Der alternative Android-App-Store F-Droid hat mit Version 2.0 das größte Update seit zehn Jahren veröffentlicht. Die App wurde komplett neu in Kotlin Compose geschrieben, wie F-Droid selbst mitteilte. Parallel zur Neugestaltung warnt das Projekt vor einer bevorstehenden Änderung bei Google, die das Sideloading von Apps auf Android-Geräten künftig erschweren könnte.
Überarbeitete Oberfläche und Navigation
Die Hauptnavigation wurde auf drei Bereiche reduziert: Discover, Search und My Apps. Einstellungen und die Nearby-Swap-Funktion wandern dafür in die obere Leiste. Auch die Kategorisierung der Apps wurde deutlich erweitert: Statt einer einzigen Sammelkategorie für Spiele gibt es nun 17 verschiedene Game-Genres, dazu neue Kategorien für VPNs, Passwortmanager und Firewalls sowie sogenannte Meta-Kategorien.
Die Suche wurde ebenfalls überarbeitet und findet nun auch App-Beschreibungen, Kategorien und übersetzte Inhalte – optimiert unter anderem für Chinesisch, Japanisch und Koreanisch. Eine Suchhistorie sowie kombinierbare Filter für Gerätekompatibilität, Kategorien und den Ausschluss bestimmter Anti-Features ergänzen die Funktion.
Beim Installieren von Apps kommt ein sogenannter Unified Installer zum Einsatz, der eine neue Pre-Approval-API nutzt – ermöglicht durch den EU Digital Markets Act (DMA). Nutzer bestätigen die Installation künftig vor dem Download statt danach, was einen Klick mehr erfordert als im Play Store.
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Auto-Updates sind nun standardmäßig aktiv; das bisherige Pull-to-Refresh wurde entfernt, ein manueller Update-Check findet sich im Drei-Punkte-Menü unter My Apps. Mehrere Updates und Downloads können gleichzeitig laufen.
Weitere Änderungen betreffen die Sicherheitsfunktionen: Die automatische Tor-Erkennung wurde entfernt, die Option „Use Tor“ ist nun Teil generischer Proxy-Einstellungen, wobei Tor VPN empfohlen wird.
Die Panic-Features bleiben grundsätzlich erhalten, das App-Hiding wurde aber vereinfacht – verschleiert werden können nur noch Name und Icon von F-Droid, sichtbar bleiben sie in den Einstellungen und bei forensischer Untersuchung. Eine App-Löschung im Panic-Fall fehlt vorerst.
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Der Changelog zu Version 2.0.0 nennt zudem einen Hinweis bei App-Problemen wie einem geänderten Signing-Key, ein optionales Material-You-Farbthema und eine verbesserte Listenfilterung. Android 6 wird nicht mehr unterstützt, Mindestvoraussetzung ist nun Android 7. Dem Release gingen mehr als ein Jahr Arbeit und 14 Test-Releases voraus, der Rollout erfolgt in Stufen über die kommenden Wochen.
Die Version 2.0 ist bereits über die Versions-Seite der F-Droid-Website verfügbar, ein finaler Build zum breiten Download steht dagegen noch aus – bislang existiert nur ein Alpha-Build über APK Mirror ohne alle Änderungen, ein Release-Termin wurde nicht genannt.
Dank an die EU und Warnung vor Google
F-Droid dankte der EU ausdrücklich für die DMA-Intervention, die den Unified Installer ermöglicht hat, und verwies dabei auf die 430 Millionen Euro schwere Strafe gegen Google.
Gleichzeitig warnte das F-Droid-Team vor Googles geplanter Developer-Verification. Diese soll künftig ein Google-Konto, eine einmalige Gebühr von 25 US-Dollar sowie eine Ausweisprüfung für Entwickler voraussetzen. Ursprünglich sollte die Maßnahme im September 2026 starten, wurde nun aber auf 2027 verschoben.
Zusätzlich soll beim Sideloading künftig eine Wartezeit von 24 Stunden greifen. F-Droid sieht darin eine potenzielle Hürde für alternative App-Verteilung außerhalb des Play Stores, auch wenn der konkrete Zeitplan noch offen ist.

