Android-Transfer-Apps: Sieben Anwendungen mit mehr als 12 Milliarden Downloads betroffen

TU Graz und A-SIT fanden Schwachstellen in sieben Apps; die Hersteller stellten Sicherheitsupdates bereit.

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Forschende der Technischen Universität Graz und des Zentrums für sichere Informationstechnologie Austria (A-SIT) haben gravierende Sicherheitslücken in weit verbreiteten Android-Anwendungen zur Datenmigration nachgewiesen. Die Ergebnisse der Untersuchung mit dem Titel „Clone2Pwn“ wurden auf der Sicherheitskonferenz ESORICS 2026 in Rom vorgestellt.

Betroffen waren alle sieben analysierten Datentransfer-Apps namhafter Hersteller, darunter Google Android Switch, Samsung Smart Switch, Xiaomi Mi Mover, Vivo EasyShare, Oppo Clone Phone, Huawei Phone Clone sowie Honor Device Clone. Zusammengenommen verzeichnen diese Anwendungen mehr als 12 Mrd. Downloads.

Datenabgriff und Schadsoftware-Einschleusung ohne Gerätezugriff

Wie das Forschungsteam um Florian Draschbacher, Lukas Maar, Lorenz Schumm, Rene Denifl, Lukas Treffner und Stefan Mangard darlegt, weisen ausnahmslos alle untersuchten Anwendungen Schwachstellen auf. Ein physischer Zugriff auf die jeweiligen Endgeräte war für einen erfolgreichen Angriff nicht erforderlich.

Befanden sich Angreifer im selben WLAN-Radius, reichte in Innenräumen eine Distanz von 20 bis 45 Metern aus, um Datenströme abzufangen. Für die Testangriffe nutzten die Wissenschaftler Ausrüstung im Wert von unter 100 Euro.

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Über diese Sicherheitslücken konnten die Forschenden vertrauliche Informationen wie SMS, Kontaktdaten, Fotos, Gesundheitsdaten, WLAN-Zugangsdaten, App-Passwörter und Anruflisten abgreifen. In einzelnen Fällen war es den Forschenden zudem möglich, über manipulierte App-Pakete während des laufenden Datentransfers unbemerkt Schadsoftware auf die Geräte einzuschleusen.

Ausmaß der Schwachstellen und Reaktionslage

Insgesamt erfassten die Sicherheitsexperten der TU Graz und von A-SIT acht Sicherheitslücken, von denen fünf als schwerwiegend beziehungsweise hoch eingestuft wurden, wie Berichte von Mitte Oktober 2026 zeigen.

Die Anfälligkeit variierte dabei je nach Anwendung und Einsatzbedingungen: Samsung Smart Switch und Vivo EasyShare erwiesen sich in drei von sechs getesteten Szenarien als verwundbar, während Google Android Switch in einem Szenario Sicherheitsmängel aufwies.

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Auf die Ergebnisse der Untersuchung haben die beteiligten Technologiekonzerne inzwischen reagiert. Google, Samsung, Xiaomi, Vivo, Oppo, Huawei und Honor haben nach Angaben der Forschenden entsprechende Sicherheitsupdates für ihre jeweiligen Transfer-Apps bereitgestellt, um die dokumentierten Einfallstore zu schließen.

Verhaltensempfehlungen für den Datentransfer

Angesichts der potenziellen Risiken beim Umzug auf ein neues Smartphone raten die Experten der TU Graz und von A-SIT zu gezielten Vorsichtsmaßnahmen. Anwender sollten vor dem Start eines Gerätewechsels unbedingt sicherstellen, dass sowohl die Betriebssysteme beider Smartphones als auch die genutzten Transfer-Apps auf dem aktuellsten Softwarestand sind.

Zudem wird empfohlen, Datenübertragungen keinesfalls an öffentlichen Orten oder über frei zugängliche Netzwerke durchzuführen. Als grundsätzlich sicherere Alternative zur drahtlosen Migration über Funkverbindungen stufen die Forschenden den kabelgebundenen Transfer zwischen den Geräten ein.