Sicherheitsexperten stufen die Android-Funktion „Am-Körper-Erkennung“ als erhebliches Sicherheitsrisiko ein. Sie warnt, dass Diebe so stundenlang Zugriff auf gestohlene Smartphones erhalten können. Diese Warnung steht im Kontrast zu Googles aktueller Offensive für besseren Diebstahlschutz.
Die trügerische Bequemlichkeit
Die Funktion „Entsperren verlängern“ soll das tägliche Entsperren überflüssig machen. Sie hält das Gerät in als sicher eingestuften Umgebungen offen. Nutzer können vertrauenswürdige Orte wie das Zuhause oder verbundene Geräte wie eine Smartwatch festlegen. Die dritte Option – die umstrittene Am-Körper-Erkennung – lässt das Smartphone entsperrt, solange es sich in Bewegung befindet.
Warum die Bewegungserkennung zur Falle wird
Das Kernproblem: Das System erkennt nicht den Besitzer, sondern nur Bewegung. Wird das Telefon gestohlen, bleibt es für den Dieb zugänglich – solange er in Bewegung bleibt. Das kann bis zu vier Stunden dauern. In dieser Zeit hat der Täter freien Zugriff auf Nachrichten, Fotos, E-Mails und Banking-Apps. Experten betonen, dass dies kein Software-Fehler, sondern ein inhärenter Design-Nachteil der Komfortfunktion ist.
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Googles Sicherheits-Offensive: Ein Widerspruch?
Gleichzeitig treibt Google den Diebstahlschutz massiv voran. Neue Funktionen wie der „Theft Detection Lock“ sollen Diebstähle per KI erkennen und das Gerät sofort sperren. Eine Offline-Sperre schützt auch bei gekappter Internetverbindung. Diese proaktiven Maßnahmen kontrastieren stark mit der potenziell schwächenden Komfortfunktion. Wirft das Fragen zur Sicherheitsstrategie auf?
Unzuverlässigkeit als zusätzliches Problem
Nutzer klagen seit Jahren über die mangelnde Zuverlässigkeit der anderen Komponenten. Oft funktioniert die Erkennung vertrauenswürdiger Orte oder Geräte inkonsistent. Das führt zu Frustration und könnte Nutzer dazu verleiten, unsichere Entsperrmethoden zu wählen oder ganz auf eine Sperre zu verzichten – was die grundlegendste Sicherheitsbarriere beseitigt.
Das können Nutzer jetzt tun
Für Android-Nutzer ergeben sich klare Handlungsempfehlungen:
- Am-Körper-Erkennung deaktivieren: Der wichtigste Schritt ist, diese spezifische Option in den Einstellungen unter „Sicherheit“ > „Entsperren verlängern“ auszuschalten.
- Orte und Geräte bewusst wählen: Vertrauenswürdige Orte sollten wirklich privat sein, vertrauenswürdige Geräte persönlich wie die eigene Smartwatch.
- Manuelle Notfallsperre nutzen: Die Tastenkombination Ein/Aus-Taste + „Lauter“-Taste aktiviert den Lockdown-Modus und sperrt das Gerät sofort.
- Updates installieren: Regelmäßige System-Updates schützen vor bekannten Sicherheitslücken.
Die Balance zwischen Komfort und Schutz bleibt eine Herausforderung. Während Google technologische Lösungen vorantreibt, liegt ein Teil der Verantwortung nun deutlich beim Nutzer und seiner Konfiguration.




