Das US-amerikanische KI-Unternehmen Anthropic hat laut einem Bericht der Financial Times einen Vertrag über rund 3,4 Milliarden US-Dollar zur Beschaffung gasbetriebener Generatoren abgeschlossen.
Das Unternehmen sicherte sich demnach bereits Ende September Zusagen über Hochleistungsgeneratoren mit einer Gesamtleistung von 1,7 Gigawatt von der in San Antonio im US-Bundesstaat Texas ansässigen Firma OnePWR Solutions. Es handelt sich um den bisher größten bekannten Einzelkauf von Ausrüstung zur Stromerzeugung durch ein KI-Labor.
Einstieg in bestehende Industrieaufträge
Der Vereinbarung ging ein Strategiewechsel voraus: Ursprünglich beabsichtigte Anthropic, den benötigten Strom direkt von OnePWR Solutions zu beziehen. Stattdessen entschied sich das Unternehmen dazu, unmittelbar in bestehende Generatoraufträge einzusteigen.
OnePWR Solutions hatte die entsprechenden Anlagen bereits vor rund zwei Jahren bei Caterpillar in Auftrag gegeben, benötigte jedoch weitere Finanzierungsmittel. Anthropic übernahm daraufhin die offenen Bestellungen.
Anthropic kaufte OnePWR Solutions nicht auf, und es wechselten keine Mitarbeiter zwischen den Firmen. Das Geschäft schließt jedoch Engineering- und Baukapazitäten ein, die für die Installation der Einheiten vor Ort erforderlich sind.
Während OnePWR Solutions in einer Mitteilung vom Februar 2026 von einem Umfang von mehr als 1,2 Gigawatt sprach, beziffert der Bericht der Financial Times das Volumen auf 1,7 Gigawatt.
Wie viel von der Gesamtsumme von etwa 3,4 Milliarden US-Dollar direkt an Caterpillar fließt, geht aus dem Bericht nicht hervor. Weder Anthropic noch OnePWR reagierten auf Anfragen nach einer Stellungnahme; eine unabhängige Verifizierung des Medienberichts durch Reuters liegt bislang nicht vor.
Strommangel bremst Rechenzentren aus
Mit dem Schritt überspringt der Entwickler der Claude-Modelle Zwischenhändler und übernimmt die Energieversorgung seiner Infrastruktur in Teilen selbst. Wegen der hohen Nachfrage nach seinen Modellen sichert sich Anthropic zusätzliche Rechen- und Stromkapazitäten. Das Unternehmen räumte ein, dass die Verfügbarkeit von Strom eines der wesentlichen Hindernisse für den fortlaufenden Ausbau von Rechenzentren darstellt.
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Zugleich verdeutlicht die Transaktion den enormen Einfluss der KI-Entwicklung auf traditionelle Industrieausrüster. Die gemeldete Summe von 3,4 Milliarden US-Dollar für die Zusagen entspricht nach rechnerischen Vergleichen rund 99 Prozent des Umsatzes von Caterpillar in der Sparte Energieerzeugung im dritten Quartal 2026. Dieser Bereich erwirtschaftete im dritten Quartal 3,421 Milliarden US-Dollar, nach 2,634 Milliarden US-Douglas im Vorjahreszeitraum, was einem Plus von 30 Prozent entspricht und vor allem durch Rechenzentren getrieben wurde.
Über die ersten neun Monate 2026 erreichte der Bereich 9,336 Milliarden US-Dollar. Im gesamten Segment Power & Energy erzielte Caterpillar im dritten Quartal einen Umsatz von 8,784 Milliarden US-Dollar sowie einen Segmentgewinn von 2,143 Milliarden US-Dollar.
Der konzernweite Auftragsbestand von Caterpillar lag zum 30. September 2026 bei rund 78,1 Milliarden US-Douglas, wovon etwa 32,6 Milliarden US-Dollar nicht innerhalb der nächsten zwölf Monate fällig werden.
Massiver Ausbau der Infrastruktur vor Börsengang
Die Transaktion reiht sich in weitreichende finanzielle Zusagen ein. In bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Dokumenten vom 2. November 2026 vor dem bevorstehenden Börsengang wies Anthropic vertragliche Verpflichtungen von rund 895,4 Milliarden US-Dollar aus, die fast ausschließlich auf Rechenkapazitäten und Infrastruktur entfallen und Laufzeiten bis 2045 aufweisen. Davon werden rund 447,5 Milliarden US-Dollar bis Ende 2030 fällig.
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Das Unternehmen kündigte an, in den kommenden Jahren mehr als 895 Milliarden US-Dollar investieren zu wollen. Über die nächsten zehn Jahre erwartet Anthropic nach früheren Angaben Investitionen in KI-Infrastruktur von über 500 Milliarden US-Dollar.
Zudem zählt Anthropic zu den Großkunden von SpaceX; die monatlichen Leasingzahlungen für Rechenkapazitäten sollen bis zum Jahresende 3,1 Milliarden US-Dollar erreichen. Der noch für diesen Monat vorbereitete Gang an die Börse könnte zu einem der größten Börsengänge der Geschichte werden.
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