Anthropic IPO: Claude-Entwickler peilt Billion-Euro-Bewertung an

Anthropic reicht Börsenunterlagen ein und visiert eine Bewertung von fast einer Billion Euro an. Das KI-Unternehmen übertrifft damit Konkurrent OpenAI.

Das Unternehmen strebt eine Bewertung von fast einer Billion Euro an.

Der Weg zum Börsengang

Der Entwickler des KI-Assistenten Claude reichte die Unterlagen am 1. Juni 2026 ein. Es wäre einer der größten Börsengänge der Geschichte. Das in San Francisco ansässige Unternehmen sammelte Ende Mai in einer Finanzierungsrunde 60 Milliarden Euro ein – das entspricht umgerechnet rund 900 Milliarden Euro Bewertung.

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Zum Vergleich: Im Februar 2026 lag der Wert noch bei etwa 354 Milliarden Euro. Ein atemberaubender Sprung innerhalb weniger Monate.

Explosives Wachstum bei Umsatz und Gewinn

Die annualisierten Einnahmen von Anthropic belaufen sich auf rund 44 Milliarden Euro. Diese Zahl hat sich seit Jahresbeginn mehr als verdreifacht. Besonders erfolgreich ist das Entwickler-Tool Claude Code, das allein einen Jahresumsatz von über 2,3 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Finanzanalysten vermuten, dass Anthropic bereits das erste profitable Quartal hinter sich hat. Institutionelle Investoren haben seit Anfang 2026 mehr als 84 Milliarden Euro in das Unternehmen gesteckt.

Milliarden-Investitionen in Rechenleistung

Für den Betrieb seiner KI-Modelle benötigt Anthropic immense Rechenkapazitäten. Das Unternehmen hat langfristige Verträge mit mehreren Technologiepartnern abgeschlossen:

  • Über 93 Milliarden Euro für zehn Jahre Amazon Web Services
  • Rund 1,16 Milliarden Euro monatlich für Supercomputer-Kapazitäten von SpaceX – bis 2029

Neben Amazon und SpaceX arbeiten auch Google und Broadcom mit Anthropic zusammen. Die Claude-Modelle sind unter anderem über Google Cloud und Microsoft Azure verfügbar.

Wettlauf an die Börse

Anthropic schlägt damit seinen größten Konkurrenten OpenAI im Rennen um den Börsengang. OpenAI wurde im März 2026 mit rund 795 Milliarden Euro bewertet, bereitet aber ebenfalls einen eigenen Börsengang vor – vermutlich in den kommenden Wochen.

Der IPO-Markt erlebt 2026 ein starkes Comeback. Vor Anthropics Ankündigung wurden bereits umgerechnet rund 82 Milliarden Euro eingesammelt. Der KI-Sektor treibt das Investoreninteresse massiv an.

Doch Analysten warnen: Wer als Erster unter den großen KI-Labors an die Börse geht, muss auch als Erster seine Bücher öffnen. „Das birgt Risiken“, so Experten von Wedbush und DA Davidson.

Ein noch größeres Ereignis steht bevor: SpaceX strebt eine Bewertung von umgerechnet rund 1,63 Billionen Euro an. Das Raumfahrtunternehmen, das im Februar 2026 mit xAI fusionierte, könnte bereits am 12. Juni 2026 an die Börse gehen.

Politische und rechtliche Hürden

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Trotz des kommerziellen Erfolgs kämpft Anthropic mit erheblichen Widerständen. Das Unternehmen liegt im Rechtsstreit mit dem US-Verteidigungsministerium über Einschränkungen seiner KI-Modelle.

Hinzu kommt ein politischer Konflikt: Der US-Präsident bezeichnete Anthropic als radikale und voreingenommene Organisation. Per Bundeserlass ordnete er an, dass Behörden keine Produkte des Unternehmens mehr nutzen dürfen. Anthropic hat dagegen Klage eingereicht.

Der Börsengang könnte je nach Marktlage und SEC-Prüfung im Herbst 2026 stattfinden. Führende Investmentbanken wie Goldman Sachs, JPMorgan und Morgan Stanley sollen die Emission begleiten.