Anthropic-Börsengang: 900 Milliarden Euro Bewertung nach Regierungsdeal

Nach G7-Gesprächen mit CEO Amodei sieht der US-Präsident das KI-Unternehmen nun kooperativ. Ein Börsengang steht bevor.

Der US-Präsident hat seine Haltung gegenüber dem KI-Unternehmen Anthropic grundlegend geändert. Nach einer Woche voller regulatorischer Spannungen und diplomatischer Gespräche sieht Trump die Firma nicht mehr als Gefahr für die nationale Sicherheit.

In einem Interview mit Axios am 19. Juni 2026 erklärte Trump, seine Einschätzung des Unternehmens habe sich in der vergangenen Woche deutlich gewandelt. Zwar sei die Firma noch vor Kurzem ein Sicherheitsproblem gewesen, doch habe sie sich nun verantwortungsvoll gegenüber den Regierungsauflagen verhalten. Auslöser für den Sinneswandel war ein Treffen zwischen Trump und Anthropic-CEO Dario Amodei beim G7-Gipfel in Évian-les-Bains.

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Eskalation und Kehrtwende

Die Beziehungen zwischen Washington und Anthropic hatten sich zuvor dramatisch zugespitzt. Das Pentagon hatte das Unternehmen als Lieferkettenrisiko eingestuft, das Handelsministerium verhängte strenge Exportkontrollen. Trump betonte, die Führung von Anthropic habe schnell auf die behördlichen Auflagen reagiert. Eine mögliche Anwendung des Defense Production Act zur Überwachung der Branche schloss er jedoch nicht aus.

Der Konflikt eskalierte Anfang Juni, als die US-Regierung Anthropic zwang, den Zugang zu seinen fortschrittlichsten KI-Modellen Claude Fable 5 und Mythos 5 einzuschränken. Eine Direktive vom 12. Juni 2026 verlangte, dass ausländische Staatsangehörige nur noch mit spezieller Regierungsgenehmigung auf die Systeme zugreifen durften.

Technische Schwachstellen und geopolitische Risiken

Hintergrund des Eingreifens waren Berichten zufolge eine Kombination aus technischen Sicherheitslücken und geopolitischen Bedenken. Branchenkreisen zufolge hatte Amazon-CEO Andy Jassy Finanzminister Scott Bessent kontaktiert, um vor sogenannten Jailbreak-Risiken beim Modell Fable 5 zu warnen. Zudem geriet eine Partnerschaft zwischen Anthropic und SK Telecom wegen möglicher Verbindungen nach China ins Visier der Behörden.

Die daraus resultierenden Exportbeschränkungen zwangen Anthropic, die betroffenen Modelle weltweit vom Netz zu nehmen. Große Unternehmenskunden wie Apple und Meta waren von den Serviceausfällen betroffen. Internationale Spitzenpolitiker, darunter Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, kritisierten den Schritt als nationalistische Maßnahme, die die globale technologische Zusammenarbeit gefährde.

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Sicherheitsabkommen und Börsenpläne

Nach dem Gipfeltreffen in Frankreich bewegt sich Anthropic nun auf ein formelles Sicherheitsabkommen mit dem Weißen Haus zu. Seit dem 18. Juni 2026 arbeiten beide Seiten an einem Rahmenwerk, das Bewertungskriterien für KI-Sicherheitslücken und Verfahren für künftige Sicherheitsvorfälle festlegen soll.

Trotz des regulatorischen Tauziehens setzt Anthropic seine internationale Expansion fort. Am 17. Juni 2026 eröffnete das Unternehmen ein neues Büro in Seoul. Die internationale Führung zeigte sich zuversichtlich, dass die Modelle Fable 5 und Mythos 5 innerhalb weniger Tage wieder verfügbar sein würden.

Die Beilegung des Sicherheitskonflikts kommt zu einem strategisch günstigen Zeitpunkt: Anthropic bereitet sich auf einen Börsengang vor, der noch im Juni erwartet wird. Interne Bewertungen beziffern das Unternehmen auf 900 bis 965 Milliarden Euro. Ein Sprecher von Anthropic dankte der Regierung für die partnerschaftliche Zusammenarbeit bei der Lösung der Sicherheitsfragen und der Sicherstellung, dass die Modelle den bundesstaatlichen Standards entsprechen.