Die Europäische Kommission hat Google per Beschluss verpflichtet, sein Betriebssystem Android für konkurrierende KI-Assistenten zu öffnen. Die Entscheidung vom 16. Juli 2026 markiert einen bedeutenden Eingriff in die Marktmacht des US-Konzerns.
Wettbewerbshüter greifen durch
Im Rahmen des Digital Markets Act (DMA) verlangt die EU-Kommission von Google, dass Drittanbieter wie ChatGPT, Claude oder Perplexity künftig denselben Systemzugriff erhalten wie Googles eigener KI-Assistent Gemini. Konkret geht es um Sprachaktivierung, Bildschirmkontext und den sogenannten „Agenten-Modus“ – also die Fähigkeit, eigenständig komplexe Aufgaben über mehrere Apps hinweg auszuführen.
Bis zum 1. Februar 2027 muss Google Kriterien vorlegen, nach denen konkurrierende Assistenten Zugang erhalten. Die technischen Änderungen müssen mit dem Release von Android 18 im August 2027 umgesetzt sein.
Darüber hinaus ordnete die Kommission an, dass Google anonymisierte Suchdaten – darunter Suchanfragen, Klicks und Ranking-Signale – mit Wettbewerbern teilen muss. Die Preisgestaltung für diesen Datenzugang soll bis Januar 2027 festgelegt werden.
Sicherheitsbedenken und neue Risiken
Google hat sich gegen die Maßnahmen ausgesprochen und warnt vor möglichen Risiken für die Sicherheit und den Datenschutz der Nutzer. Branchenexperten raten Sicherheitsverantwortlichen in Unternehmen bereits jetzt, KI-Assistenten als eigenständige Risikokategorie zu behandeln. Grund ist ihre tiefe Integration in die Systemebene von Smartphones – ein Eingriffstor, das es in dieser Form bisher nicht gab.
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Chinesische Hersteller setzen auf KI-Hardware
Während Europa auf Regulierung setzt, drängen chinesische Hersteller mit neuer Hardware auf den Markt. Auf der World AI Conference (WAIC) in Shanghai, die noch bis zum 20. Juli läuft, präsentierte Nubia das NaviX Ultra – ein Gerät, das als erstes massentaugliches „Agentic-Smartphone“ gilt.
Das NaviX Ultra läuft auf ByteDances KI-Agenten Doubao auf Systemebene. Interne Tests zeigen: Komplexe Büroaufgaben erledigt das Gerät 67 Prozent schneller und mit 42 Prozent weniger Fehlern als herkömmliche KI-fähige Smartphones. Eine frühere Version der Technologie verkaufte sich am Starttag 30.000 Mal – auf dem Zweitmarkt erzielten einige Geräte den doppelten ursprünglichen Verkaufspreis von umgerechnet rund 450 Euro.
Auch andere Anbieter mischen mit. Das 2023 von ehemaligen Microsoft-Mitarbeitern gegründete Unternehmen StepFun brachte das StepX Neo auf den Markt. Es läuft auf einem eigenen Betriebssystem namens Step AOS und nutzt den Assistenten Step Amoo, der mehrstufige Anfragen aus einem einzigen Befehl verarbeitet und in 32 Sprachen übersetzt.
Betriebssysteme rüsten auf
Der Trend zur tiefen KI-Integration zeigt sich auch in aktuellen Software-Updates. Am 15. Juli 2026 veröffentlichten chinesische Regulierungsbehörden eine neue KI-Registrierungsliste. Darauf vertreten: Apple, Huawei, OPPO, vivo, Xiaomi, Samsung und Nubia – allesamt Hersteller, die KI-Modelle direkt in ihre Betriebssysteme eingebaut haben.
Xiaomi brachte im Juli eine Beta von HyperOS 3.1 heraus, die auf dem MiMo-Datenmodell basiert und neue Systemsteuerungen für haptisches Feedback und Benachrichtigungen einführt. Apple wiederum hat KI-Funktionen in die Beta von iOS 27 integriert und setzt dabei auf eine Private Cloud Compute (PCC)-Architektur. Für den chinesischen Markt verhandelt Apple offenbar mit den lokalen Partnern Alibaba und Baidu.
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Markt im Umbruch
Die Marktforscher von IDC erwarten einen rasanten Wandel: Bis Ende 2026 sollen bereits über 50 Prozent aller Smartphones KI-zentrierte Geräte sein. Das wäre ein bemerkenswerter Sprung – zumal der chinesische Smartphone-Markt zuvor fünf Quartale in Folge schrumpfte. Langfristig prognostizieren Analysten dem globalen Markt für mobile Betriebssysteme ein stetiges Wachstum bis mindestens 2035, angetrieben durch KI und die Expansion in Schwellenländer.


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