Android-Trojaner RatHat: KI steuert Banking-Apps und stiehlt PINs

RatHat stiehlt Android-Zugangsdaten mit KI-Steuerung, während Google Kontrollsysteme für sichere Agentenfunktionen und Banking-Aktionen entwickelt.

Angesichts zunehmender Bedrohungen durch KI-gestützte Schadsoftware treibt Google den Aufbau einer Sicherheits-Sandbox innerhalb von Android voran, mit der sich autonom agierende KI-Agenten kontrollieren lassen. Wie cybersecurity-see.com berichtete, reagiert der Konzern damit auf eine wachsende Zahl von Angriffen, bei denen Schadsoftware selbstständig Entscheidungen trifft und menschliche Nutzerinteraktion imitiert.

Der Auslöser: Bankentrojaner RatHat

Konkreten Anlass liefert die Entdeckung des Android-Banking-Trojaners RatHat durch die Sicherheitsforscher von Zimperium zLabs. Die Malware steuert den sogenannten Accessibility-Tree von Android eigenständig über eine integrierte KI-Komponente und stiehlt darüber PINs, Passwörter sowie Mehrfaktor-Codes.

Laut newswebdaily.com verschafft sich RatHat über Accessibility-Berechtigungen, aktiviertes Wireless Debugging und eine ADB-Shell weitreichende Administratorrechte. Die Forscher zählten 162 infizierte Apps sowie 12 Angreifer-Server, die Spuren führten nach China.

Besonders im Visier stehen laut newswebdaily.com die in Asien verbreiteten Bezahldienste WeChat Pay und Alipay. Die Schadsoftware greift Zugangsdaten, Zwei-Faktor-Codes, PINs und SMS-Nachrichten ab; ein bereits infiziertes Gerät lässt sich den Berichten zufolge nur noch durch einen vollständigen Werksreset bereinigen.

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Wie thenews.com.pk berichtete, entscheidet die in RatHat eingebettete KI eigenständig über Tipp- und Wischgesten auf dem Bildschirm. Die Infektion erfolgt demnach über Smishing-Nachrichten, manipulierte Werbeanzeigen sowie gefälschte Streaming- und Chrome-Apps.

Einmal aktiv, schaltet die Malware Wireless Debugging frei, generiert einen sechsstelligen Code, baut eine ADB-Session sowie einen sogenannten Go-Agent auf und richtet einen Reverse-Proxy ein, um gezielt Banking-Apps anzugreifen und Zugangsdaten, MFA-Codes, SMS-Inhalte und PINs zu erbeuten.

Nach Angaben von newsy-today.com rekonstruiert RatHat PINs sogar über aufgezeichnete Touch-Koordinaten. Neben Banking-Apps geraten auch Krypto-Anwendungen sowie WeChat und Alipay ins Fadenkreuz. Für dauerhafte Präsenz auf dem Gerät sorgt die Malware durch gefälschte Bildschirmoberflächen und eine automatische Reinstallation im Hintergrund. Der Sicherheitsanbieter Malwarebytes ist mittlerweile in der Lage, die Schadsoftware zu erkennen.

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Googles Antwort: Kontrollmechanismen für Agenten

Als Reaktion auf derartige Bedrohungsszenarien richtet Google seine Sicherheitsarchitektur zunehmend auf die Kontrolle von KI-Agenten aus. Für Gemini-basierte Agentenfunktionen in Chrome hat der Konzern laut techshotsapp.com ein mehrschichtiges Sicherheitsframework vorgestellt. Dieses umfasst ein separates Prüfmodell, den sogenannten „User Alignment Critic“, das Aktionen von Agenten bewertet, sowie „Agent Origin Sets“, die den Zugriff eines Agenten auf bestimmte Websites einschränken. Bei sensiblen Vorgängen wie Finanztransaktionen oder Banking-Aktivitäten ist demnach eine ausdrückliche Nutzerzustimmung vorgesehen.

Parallel dazu hat Google mit dem Agent Development Kit (ADK) für Kotlin in Version 1.0 ein Entwicklerwerkzeug veröffentlicht, das laut lavx.hu Feature-Parität zu den bestehenden Python- und Java-Versionen bietet und Kotlin Multiplatform sowie On-Device-KI unterstützt.

Entwickler können Werkzeuge über die Annotationen @Tool und @Param einbinden; für Vorgänge, die menschliches Eingreifen erfordern, steht die Funktion requireConfirmation zur Verfügung. On-Device-Verarbeitung erfolgt über LiteRT-LM und ML Kit im Beta-Stadium, cloudseitig über Firebase AI Logic. Der Quellcode ist auf GitHub offen verfügbar.

Laut infoq.com erlaubt das ADK für Kotlin zudem hierarchische Multi-Agenten-Systeme, eine als Context Compaction bezeichnete Verdichtung von Kontextdaten sowie Sitzungsverwaltung und Interoperabilität mit Java. Für die Datenpersistenz stehen Room, AppSearch und die üblichen Android-Speichermechanismen bereit.

Die parallele Entwicklung von Angriffs- und Schutzmechanismen zeigt, wie sehr sich das Wettrüsten zwischen KI-gestützter Malware und KI-gestützter Verteidigung inzwischen auf mobile Betriebssysteme verlagert hat. Während Angreifer autonome Agenten einsetzen, um Sicherheitsmechanismen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung zu umgehen, setzt Google auf granulare Kontrollstrukturen, um legitime Agenten von schädlichen Prozessen unterscheidbar zu machen.