Eine Milliarde Android-Geräte erhält keine Sicherheitsupdates mehr. Diese ungeschützten Smartphones sind ein leichtes Ziel für Cyberkriminelle und bergen massive Risiken für die Privatsphäre und finanzielle Daten ihrer Nutzer. Das Problem liegt in der fragmentierten Struktur des Android-Ökosystems und der kurzen Update-Zyklen vieler Hersteller.
Ein digitales Sicherheitsnetz voller Löcher
Die Zahl ist alarmierend: Über 30 Prozent aller aktiven Android-Smartphones laufen mit veralteten Betriebssystemen wie Android 13 oder älter. Das sind rechnerisch etwa eine Milliarde Geräte. Sie erhalten keine Patches mehr für neu entdeckte Schwachstellen, weil der Support der Hersteller ausläuft.
- Die meisten Anbieter bieten nur für zwei bis vier Jahre Sicherheitsupdates an.
- Besonders betroffen sind günstigere Modelle aus dem Budget-Segment.
- Im Kontrast dazu versorgt Apple ältere iPhones oft fünf bis sieben Jahre lang.
Der Grund für die Android-Problematik ist die komplexe Lieferkette: Google stellt das Basissystem, Chiphersteller passen Treiber an, und die Gerätehersteller müssen die Updates für hunderte Modelle adaptieren – ein kostspieliger Aufwand.
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Vom Banking-Trojaner zur kompletten Übernahme
Die Gefahren für Nutzer sind real und vielfältig. Kriminelle entwickeln gezielt Schadsoftware, die ungepatchte Schwachstellen ausnutzt.
Konkrete Risiken sind:
* Banking-Trojaner, die Zugangsdaten und SMS-TANs abfangen
* Ransomware, die persönliche Daten verschlüsselt und Lösegeld fordert
* Spyware, die unbemerkt Mikrofone, Kameras oder den Standort überwacht
* Botnetze, die Geräte für koordinierte Cyber-Angriffe missbrauchen
Bereits der Empfang einer manipulierten Audiodatei über einen Messenger kann ausreichen, um Schadcode aus der Ferne auszuführen. Ohne aktuelle Patches sind die Schutzmechanismen des Betriebssystems wirkungslos.
Druck auf die Industrie wächst
Angesichts der öffentlichen Kritik beginnen einige Hersteller umzudenken. Google und Samsung versprechen für ihre neueren Flaggschiffe mittlerweile bis zu sieben Jahre Sicherheitsupdates. Auch Xiaomi oder Motorola haben die Support-Zeiträume für ausgewählte Modelle verlängert.
Doch diese Entwicklung ist noch nicht flächendeckend. Vor allem günstige Geräte bleiben oft unterversorgt. Parallel erhöht die Politik den Druck: Die Europäische Union wird mit dem „Cyber Resilience Act“ (CRA) ab Ende 2027 verbindliche Cybersicherheitsstandards für alle digitalen Produkte vorschreiben. Dazu gehört die Pflicht, Sicherheitsupdates über den gesamten Lebenszyklus bereitzustellen.
Geschäftsmodell vs. Sicherheit
Das Kernproblem ist ein strukturelles: Viele Hersteller fokussieren sich auf den Verkauf neuer Hardware. Die langfristige Softwarepflege gilt als Kostenfaktor. Das schafft eine digitale Spaltung: Nutzer teurer Geräte genießen langen Support, Besitzer günstiger Smartphones stehen oft schnell schutzlos da.
Initiativen wie der EU Cyber Resilience Act sollen Sicherheit zu einem verpflichtenden Merkmal machen. Bis diese Regulierung voll greift, bleibt die Lage für Millionen Nutzer prekär. Google versucht mit technischen Maßnahmen wie Project Mainline, die Fragmentierung zu entschärfen und die Update-Verteilung zu vereinfachen.
Was Nutzer jetzt tun können
Der Druck auf die Hersteller wird weiter steigen. Längere Update-Garantien werden zum wichtigen Verkaufsargument. Beim Kauf eines neuen Smartphones sollten Verbraucher daher genau auf die Update-Politik des Herstellers achten.
Für Besitzer eines Geräts ohne Support bleibt nur erhöhte Vorsicht:
* Apps ausschließlich aus dem offiziellen Google Play Store installieren
* Keine unbekannten Links anklicken
* Sensible Anwendungen wie Online-Banking möglichst vermeiden
Langfristig ist der Umstieg auf ein Gerät mit garantierter, mehrjähriger Update-Versorgung die einzig sichere Lösung.
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