Android-Malware: Meta löscht Fake-Porn-Apps für Finanzbetrug

Meta entfernte nach indischer Behördenwarnung betrügerische Anzeigen für Android-Malware, die Bankdaten stehlen und Geräte übernehmen kann.

Der Social-Media-Konzern Meta hat auf seinen Plattformen Facebook und Instagram zahlreiche Werbeanzeigen gelöscht, die zur Verbreitung schädlicher Android-Anwendungen genutzt wurden.

Die Anzeigen tarnten sich als Angebote für pornografische Inhalte, führten Nutzer jedoch zum Download von Malware, die auf Finanzbetrug und den Diebstahl sensibler Daten ausgelegt ist. Die Löschung erfolgte als Reaktion auf eine Warnung der indischen Sicherheitsbehörden.

Die indische National Cybercrime Threat Analysis Unit (NCTAU), die dem Indian Cyber Crime Coordination Centre (I4C) untersteht, hatte zuvor den Sicherheitshinweis mit der Kennung TAU/ADV/018 veröffentlicht. Darin wurde explizit vor einer Betrugsmasche gewarnt, die gezielt Android-Nutzer über soziale Medien anspricht. Laut den Behörden dienten die beworbenen Apps als Fassade für schwerwiegende Cyberangriffe.

Gezielte Täuschung durch gefälschte Anwendungen

In der behördlichen Warnung wurden sieben spezifische Anwendungen benannt, die für diese Kampagne genutzt wurden: Night Play, Reloop, Kyss, Vimo, Rivo, Nexo und Vixa. Diese Apps wurden über Facebook und Instagram beworben und lockten Anwender mit expliziten Inhalten.

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Nach der Warnung der NCTAU entfernte Meta dutzende dieser Anzeigen. Dennoch gab es Berichte, wonach zum Monatsende noch mindestens 39 solcher Anzeigen auf den Plattformen aktiv waren.

Die Masche folgt einem präzisen technischen Ablauf. Die Anzeigen leiten die Nutzer auf Phishing-Seiten oder Webseiten mit .live-Domains weiter. Dort werden die Opfer dazu verleitet, sogenannte APK-Dateien – Installationspakete für Android – direkt herunterzuladen, anstatt die offiziellen App-Stores zu nutzen. Anwendungen wie Night Play oder Kyss dienten dabei primär als Einstiegspunkte für weitere betrügerische Aktivitäten.

Massive Risiken für Online-Banking und Gerätesicherheit

Die technische Analyse der Malware offenbart weitreichende Zugriffsmöglichkeiten für die Angreifer. Die Anwendungen fordern nach der Installation häufig weitreichende Berechtigungen an, darunter den Zugriff auf die Barrierefreiheitsfunktionen (Accessibility) des Betriebssystems. Zudem nutzen sie VPN-Verbindungen, um Aktivitäten zu verschleiern.

Das Hauptziel der Hintermänner ist laut der NCTAU die vollständige Übernahme der betroffenen Geräte. Dies ermögliche es den Angreifern, nicht autorisierte Finanztransaktionen durchzuführen.

Besonders gefährlich stufen Experten die App Movexa.apk ein, die in der Lage sei, PIN-Codes für das Online-Banking sowie Einmalpasswörter (One-Time-Passwords, OTP) abzufangen. Damit verlieren Betroffene die Kontrolle über ihre Konten, während die Angreifer im Hintergrund Überweisungen tätigen können.

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Wirtschaftliche Dimension und Schutzmaßnahmen

Die Dringlichkeit der Warnung wird durch die allgemeine Bedrohungslage unterstrichen. Im vergangenen Jahr 2025 verzeichnete Indien durch Cyberbetrug Verluste in Höhe von rund 2,4 Milliarden US-Dollar. Die NCTAU mahnt Nutzer daher zu erhöhter Vorsicht im Umgang mit Werbeangeboten auf sozialen Netzwerken.

Sicherheitsexperten raten dringend dazu, Anwendungen ausschließlich über vertrauenswürdige und offizielle App-Stores zu beziehen und die Installation von APK-Dateien aus unbekannten Quellen zu unterbinden. Zudem solle die Sicherheitsfunktion Google Play Protect auf Android-Geräten stets aktiviert sein.

Zur Schadensbegrenzung wird empfohlen, Bankkonten sowie UPI-Schnittstellen (Unified Payments Interface) regelmäßig auf unbefugte Aktivitäten zu überwachen und bei Verdachtsmomenten sofort die entsprechenden Finanzinstitute zu informieren.