Sicherheitsforscher warnen vor einer neuen Bedrohung für Nutzer von Android-Geräten. Eine Schadsoftware namens WindRelay zielt gezielt auf die NFC-Schnittstelle (Near Field Communication) ab, um Finanztransaktionen zu manipulieren und unbefugte Abbuchungen vorzunehmen. Das Besondere an diesem Angriffsszenario ist die Kombination aus technischer Fernsteuerung und der aktiven Einbindung der Opfer in den Betrugsprozess.
Funktionsweise des NFC-Relay-Betrugs
Die WindRelay-Malware nutzt eine Methode, die als NFC-Relay-Angriff bezeichnet wird. Dabei fungiert das infizierte Smartphone des Opfers als Brücke zwischen einer physischen Bankkarte und einem vom Angreifer kontrollierten Zahlterminal an einem anderen Standort. In der Praxis werden die Betroffenen dazu verleitet, ihre physische Kredit- oder Debitkarte direkt an die Rückseite ihres eigenen Mobiltelefons zu halten.
Zeitgleich fordert die Software den Nutzer zur Eingabe der persönlichen Identifikationsnummer (PIN) auf dem Display auf. Sobald die Karte das NFC-Feld des Smartphones berührt, liest die Malware die Daten aus und leitet sie in Echtzeit an die Hintermänner weiter. Durch die Eingabe der PIN erhalten die Kriminellen alle notwendigen Informationen, um Zahlungen zu autorisieren oder Bargeldabhebungen durchzuführen, während das Opfer glaubt, eine legitime Systemprüfung oder eine vermeintliche Transaktion auf dem eigenen Gerät zu bestätigen.
Infektionsweg über SpyNote-Trojaner
Die Verbreitung von WindRelay erfolgt nicht über herkömmliche App-Downloads, sondern durch eine mehrstufige Infektionskette. Berichten zufolge wird der bekannte Remote Access Trojaner (RAT) namens SpyNote eingesetzt, um WindRelay heimlich auf den Zielgeräten zu installieren.
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SpyNote dient dabei als Basis-Infektion, die den Angreifern weitreichende administrative Rechte auf dem Android-System verschafft. Durch diese Fernsteuerung ist es den Kriminellen möglich, WindRelay ohne direktes Eingreifen des Nutzers nachzuladen und die erforderlichen Berechtigungen für den Zugriff auf die NFC-Hardware zu aktivieren. Diese Arbeitsteilung zwischen verschiedenen Schadsoftware-Komponenten erhöht die Effektivität des Angriffs und erschwert die Entdeckung durch einfache Sicherheitslösungen.
Drastischer Anstieg von NFC-Angriffen beobachtet
Die Entdeckung von WindRelay fällt in eine Zeit, in der die Sicherheitsbranche eine signifikante Zunahme von Angriffen auf kontaktlose Schnittstellen registriert. Daten des Sicherheitsunternehmens Kaspersky belegen diesen Trend eindrucksvoll. Laut Analysen der Experten wurde im Zeitraum von Q1 bis Q4 2026 eine Steigerung der NFC-basierten Angriffe um 188 % im Vergleich zum Vorjahr 2025 festgestellt.
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Branchenanalysten sehen in der wachsenden Verbreitung von mobilem Bezahlen und der alltäglichen Nutzung von NFC-Funktionen den Hauptgrund für das verstärkte Interesse der Cyberkriminellen an dieser Technologie. Da viele Anwender die NFC-Schnittstelle standardmäßig aktiviert lassen, bietet sie eine dauerhafte Angriffsfläche, sofern das Betriebssystem durch Schadsoftware wie SpyNote kompromittiert wurde.
Die aktuelle Entwicklung unterstreicht die Notwendigkeit für Nutzer, bei Aufforderungen zur Interaktion mit ihrer Hardware – insbesondere beim Vorlegen von Bankkarten oder der Eingabe von PIN-Codes außerhalb von offiziellen Banking-Apps – größte Vorsicht walten zu lassen. Sicherheitsrelevante Updates und der Verzicht auf App-Installationen aus unbekannten Quellen bleiben zentrale Schutzmaßnahmen gegen die Ferninstallation von Trojanern wie SpyNote und den darauf folgenden Einsatz spezialisierter Malware wie WindRelay.

