Android-Speicher: Google rechnet Systemdaten ab sofort an

Google bezieht Android-Systemdaten wie SMS und Anruflisten in das persönliche Speicherkontingent ein. Nutzer erhalten eine Schonfrist von 45 Tagen.

Der kostenlose Speicherplatz für Android-Nutzer schrumpft weiter. Google rechnet ab sofort auch Systemdaten auf das persönliche Kontingent an.

Der Suchmaschinenriese hat seine Speicherpolitik für Android-Geräte grundlegend geändert. Bislang waren wichtige Systemdaten wie SMS-Nachrichten, Anruflisten oder WLAN-Einstellungen vom Speicherkontingent ausgenommen – damit ist jetzt Schluss. Betroffen sind Millionen Nutzer weltweit, auch in Deutschland.

Was genau sich ändert

Bisher zählte Google nur Medien in Google Fotos und MMS-Anhänge auf das gemeinsame Speicherlimit an. SMS, Anrufprotokolle und Geräteeinstellungen wie gespeicherte WLAN-Netzwerke oder Hintergrundbilder blieben außen vor. Seit Juli 2026 gilt diese Ausnahme nicht mehr.

Jeder Datenpunkt, der in den Android-Backup-Einstellungen auftaucht, wird nun vom selben Speicherpool abgezogen, den auch Gmail, Google Drive und Google Fotos nutzen. Für neue Nutzer gilt die Regelung sofort. Bestehende Accounts erhalten eine Schonfrist von 45 Tagen, bevor die neue Berechnung greift.

Wie viel Speicher zusätzlich belegt wird

Google schätzt den Mehraufwand für Durchschnittsnutzer auf etwa 40 Megabyte. Einige Nutzerberichte sprechen jedoch von bis zu 0,11 Gigabyte – abhängig von der Menge gespeicherter Textarchive und Gerätekonfigurationen.

Das klingt zunächst überschaubar. Doch wer ohnehin knapp am kostenlosen 15-GB-Limit kalkuliert, könnte schnell an die Grenze stoßen. Und dann wird es teuer: Automatische Backups werden pausiert, bis der Nutzer Speicher freiräumt oder ein Google-One-Abo abschließt.

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Neue Kontrollmöglichkeiten für Nutzer

Google reagiert auf die Kritik mit erweiterten Einstellungen. Im Android-Menü lassen sich nun einzelne Kategorien gezielt deaktivieren. Nutzer können SMS und MMS, Anruflisten oder Geräteeinstellungen komplett vom Cloud-Backup ausschließen.

Die Schalter sollen verhindern, dass Backups automatisch stoppen, sobald das Speicherlimit erreicht ist. Wer seine Systemdaten nicht sichern möchte, kann sie einfach abwählen – und spart Platz.

Der Trend zum bezahlten Speicher

Die Änderung reiht sich ein in eine Serie von Verschärfungen. Bereits im Frühjahr testete Google ein reduziertes Basiskontingent von 5 GB für neue Accounts ohne verifizierte Telefonnummer. Nur wer eine Nummer hinterlegt, bekommt die vollen 15 GB.

Und seit 2024 zählen auch WhatsApp-Backups auf das Google-Konto. Branchenbeobachter sehen das Ende der „unbegrenzten“ Zweitspeicherung für Android-Nutzer gekommen.

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Meta reagiert mit eigenem Cloud-Dienst

Facebook-Mutter Meta arbeitet offenbar an einem eigenen Cloud-Backup-Dienst für WhatsApp. Das Angebot soll 2 GB kostenlosen Speicher sowie bezahlte Tarife umfassen. Android-Nutzer könnten damit große Chatarchive auslagern – und ihren Google-Speicher schonen.

Für alle, die mehr Platz brauchen, bleibt Google One die erste Wahl. Aktuell bietet der Dienst einen 30-GB-Lite-Tarif sowie Stufen bis zu 30 TB im „AI Ultra“-Plan, der zusätzlich KI-Funktionen und erweiterte Sicherheitswerkzeuge bündelt.