Google erweitert die Sicherheitsmechanismen für das mobile Betriebssystem Android und stellt Schutzfunktionen gegen betrügerische Nachrichten und gefährliche Weblinks auf einer größeren Zahl von Smartphones bereit.
Nach Angaben des Unternehmens, über die am 14.10.2026 berichtet wurde, umfasst der Ausbau sowohl verbesserte KI-gestützte Prüfverfahren für Textnachrichten als auch weitergehende Schutzmaßnahmen gegen Datenabgriffe bei geteilten Bildschirminhalten und Rufumleitungen.
Erweiterte Schutzmodi und Echtzeitprüfung für Nachrichten
Nach Unternehmensangaben erfassen die Sicherheitsfunktionen in den Anwendungen Phone by Google und Google Messages bereits monatlich über 5 Mio. verdächtige Anrufe sowie betrügerische Textnachrichten. Um diesen Schutz zu vertiefen, rollt Google in den kommenden Wochen einen erweiterten Schutzmodus für Google Messages aus, der auf freiwilliger Basis aktiviert werden kann.
Dieser Modus nutzt Cloud-Gemini-Modelle innerhalb einer abgesicherten Cloud-Umgebung, um Betrugsversuche bei Nachrichten unbekannter Absender zu erkennen. Google betont, dass die Daten dabei verschlüsselt bleiben und für den Konzern selbst unzugänglich sind.
Zusätzlich prüft das lokal auf den Geräten betriebene Modell Gemini-Nano Weblinks in Echtzeit, bevor Anwender diese öffnen. Diese Linkprüfung steht auf Geräten wie dem Pixel 10+, dem Galaxy S26 sowie den faltbaren Modellen Galaxy Z Flip 8 und Galaxy Z Fold 8 zur Verfügung und soll auf weitere Modelle ausgeweitet werden.
Der erweiterte Schutzmodus setzt auf Modellen ab der Pixel-6-Reihe, der Galaxy-S24-Serie, den Faltgeräten ab Galaxy Z Fold 6 und Flip 6 sowie weiteren Geräten mit Unterstützung für Android AICore auf.
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Ausweitung auf Partnerhersteller für hunderte Millionen Nutzer
Bislang waren Teile der Schutzmechanismen vor allem auf Googles eigene Hardware sowie neuere Flaggschiffe beschränkt. Für später im Jahr 2026 plant Google, die Erkennung betrügerischer Chat-Benachrichtigungen auch auf Smartphones anderer Hersteller auszuweiten.
Vorgesehen ist die Integration für Geräte von HONOR, Infinix, iQOO, itel, JOVI, Motorola, OPPO, OnePlus, realme, TECNO, vivo und Xiaomi. Google verfolgt damit das Ziel, später in diesem Jahr hunderte Millionen zusätzliche Nutzer zu erreichen.
Schutz vor Bildschirmübertragung und unerlaubter Rufweiterleitung
Ergänzend zu den Nachrichtenfiltern implementiert Google systemnahe Barrieren gegen Cyberkriminalität. Noch in diesem Monat startet ein automatischer Schutz für Bildschirmübertragungen in Chrome und WebView ab Android 15+. Diese Funktion schwärzt oder verbirgt Anmelde- und Zahlungsfelder, Passwörter, Bankinformationen sowie Kreditkartennummern automatisch, sobald der Displayinhalt über Konferenz- oder Support-Apps geteilt wird.
Ab Anfang Dezember folgt ein Schutzmechanismus gegen Manipulationen bei der Rufweiterleitung. Die Funktion wird auf Pixel-Smartphones und ausgewählten weiteren Modellen eingeführt und warnt Nutzer aktiv per Benachrichtigung, sobald installierte Anwendungen versuchen, eine Anrufumleitung einzurichten.
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Steigende Betrugszahlen und Umfrageergebnisse
Die Notwendigkeit verbesserter Abwehrmechanismen belegen regionale Einsatzzahlen. In Brasilien wurden in Kooperation mit Banken wie Banco do Brasil und Itaú Unibanco seit Juni über 3 Mio. gefälschte Anrufe blockiert. Laut Zahlen des Bankenverbands FEBRABAN stiegen Betrugsfälle, bei denen Kriminelle Banken imitieren, innerhalb von 12 Monaten um 195,7%.
Eine von Google beauftragte YouGov-Umfrage unter 4.500 Nutzern in den USA, Kanada und Australien ergab, dass 40% der Befragten sehr oder extrem besorgt über Betrug auf Mobilgeräten sind.
Die Umfrage ergab zudem, dass iPhone-Nutzer 87% häufiger von Messaging-Betrug und 83% häufiger von Anrufbetrug betroffen waren als Nutzer von Googles Pixel-Geräten. iPhone-Nutzer stuften ihr Smartphone dabei doppelt so häufig als nicht effektiv beim Betrugsschutz ein.
In einem ebenfalls von Google beauftragten Test der Leviathan Security Group erzielte das Pixel 11 Pro 29 von 31 möglichen Punkten, während das iPhone 18 Pro 17,75 Punkte erreichte.

