Anthropic greift mit Infosys und Microsoft Office die Unternehmens-IT an

Der KI-Riese Anthropic kündigt strategische Allianz mit Infosys an und integriert Claude direkt in PowerPoint und Excel, um Microsofts Copilot herauszufordern.

KI-Riese Anthropic geht mit einer Doppel-Offensive in den Kampf um den Unternehmens-Desktop. Nach einer Rekordbewertung von 380 Milliarden Euro kündigte das Unternehmen eine strategische Partnerschaft mit dem IT-Dienstleister Infosys und die direkte Integration seiner KI „Claude“ in Microsoft PowerPoint und Excel an. Damit stellt sich das Unternehmen direkt gegen Microsofts eigenen KI-Assistenten Copilot.

Strategische Allianz mit Infosys für regulierte Branchen

Im Zentrum der neuen Partnerschaft steht die Einrichtung eines „Anthropic Center of Excellence“ bei Infosys. Ziel ist es, die fortschrittlichen KI-Modelle Claude Code und Opus 4.6 in die Infosys-Topaz-Plattform zu integrieren. Der Fokus liegt zunächst auf der Telekommunikationsbranche, soll aber schnell auf Finanzdienstleistungen und Fertigung ausgeweitet werden.

Anders als einfache Chatbots sollen diese „agentischen“ KI-Systeme eigenständig mehrstufige Arbeitsabläufe erledigen. Sie könnten etwa das Kundenlebenszyklus-Management optimieren oder Netzwerkbetriebe modernisieren. Für Unternehmen bedeutet das einen effizienteren Weg, von veralteten IT-Systemen wegzukommen – ein oft teures und langwieriges Unterfangen.

Claude erobert PowerPoint und Excel

Die wohl aggressivste Ankündigung ist die direkte Einbettung von Claude in die Microsoft-Office-Anwendungen. Nutzer können damit komplexe Excel-Daten analysieren und direkt strategische Präsentationen in PowerPoint erstellen lassen.

Anzeige

Passend zur direkten Integration von KI in PowerPoint – wer jetzt schnell professionelle Folien braucht, spart Zeit mit sofort einsetzbaren Vorlagen. Das Gratis‑Paket liefert fertige PowerPoint‑Layouts, Effekte und Praxistipps, damit Ihre Vorstandspräsentation genauso überzeugend wirkt wie die von Claude generierten Slides. Jetzt kostenlose PowerPoint‑Vorlagen & Tipps sichern

Diese Integration spricht eine konkrete Nachfrage von Power-Usern an, die Claudes Fähigkeiten nicht über eine separate Web-Oberfläche, sondern in ihren täglichen Tools nutzen wollen. Für Anthropic ist es ein strategischer Schachzug, um die Plattform-Bindung zu umgehen, von der bisher vor allem Microsoft-partner OpenAI profitierte.

Indien als Wachstumsmotor und massive Verbreitung

Die Partnerschaft folgt auf die Eröffnung eines neuen Anthropic-Büros in Bengaluru. Indien entwickelt sich zum Schlüsselmarkt: Die umsatzstarke Geschäftstätigkeit des Unternehmens im Land hat sich seit Oktober 2025 verdoppelt.

Großkunden setzen Claude bereits im großen Stil ein. Air India nutzt „Claude Code“ zur Beschleunigung von Software-Entwicklung. Der Fintech-Riese CRED berichtet von einer Verdopplung der Feature-Auslieferungsgeschwindigkeit. Und der IT-Dienstleister Cognizant rollt die KI für fast 350.000 Mitarbeiter weltweit aus, um veraltete Codebasen zu modernisieren. Asiatische Unternehmen und globale Systemintegratoren setzen zunehmend auf Claude für komplexe Aufgaben – und loben die Zuverlässigkeit und geringere Fehleranfälligkeit im Vergleich zu Wettbewerbern.

Finanzkraft und der Kampf um „agentische“ KI

Die Expansion wird durch frisches Kapital befeuert. Erst letzte Woche bestätigte Anthropic eine Finanzierungsrunde über 30 Milliarden Euro, angeführt vom singapurischen Staatsfonds GIC. Die Bewertung des Unternehmens liegt nun bei 380 Milliarden Euro. Der Jahresumsatz soll bei 14 Milliarden Euro liegen und wächst seit drei Jahren jährlich um mehr als das Zehnfache.

Das gemeinsame Thema der jüngsten Ankündigungen ist der Übergang von konversationeller zu „agentischer“ KI. Diese Software-Agenten können aktiv Arbeit verrichten, anstatt nur Fragen zu beantworten. Claude Code allein generiert bereits einen Umsatz von über 2,5 Milliarden Euro pro Jahr – ein Wert, der sich seit Jahresbeginn 2026 verdoppelt hat. Für Experten ist dieser Schritt entscheidend, um die astronomischen Bewertungen der KI-Firmen zu rechtfertigen.

Ausblick: Der Kampf um die Workflows der Konzerne

Mit seiner Doppelstrategie zielt Anthropic direkt auf die Anwendungsebene in Unternehmen ab. Die Integration in Office fordert Microsoft heraus und könnte eine Reaktion aus Redmond provozieren. Gleichzeitig bieten die engen Bindungen zu indischen Systemintegratoren wie Infosys einen mächtigen Vertriebskanal, um Marktanteile in Fortune-500-Unternehmen zu gewinnen.

Die Strategie ist klar: Claude so tief in die Unternehmens-Workflows einzubetten – vom Code-Repository bis zur Vorstandspräsentation –, dass es unverzichtbar wird. Die Branche wird 2026 genau beobachten, ob diese agentischen KI-Systeme die versprochenen Produktivitätsgewinne für Investoren und IT-Chefs liefern können.