Google verifiziert die Telefonnummern auf Android-Geräten automatisch und verknüpft diese mit allen auf dem jeweiligen Gerät eingerichteten Google-Profilen. Wie am 14. Oktober 2026 bekannt wurde, ist der Mechanismus standardmäßig aktiv und greift ohne vorherige Bestätigung durch die Anwender. Eine Deaktivierung ist jedoch über die Geräteeinstellungen möglich.
Umfassender Datenabgleich über Google Play Services
Die Verifizierung erfasst jede auf dem Gerät genutzte Rufnummer und weist sie sämtlichen angemeldeten Profilen zu. Betroffen sind neben dem primären Hauptkonto auch geschäftliche Profile, Zweitkonten, Pseudonyme sowie temporäre Konten. Auch nachträglich hinzugefügte Konten oder Telefonnummern werden automatisch in beiden Richtungen miteinander verknüpft.
Technisch wird der Vorgang über die Google Play Services abgewickelt, weshalb unter anderem auch modifizierte Systeme wie GrapheneOS bei installierten Google-Diensten betroffen sind. Ebenso erstreckt sich die Funktion auf internationale Geräte, etwa in Kasachstan.
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Nutzer erhalten vor dem Vorgang keine gesonderte Bestätigungsanfrage; sie werden erst nach Abschluss der Prüfung per E-Mail von der Adresse noreply-phone-verification@google.com über die Zuordnung informiert.
Unabhängige Tests zeigten, dass die automatische Prüfung teils aktiv war, ohne dass Benachrichtigungen eingegangen waren. Entdeckt worden war das Verhalten am 14. Oktober 2026 durch den Reddit-Nutzer Nanosinx.
Begründung des Konzerns und Sicherheitskontext
Google begründet den automatischen Abgleich damit, Kontaktdaten für Kommunikationsdienste und die Kontowiederherstellung aktuell zu halten. Zudem wird parallel eine Funktion für besseres Teilen auf Google freigeschaltet, die jedoch jeweils nur für ein einzelnes Konto aktiv bleibt.
Das Unternehmen und die jeweiligen Mobilfunkanbieter können die Telefonnummern in regelmäßigen Abständen erneut überprüfen. Bereits im Jahr 2025 hatte Google angekündigt, dass ein solcher Mechanismus eingeführt werden solle.
Die Speicherung von Telefonnummern zur Kontowiederherstellung stand in der Vergangenheit im Fokus von Sicherheitsüberprüfungen. So wies der Sicherheitsforscher BruteCat im Jahr 2025 eine Schwachstelle nach, die das Durchprobieren von Rufnummern zur Wiederherstellung beliebiger Google-Konten ermöglichte; Google behob diesen Fehler anschließend. Eine Anfrage zur aktuellen automatischen Verknüpfung ließ der Konzern vorerst unbeantwortet.
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Deaktivierung und nachträgliche Bereinigung
Betroffene Nutzer können das automatische Verifizieren in den Android-Einstellungen abschalten. Die Option findet sich im Bereich für Google-Dienste unter Datenschutz und Sicherheit bei der Telefonnummernverifizierung, wo sich die automatische Verifizierung deaktivieren lässt. Die genauen Menübezeichnungen können je nach Gerät leicht abweichen.
Das Ausschalten der Funktion verhindert jedoch nur zukünftige automatisierte Zuordnungen. In der Hilfedokumentation von Google wird bisher nicht erläutert, was nach dem Deaktivieren mit bereits verknüpften Nummern geschieht.
Um eine Telefonnummer vollständig von bestimmten Profilen zu trennen, muss sie für jedes betroffene Google-Konto separat in den persönlichen Kontoinformationen unter den Kontaktdaten manuell gelöscht werden. Berichte über Schalter, die sich selbstständig wieder zurücksetzten, sind bereits mehrere Monate alt und ließen sich in aktuellen Prüfungen nicht reproduzieren.

