerhalb des offiziellen Play Stores grundlegend verändert.
Seit dem 21. August 2026 sieht das System bei der Installation nicht verifizierter Apps eine obligatorische, einmalige Wartezeit von 24 Stunden vor. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Sicherheit beim sogenannten Sideloading zu erhöhen, schränkt jedoch gleichzeitig die bisherige Flexibilität des Systems ein.
Sicherheitsmechanismus greift ab Android 8
Der „Advanced Flow“ betrifft Anwendungen von Entwicklern, die keine offizielle Verifizierung durch Google durchlaufen haben. Der Rollout dieser Funktion erfolgt für alle Geräte, auf denen mindestens die Version Android 8 oder neuer installiert ist. Gesteuert wird der Prozess über die Google Play Services, welche die Einhaltung der neuen Regeln überwachen.
Obwohl der Mechanismus laut Berichten bereits am 18. August 2026 gestartet wurde, ist die 24-stündige Sperre für nicht verifizierte Software nun fester Bestandteil des Installationsprozesses.
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Ein wichtiger Ausnahmefall bleibt jedoch bestehen: Installationen, die über die Android Debug Bridge (ADB) vorgenommen werden, sind von der neuen Wartezeit ausgenommen. Damit bleibt professionellen Anwendern und Software-Spezialisten weiterhin ein direkter Weg zur App-Installation offen.
Kostenpflichtige Verifizierung für Entwickler
Um die Wartezeit für ihre Nutzer zu umgehen, müssen sich App-Entwickler einem offiziellen Prüfverfahren unterziehen. Die Registrierung für diese Verifizierung ist mit einer Gebühr von 25 US-Dollar verbunden. Zusätzlich zur Zahlung verlangt Google die Vorlage eines amtlichen Lichtbildausweises, die Hinterlegung eines Signaturschlüssels sowie die Angabe spezifischer App-IDs.
Dieser Verifizierungsprozess wird schrittweise eingeführt. Der offizielle Start für die Registrierung ist für den 30. September 2026 in Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand angekündigt. Für das Jahr 2027 plant der Technologiekonzern eine weltweite Ausweitung dieses Modells, womit die Hürden für unabhängige Softwareanbieter global steigen dürften.
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Internationaler Protest gegen Einschränkungen
Die neuen Vorgaben stoßen auf deutliche Kritik seitens zivilgesellschaftlicher Organisationen und Branchenvertreter. Die Koalition „Keep Android Open“ hat offiziell Protest gegen die Einführung der Entwickler-Verifizierung eingelegt. Dem Bündnis gehören nach eigenen Angaben 71 Organisationen aus 23 Ländern an.
Die Kritiker, die bereits über 100.000 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt haben, richten ihren Protest insbesondere gegen den für Ende September geplanten Start in den südostasiatischen Märkten und Brasilien. Sie bemängeln, dass die Offenheit des Android-Ökosystems durch die neuen Hürden und die damit verbundenen Kosten für kleine Entwickler gefährdet werde.
Während Google die Sicherheit der Nutzer als Hauptargument anführt, sehen die Gegner im „Advanced Flow“ eine Maßnahme, welche die Dominanz des eigenen App-Stores weiter zementiert und den Wettbewerb durch Drittanbieter erschwert.

