Anthropic: KI-Anteil an der Forschungsarbeit steigt auf 26 Prozent

METR führt rund 80 Prozent des Entwicklungstempos auf KI zurück; Anthropic meldet zugleich wachsende Beiträge von Claude.

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Das KI-Unternehmen Anthropic beschleunigt seine technologische Entwicklung spürbar, obwohl innerhalb der Branche anhaltend Forderungen nach einer Verlangsamung des Tempos laut werden. Zu diesem Ergebnis kommen externe Forscher der unabhängigen Forschungsorganisation METR.

Das Unternehmen selbst hatte die Wissenschaftler eingeladen, interne Daten zu prüfen, während branchenweit Debatten über einen potenziellen Kontrollverlust und schwerwiegende Risiken fortgesetzt werden.

Externe Untersuchung sieht Hinweise auf Selbstverbesserung

Die Untersuchung von METR erstreckte sich über einen Zeitraum von elf Wochen. Für die Analyse griffen die Forscher auf vertrauliche Informationen, interne Befragungen sowie Daten noch nicht veröffentlichter KI-Modelle zurück.

Nach Einschätzung von METR geht die aktuelle Beschleunigung zu rund 80 % auf den Einsatz von KI selbst zurück, wenngleich dieser Schätzwert mit Unsicherheiten behaftet sei. Für das kommende Jahr fand die Organisation zudem keine überzeugenden Belege für größere technische Engpässe.

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Gleichzeitig liefert die Untersuchung Hinweise auf eine beginnende rekursive Selbstverbesserung der Systeme. Derartige Mechanismen schüren laut METR wachsende Sorgen, da rasche Fortschritte die parallel laufenden Sicherheitsbemühungen überholen könnten.

Die Kernbefürchtung bestehe darin, dass sich hochentwickelte Systeme bei fortschreitender Eigendynamik zunehmend schwerer ausrichten, überwachen und kontrollieren lassen. Noch stoße diese Entwicklung jedoch an Grenzen: METR stellte fest, dass KI gegenwärtig keine vollständig autonomen großen Beiträge zu den wichtigsten Phasen des Trainings leisten kann.

Anthropic warnt in Börsenunterlagen vor Kontrollrisiken

Die Einschätzungen der Forscher decken sich in Teilen mit offiziellen Angaben von Anthropic. In einem geänderten Börsenprospekt vom 2. November 2026 erklärte das Unternehmen, dass zukünftige Modelle Schätzungen zufolge die Schwelle für einen dramatisch beschleunigten, KI-zurechenbaren Fortschritt bald erreichen könnten. Bislang werde allerdings kein bestehendes Modell oberhalb dieser Marke eingestuft.

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In denselben Einreichungen warnte Anthropic davor, dass die KI-gestützte Entwicklung die bestehenden Sicherheitsvorkehrungen überholen könnte. Der Entwickler verwies explizit auf eine wachsende Diskrepanz zwischen dem Tempo bei der KI-Entwicklung und den notwendigen Sicherheitsüberprüfungen.

Vollständige Autonomie sei derzeit jedoch nicht gegeben: Anthropic rechne nicht damit, dass Nachfolgemodelle ohne bedeutende menschliche Aufsicht oder tiefes menschliches Verständnis sicher und autonom entwickelt werden können.

Wachsender Anteil von KI-Systemen im Entwicklungsalltag

Dennoch übernimmt Software intern bereits beträchtliche Aufgaben. Laut Unternehmensangaben stieg der Anteil KI-geführter Forschungs- und Entwicklungsarbeit bei Anthropic zwischen März 2026 und August 2026 von 1 % auf 26 %.

Der Anteil vollkommen autonom ausgeführter Aufgaben lag zum Stichtag Ende August 2026 bei 0 %. Zudem setzt ein 15-köpfiges Team für das Chip-Design seit August 2026 auf das firmeneigene Modell Claude für Ingenieursaufgaben.

Im September 2026 verfasste Claude bereits über 90 % der internen Code-Beiträge des Unternehmens. In dem am 30. September 2026 beendeten Quartal fiel das tägliche Code-Volumen pro Softwareingenieur bei Anthropic mehr als 45-mal höher aus als im Verlauf des Jahres 2024.